Weltkirche

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Redaktion am 26.01.2026

Auftakt der Caritas Jahreskampagne. Gruppenfoto mit u.a. Bischof Stefan Oster. Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Auftakt nach Maß in Passau: Caritaspräsidentin Eva Maria Welskop-Defaa (v.l.), Bischof Stefan Oster SDB, Passaus 2. Bürgermeister Andreas Rother, Passaus Landrat Raimund Kneidinger, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Prof. Dr. Bernhard Bleyer von der Uni Passau und Diözesan-Caritasdirektorin Andrea Anderlik.

Caritas verbindet Generationen: Die Jahreskampagne 2026 des Deutschen Caritasverbandes wurde in Passau eröffnet.

Die Kam­pa­gne stellt den gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­den Zusam­men­halt in den Mit­tel­punkt. Ange­sichts des demo­gra­fi­schen Wan­dels, der sozia­len Her­aus­for­de­run­gen und des Kli­ma­wan­dels betont die Cari­tas, dass die Zukunft nur gemein­sam gestal­tet wer­den kann. Es geht um das Schaf­fen einer soli­da­ri­schen und zukunfts­mu­ti­gen Gesellschaft.

Beim Kam­pa­gnen­auf­takt auf einem Donau­schiff in Pas­sau sag­te Cari­tas-Prä­si­den­tin Eva Wel­skop-Def­faa: Wir wagen die Gegen-Uto­pie gegen die popu­lä­re Rede der unver­meid­li­chen Spal­tun­gen. Wir machen die Rea­li­tät des gelin­gen­den Mit­ein­an­ders von Alt und Jung als gesell­schaft­li­che Super­kraft sicht­bar. Die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit sind nur im Mit­ein­an­der und Für­ein­an­der der Gene­ra­tio­nen zu bewältigen.“

Ulri­ke Scharf, Bay­erns Staats­mi­nis­te­rin für Fami­lie, Arbeit und Sozia­les, warn­te vor Schub­la­den­den­ken zwi­schen den Gene­ra­tio­nen“. Dies sei Gift für unser Mit­ein­an­der“ beton­te sie in ihrer Video­bot­schaft: Deutsch­land sei nur stark, wenn sich die Gene­ra­tio­nen gegen­sei­tig stütz­ten und Brü­cken bau­en von Mensch zu Mensch.

Caritaspräsidentin Eva Maria Welskop-Defaa und Bischof Stefan Oster. Info Icon Foto: can
Caritaspräsidentin Eva Maria Welskop-Defaa und Bischof Stefan Oster SDB beim Auftakt der Jahreskampagne 2026 des Deutschen Caritasverbandes.

Der Pas­sau­er Bischof Dr. Ste­fan Oster unter­strich die Kraft der Kir­che über die Fes­te im Jah­res­kreis. Der moti­vie­ren­de Fak­tor der Gene­ra­tio­nen kom­me aus dem Glau­ben. Er sieht dar­in eine Chan­ce, Gene­ra­tio­nen zusam­men­zu­brin­gen. Er beton­te die Bedeu­tung der christ­li­chen Nächs­ten­lie­be und sieht die Cari­tas als zen­tra­le Anlauf­stel­le für Unter­stüt­zung in schwie­ri­gen Zei­ten. Sein Wunsch ist es, dass mehr Men­schen erken­nen, was bei der Cari­tas mög­lich ist, und in den Aus­tausch mit­ein­an­der treten.

Der Pas­sau­er Bür­ger­meis­ter Andre­as Rother hob den Dia­log als Schlüs­sel für eine gelin­gen­de Gesell­schaft her­vor und nann­te das Haus der Gene­ra­tio­nen“ in Pas­sau ein Modell für erfolg­rei­che Begeg­nung. Sein Ziel sei es, wei­te­re Begeg­nungs­stät­ten in den Orts­tei­len zu schaf­fen, in denen Gene­ra­tio­nen sich aus­tau­schen können.

Kinder des Altstadtkindergartens St. Stephan, die sich an der Caritas-Jahreskampagne 2026 beteiligen. Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Mit ihrem Kunstprojekt „Kinder machen Kunst“ beteiligen sich auch die Kinder des Altstadtkindergartens St. Stephan an der Caritas-Jahreskampagne 2026.

Bezirks­tags­prä­si­dent Dr. Olaf Hein­rich for­der­te eine gerech­te und soli­da­ri­sche Ver­tei­lung der Las­ten in der Gesell­schaft, beson­ders ange­sichts der demo­gra­fi­schen Ver­än­de­rung. Es müs­se ein ehr­li­cher Dia­log dar­über geführt wer­den, wie in Zukunft die Her­aus­for­de­run­gen bewäl­tigt wer­den kön­nen. Sein Pro­jekt 85 Plus“ in der Stadt Frey­ung bewah­re das Wis­sen älte­rer Men­schen und soll lang­fris­ti­ge Lösun­gen für die Zukunft schaffen.

