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Caritas verbindet Generationen: Die Jahreskampagne 2026 des Deutschen Caritasverbandes wurde in Passau eröffnet.
Die Kampagne stellt den generationenübergreifenden Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Angesichts des demografischen Wandels, der sozialen Herausforderungen und des Klimawandels betont die Caritas, dass die Zukunft nur gemeinsam gestaltet werden kann. Es geht um das Schaffen einer solidarischen und zukunftsmutigen Gesellschaft.
Beim Kampagnenauftakt auf einem Donauschiff in Passau sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: „Wir wagen die Gegen-Utopie gegen die populäre Rede der unvermeidlichen Spaltungen. Wir machen die Realität des gelingenden Miteinanders von Alt und Jung als gesellschaftliche Superkraft sichtbar. Die großen Herausforderungen unserer Zeit sind nur im Miteinander und Füreinander der Generationen zu bewältigen.“
Ulrike Scharf, Bayerns Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, warnte vor „Schubladendenken zwischen den Generationen“. Dies sei „Gift für unser Miteinander“ betonte sie in ihrer Videobotschaft: Deutschland sei nur stark, wenn sich die Generationen gegenseitig stützten und Brücken bauen von Mensch zu Mensch.
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Der Passauer Bischof Dr. Stefan Oster unterstrich die Kraft der Kirche über die Feste im Jahreskreis. Der motivierende Faktor der Generationen komme aus dem Glauben. Er sieht darin eine Chance, Generationen zusammenzubringen. Er betonte die Bedeutung der christlichen Nächstenliebe und sieht die Caritas als zentrale Anlaufstelle für Unterstützung in schwierigen Zeiten. Sein Wunsch ist es, dass mehr Menschen erkennen, was bei der Caritas möglich ist, und in den Austausch miteinander treten.
Der Passauer Bürgermeister Andreas Rother hob den Dialog als Schlüssel für eine gelingende Gesellschaft hervor und nannte das „Haus der Generationen“ in Passau ein Modell für erfolgreiche Begegnung. Sein Ziel sei es, weitere Begegnungsstätten in den Ortsteilen zu schaffen, in denen Generationen sich austauschen können.
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Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich forderte eine gerechte und solidarische Verteilung der Lasten in der Gesellschaft, besonders angesichts der demografischen Veränderung. Es müsse ein ehrlicher Dialog darüber geführt werden, wie in Zukunft die Herausforderungen bewältigt werden können. Sein Projekt „85 Plus“ in der Stadt Freyung bewahre das Wissen älterer Menschen und soll langfristige Lösungen für die Zukunft schaffen.
Landrat Raimund Kneidinger setzt auf den gemeinsamen Austausch und die Verantwortung jeder Generation füreinander. Er hob hervor, dass der niederschwellige Zugang zu Caritas-Diensten vielen Menschen hilft. „Gelebtes Miteinander muss gelingen, nicht im Pessimismus, sondern im Optimismus“.
Miteinander der Generationen – Podcast zur Caritas-Jahreskampagne
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Prof. Dr. Bernhard Bleyer sprach sich für organisierte Foren aus, in denen Interessenslagen zwischen den Generationen kennengelernt und diskutiert werden können. Denn aus seiner Sicht besteht ein breiter Grundkonsens zwischen Alt und Jung bei zentralgesellschaftlichen Themen. Konkret sieht er die Einsamkeit vieler Studierender als zentrales Problem und fordert mehr Räume für den generationsübergreifenden Austausch. Er möchte 2026 diesen Dialog fördern und Studierenden helfen, mehr Gemeinschaft und Unterstützung zu erfahren.
Caritasdirektorin Andrea Anderlik plädierte als Moderatorin für eine zukunftsmutige Gesellschaft: „Zusammen schaffen wir das!“. Sie rief dazu auf, gemeinsam Begegnungsorte für Alt und Jung zu schaffen, den Dialog zu fördern und sich für eine solidarische Gesellschaft einzusetzen.
Das Miteinander von Jung und Alt erlebten die Gäste über Mittag in der Caritas-Kita St. Stephan. Die Leiterin Constanze Simmel hatte mit den Kindern zur Kampagne ein Kunstprojekt durchgeführt. Künstler aus der Region wie Waltraud Danzig, Ernst Zahnweh und Hubert Huber begeisterten die Kinder mit ihrer Leidenschaft für Kunst und zeigten ihnen, wie aus einfachem Material beeindruckende Kunstwerke entstehen. Sie machten erlebbar, dass Kunst nicht nur Spaß macht, sondern auch die Vorstellungskraft und den Mut, Neues auszuprobieren, fördert.
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Diese Ausstellung, so der Bischöflich Beauftragte für die Caritas, Stefan Seiderer, stehe beispielhaft für das, was im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan wichtig sei: „die ganzheitliche Entwicklung der Kinder“. Neben Wissen und Fertigkeiten würden hier Persönlichkeit, soziales Miteinander und kulturelle Ausdrucksfähigkeit gestärkt. Der Caritasvorstand wörtlich: „Kunst eröffnet Räume, in denen Kinder sich selbst erfahren und die Welt um sich herum entdecken können“. Gerade im kreativen Gestalten werden Gedanken, Gefühle und Erfahrungen sichtbar. Die Kinder lernen, ihre Umwelt mit offenen Augen wahrzunehmen, eigene Ideen zu entwickeln und diesen mutig Ausdruck zu verleihen“.
Der Deutsche Caritasverband stellte zum Kampagnenstart seine fünf zentralen Forderungen für einen starken Sozialstaat aller Generationen vor: Reformen der Sozialversicherungen, die das Vertrauen aller Generationen stärken; eine Familien- und Bildungspolitik, die allen Kindern und Jugendlichen gleiche Teilhabechancen bietet und gesellschaftliche Mitverantwortung fördert; Schaffung von Begegnungsräumen und Stärkung des Ehrenamts; eine nachhaltige Klimasozialpolitik.
Text: Wolfgang Duschl



