Bistum

Klare Kante gegen Rassismus

Redaktion am 16.03.2026

Andreas Trpak. Info Icon Foto: can/mr
Andreas Trpak hat die Ausstellung „Rassismus? – Nicht mit mir!“ konzipiert und realisiert. Sie ist im Treppenhaus des Konradinums in Passau zu sehen und begleitet die Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Ausstellung im Konradinum setzt Zeichen – Caritas ruft zum Hinsehen und Handeln auf

Zwölf Tafeln im Trep­pen­haus des Kon­ra­din­ums sor­gen der­zeit dafür, dass Besu­cher immer wie­der ste­hen blei­ben – und über Ras­sis­mus im All­tag nach­den­ken. Die Aus­stel­lung Ras­sis­mus? – Nicht mit mir!“ des Künst­lers Andre­as Trpak ist Teil der Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus, die vom 16. bis 29. März 2026 statt­fin­den. Sie greift Situa­tio­nen auf, die vie­len Men­schen im All­tag begeg­nen – oft unschein­bar, manch­mal deut­lich, aber für die Betrof­fe­nen immer verletzend.

Die Tafeln the­ma­ti­sie­ren typi­sche Sät­ze und Situa­tio­nen, die vie­le Men­schen ken­nen: Du sprichst aber gut Deutsch!“, Woher kommst du eigent­lich?“ oder schein­bar neu­gie­ri­ge Fra­gen, die Men­schen auf ihr Anders­sein redu­zie­ren. Ande­re Moti­ve zei­gen Dis­kri­mi­nie­rung auf dem Woh­nungs­markt oder ras­sis­ti­sche Belei­di­gun­gen im Sport. Die Aus­stel­lung macht deut­lich: Ras­sis­mus zeigt sich nicht nur in offe­nen Angrif­fen, son­dern häu­fig auch in Bemer­kun­gen oder Hal­tun­gen, die zunächst harm­los wirken.

Gera­de die­se For­men des soge­nann­ten All­tags­ras­sis­mus blei­ben oft unbe­ach­tet. Für die Betrof­fe­nen sind sie jedoch ver­let­zend, weil sie immer wie­der signa­li­sie­ren: Du gehörst nicht wirk­lich dazu. Die Tafeln grei­fen sol­che Situa­tio­nen auf, erklä­ren Hin­ter­grün­de und laden dazu ein, die eige­ne Per­spek­ti­ve zu hinterfragen.

Die Aus­stel­lung hängt bewusst im Trep­pen­haus des Kon­ra­din­ums in Pas­sau – einem Ort, an dem täg­lich vie­le Men­schen ein- und aus­ge­hen. Wer vor­bei­geht, wird unwei­ger­lich mit den Bot­schaf­ten kon­fron­tiert. Genau das ist beab­sich­tigt: Die Aus­stel­lung soll nicht nur betrach­tet wer­den, son­dern zum Nach­den­ken und zum Gespräch anregen.

Für den Cari­tas­ver­band für die Diö­ze­se Pas­sau e. V. ist das The­ma eng mit sei­nem christ­li­chen Selbst­ver­ständ­nis ver­bun­den. Die Wür­de jedes Men­schen ist unan­tast­bar – unab­hän­gig von Her­kunft, Haut­far­be oder Reli­gi­on. Als Cari­tas tre­ten wir klar gegen jede Form von Ras­sis­mus ein“, betont Vor­stän­din Andrea Ander­lik. Die Aus­stel­lung wol­le sen­si­bi­li­sie­ren und zugleich dazu ermu­ti­gen, im All­tag Hal­tung zu zeigen.

Auch Cari­tas-Vor­stand Ste­fan Sei­de­rer unter­streicht die Ver­ant­wor­tung jedes Ein­zel­nen: Ras­sis­mus beginnt oft im Klei­nen – in Wor­ten, Bli­cken oder Aus­gren­zung. Gera­de des­halb dür­fen wir nicht weg­schau­en. Als christ­li­che Orga­ni­sa­ti­on ste­hen wir für eine Kul­tur des Respekts und der Nächstenliebe.“

Die Tafeln zei­gen des­halb nicht nur Pro­blem­la­gen, son­dern auch Mög­lich­kei­ten, zu han­deln. Sie ermu­ti­gen dazu, auf­merk­sam zu sein, Betrof­fe­ne zu unter­stüt­zen und dis­kri­mi­nie­ren­de Aus­sa­gen nicht ein­fach ste­hen zu las­sen. Schon klei­ne Ges­ten der Soli­da­ri­tät kön­nen zei­gen: Du bist nicht allein.
Für Chris­tin­nen und Chris­ten hat die­se Hal­tung eine kla­re Grund­la­ge. Jesus Chris­tus hat immer wie­der Men­schen in die Mit­te gestellt, die von der Gesell­schaft aus-gegrenzt wur­den – Frem­de, Arme oder Kran­ke. Sei­ne Bot­schaft der Nächs­ten­lie­be erin­nert dar­an, dass jeder Mensch Geschöpf Got­tes ist und die­sel­be Wür­de besitzt.

Im Mat­thä­us­evan­ge­li­um sagt Jesus: Was ihr für einen mei­ner gerings­ten Brü­der getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Die­se Wor­te sind auch heu­te Auf­trag für Chris­tin­nen und Chris­ten. Sie rufen dazu auf, nicht weg­zu­se­hen, wenn Men­schen aus­ge­grenzt oder her­ab­ge­wür­digt werden.

Die Aus­stel­lung Ras­sis­mus? – Nicht mit mir!“ im Kon­ra­dinum lädt des­halb dazu ein, genau­er hin­zu­schau­en – und im All­tag kla­re Hal­tung zu zei­gen. Denn eine Gesell­schaft der Nächs­ten­lie­be ent­steht dort, wo Men­schen nicht schwei­gen, son­dern für die Wür­de aller eintreten.

Text: ex

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