Bistum

Zuhörer mit der Lizenz zum Helfen

Redaktion am 02.02.2026

Gruppenfoto Info Icon Foto: Wolfgang Krinninger
Der Caritas-Diözesanverband ist beim Thema Prävention gut aufgestellt (v.l.): Präventionsbeauftragte Andrea Kramer, Caritas-Direktorin Andrea Anderlik, Wolfgang Hailer, Julius Krieg, Olga Kuhls und bischöflich Beauftragter Stefan Seiderer.

Prävention: Olga Kuhls und Julius Krieg als externe Ansprechpersonen ernannt.

Der Cari­tas-Diö­ze­san­ver­band nimmt die Miss­brauchs-Prä­ven­ti­on sehr ernst. Ein wich­ti­ger Mosa­ik­stein im Kampf gegen sexua­li­sier­te Gewalt sind zwei exter­ne Ansprech­per­so­nen. Deren wich­tigs­te Auf­ga­be: zuhö­ren. Und – wenn es gewünscht wird und nötig ist – Hil­fe und die rich­ti­gen Ansprech­part­ner ver­mit­teln. Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch wur­de das ehren­amt­li­che Gre­mi­um neu aufgestellt.

Die exter­nen Ansprech­per­so­nen sind kei­ne Pas­sau­er Erfin­dung. Sie sind in den Leit­li­ni­en des Deut­schen Cari­tas­ver­ban­des (DCV) für den Umgang mit sexua­li­sier­ter Gewalt an Min­der­jäh­ri­gen und schutz- oder hil­fe­be­dürf­ti­gen Erwach­se­nen“ klar benannt. Wich­tig dabei: Die Ansprech­per­so­nen ste­hen in kei­nem wei­sungs­ge­bun­de­nen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis zu einem Trä­ger von Diens­ten und Einrichtungen.

Vor 10 Jah­ren, im Febru­ar 2016, hat Bischof Ste­fan Oster Olga Kuhls und Wolf­gang Hai­ler zu Miss­brauchs­be­auf­trag­ten der Cari­tas beru­fen. Fünf Jah­re spä­ter erfolg­te die Umbe­nen­nung in exter­ne Ansprech­per­so­nen. Nach zehn Jah­ren ende­te zum Jah­res­en­de die aktu­el­le Amts­zeit des Duos. Wolf­gang Hai­ler sah jetzt die Zeit für einen Wech­sel gekom­men. Für ihn wur­de Juli­us Krieg, der lang­jäh­ri­ge, inzwi­schen pen­sio­nier­te Lei­ter der Psy­cho­so­zia­len Bera­tung und Behand­lung (PSBB) im Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band, benannt. Die Juris­tin und Rechts­as­ses­so­rin Olga Kuhls bleibt für wei­te­re drei Jah­re im Amt.

Die Cari­tas-Vor­stän­de Andrea Ander­lik und Ste­fan Sei­de­rer sowie die Prä­ven­ti­ons­be­auf­trag­te Andrea Kra­mer wür­dig­ten das enor­me Enga­ge­ment von Olga Kuhls und Wolf­gang Hai­ler. Mit die­sem Duo sei der Diö­ze­san­ver­band her­vor­ra­gend auf­ge­stellt gewe­sen. Dies sei auch ein wich­ti­ges Signal nach außen gewe­sen, so Sei­de­rer. Ich war total begeis­tert, wie ihr die­ses Amt wahr­ge­nom­men und gemeis­tert habt“, lob­te Andrea Ander­lik. Hier­bei sei gro­ßes Ein­füh­lungs­ver­mö­gen eine Grund­vor­aus­set­zung gewe­sen. Andrea Kra­mer stell­te das Ver­trau­ens­ver­hält­nis ins Zen­trum ihrer Dan­kes­wor­te. Dadurch sei der gute Aus­tausch und die her­vor­ra­gen­de Zusam­men­ar­beit trotz der schwie­ri­gen, oft bedrü­cken­den The­men immer mög­lich gewesen.

Die Cari­tas-Spit­ze war sich einig, dass man mit Juli­us Krieg die per­fek­te Nach­fol­ge für Wolf­gang Hai­ler gefun­den habe. Wie Hai­ler sei auch Krieg ein über­zeug­ter Cari­tä­ter“. Mit sei­ner enor­men Bera­tungs­er­fah­rung sei er genau der rich­ti­ge Mann an die­ser Stel­le. Krieg selbst nann­te es eine gro­ße Ehre“, als Ansprech­per­son beru­fen wor­den zu sein.

Wolf­gang Hai­ler wür­dig­te in sei­nen Abschieds­wor­ten das har­mo­ni­sche Mit­ein­an­der in die­sem Gre­mi­um. Ich habe das ger­ne getan, auch wenn man öfter belas­ten­de Gedan­ken mit nach Hau­se genom­men hat“, sag­te der Büchl­ber­ger, der in sei­nen Dank auch sei­ne Frau Maria ein­schloss, weil sie die­ses Ehren­amt immer mit­ge­tra­gen habe.

Obwohl sie oft erschüt­tert gewe­sen sei, habe sie das Amt nicht zu sehr belas­tet, fass­te Olga Kuhls ihre Ein­stel­lung zusam­men. Ihr beson­de­rer Dank galt neben Wolf­gang Hai­ler vor allem Andrea Kra­mer für die gute Zusam­men­ar­beit und den her­vor­ra­gen­den Aus­tausch. Bis zu zehn Men­schen hät­ten sich jähr­lich an sie gewen­det, so Kuhls. Die­se sei­en aber kei­nes­wegs immer aus der Cari­tas-Umge­bung gekom­men. Dies sei aber neben­säch­lich. Ich kann gut zuhö­ren, das ist das Wich­tigs­te“, erklär­te sie als Vor­aus­set­zung für ihr Amt als Ansprech­per­son. Außer­dem sei es wich­tig, den Anru­fern sagen zu kön­nen, an wen sie sich wen­den und wo sie Hil­fe erhal­ten können.

Wolfgang
Krinninger

Chefredakteur

Hilfe und ein offenes Ohr

Hier errei­chen Sie Ansprech­per­so­nen der Cari­tas, wenn Sie Hin­wei­se auf sexua­li­sier­te Gewalt durch Mit­ar­bei­ten­de der Cari­tas haben oder selbst betrof­fen sind. Selbst­ver­ständ­lich wer­den alle Gesprä­che ver­trau­lich behandelt.

Weitere Nachrichten

13.02.2026

Und der Tag ist dein Freund

Im Alltag und dann, wenn es um Entscheidungen geht, fragen wir unseren "Kopf" – und immer häufiger das…

Kirche vor Ort
13.02.2026

Abwarten und Tee trinken

Seit Anfang des Jahres lebt Bruder Michael Wies im Altöttinger Kloster St. Konrad. Der junge Kapuziner bringt…

Bistum
13.02.2026

„Momo“ lehrt das Fürchten

Das Internet ist Fluch und Segen zugleich – besonders für Kinder und Jugendliche. Mitglieder des Diözesanrats…

Bistum
13.02.2026

„Sich mutig einbringen“

Die Klimafastenaktion 2026 unter dem Motto „Mutig sein!“ von Aschermittwoch bis Ostersonntag lädt auch dieses…