Land­rat Rai­mund Knei­din­ger setzt auf den gemein­sa­men Aus­tausch und die Ver­ant­wor­tung jeder Gene­ra­ti­on für­ein­an­der. Er hob her­vor, dass der nie­der­schwel­li­ge Zugang zu Cari­tas-Diens­ten vie­len Men­schen hilft. Geleb­tes Mit­ein­an­der muss gelin­gen, nicht im Pes­si­mis­mus, son­dern im Optimismus“.

Miteinander der Generationen – Podcast zur Caritas-Jahreskampagne

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Prof. Dr. Bern­hard Bley­er sprach sich für orga­ni­sier­te Foren aus, in denen Inter­es­sens­la­gen zwi­schen den Gene­ra­tio­nen ken­nen­ge­lernt und dis­ku­tiert wer­den kön­nen. Denn aus sei­ner Sicht besteht ein brei­ter Grund­kon­sens zwi­schen Alt und Jung bei zen­tral­ge­sell­schaft­li­chen The­men. Kon­kret sieht er die Ein­sam­keit vie­ler Stu­die­ren­der als zen­tra­les Pro­blem und for­dert mehr Räu­me für den gene­ra­ti­ons­über­grei­fen­den Aus­tausch. Er möch­te 2026 die­sen Dia­log för­dern und Stu­die­ren­den hel­fen, mehr Gemein­schaft und Unter­stüt­zung zu erfahren.

Cari­tas­di­rek­to­rin Andrea Ander­lik plä­dier­te als Mode­ra­to­rin für eine zukunfts­mu­ti­ge Gesell­schaft: Zusam­men schaf­fen wir das!“. Sie rief dazu auf, gemein­sam Begeg­nungs­or­te für Alt und Jung zu schaf­fen, den Dia­log zu för­dern und sich für eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft einzusetzen.

Das Mit­ein­an­der von Jung und Alt erleb­ten die Gäs­te über Mit­tag in der Cari­tas-Kita St. Ste­phan. Die Lei­te­rin Con­stan­ze Sim­mel hat­te mit den Kin­dern zur Kam­pa­gne ein Kunst­pro­jekt durch­ge­führt. Künst­ler aus der Regi­on wie Wal­traud Dan­zig, Ernst Zahn­weh und Hubert Huber begeis­ter­ten die Kin­der mit ihrer Lei­den­schaft für Kunst und zeig­ten ihnen, wie aus ein­fa­chem Mate­ri­al beein­dru­cken­de Kunst­wer­ke ent­ste­hen. Sie mach­ten erleb­bar, dass Kunst nicht nur Spaß macht, son­dern auch die Vor­stel­lungs­kraft und den Mut, Neu­es aus­zu­pro­bie­ren, fördert.

Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa mit Kindern in Passau. Info Icon Foto: can
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa eröffnete Jahreskampagne in Passau mit Appell zur Solidarität.

Die­se Aus­stel­lung, so der Bischöf­lich Beauf­trag­te für die Cari­tas, Ste­fan Sei­de­rer, ste­he bei­spiel­haft für das, was im Baye­ri­schen Bil­dungs- und Erzie­hungs­plan wich­tig sei: die ganz­heit­li­che Ent­wick­lung der Kin­der“. Neben Wis­sen und Fer­tig­kei­ten wür­den hier Per­sön­lich­keit, sozia­les Mit­ein­an­der und kul­tu­rel­le Aus­drucks­fä­hig­keit gestärkt. Der Cari­tas­vor­stand wört­lich: Kunst eröff­net Räu­me, in denen Kin­der sich selbst erfah­ren und die Welt um sich her­um ent­de­cken kön­nen“. Gera­de im krea­ti­ven Gestal­ten wer­den Gedan­ken, Gefüh­le und Erfah­run­gen sicht­bar. Die Kin­der ler­nen, ihre Umwelt mit offe­nen Augen wahr­zu­neh­men, eige­ne Ideen zu ent­wi­ckeln und die­sen mutig Aus­druck zu verleihen“.

Der Deut­sche Cari­tas­ver­band stell­te zum Kam­pa­gnen­start sei­ne fünf zen­tra­len For­de­run­gen für einen star­ken Sozi­al­staat aller Gene­ra­tio­nen vor: Refor­men der Sozi­al­ver­si­che­run­gen, die das Ver­trau­en aller Gene­ra­tio­nen stär­ken; eine Fami­li­en- und Bil­dungs­po­li­tik, die allen Kin­dern und Jugend­li­chen glei­che Teil­ha­be­chan­cen bie­tet und gesell­schaft­li­che Mit­ver­ant­wor­tung för­dert; Schaf­fung von Begeg­nungs­räu­men und Stär­kung des Ehren­amts; eine nach­hal­ti­ge Klimasozialpolitik.

Text: Wolf­gang Duschl

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