In einer feierlichen Dankmesse in der St. Magdalenakirche hat sich am 12. April Pater Benjamin Bakowski OSPPE verabschiedet.
Zweieinhalb Jahre lang war Pater Benjamin Prior im Kloster St. Magdalena und stellvertretender Wallfahrtsrektor am Gnadenort; insgesamt fast 20 Jahre verbrachte er in Deutschland, vor allem im Heiligtum Mariahilf in Passau; die letzten sechs Jahre wirkte er als Provinzial der Pauliner in Deutschland. Jetzt geht es für ihn zurück nach Polen, denn am Marienwallfahrtsort in Tschenstochau wartet eine besondere Herausforderung auf ihn: im März haben ihn seine Mitbrüder zum neuen Generaloberen gewählt: „Bislang habe ich mich in Deutschland um fünf Klöster gekümmert, ab sofort lasten 72 Niederlassungen weltweit auf meinen Schultern“, fasste es Pater Benjamin selbst zusammen. Und weiter: „Ich weiß nicht, ob ich es besser mache, aber lustiger wird es auf jeden Fall.“
Pater Benjamin übernimmt eine Aufgabe, die er vermutlich ähnlich zupackend, offen und humorvoll angehen wird, wie ihn Altötting kennengelernt hat. Das „Herz Bayerns“ sei für ihn wie „Castel Gandolfo für den Papst“, stellte er in seinen Abschiedsworten mit einem Augenzwinkern fest. Ein Wallfahrtsort zwar, an dem viele Aufgaben zu bewältigen sind – aber eben auch ein ruhiger Ort, an dem man sich erholen könne.
Impressionen von der Verabschiedung
Dabei war der Anfang für Pater Benjamin in Deutschland alles andere als einfach, wie er zurückblickte. Ohne Deutschkenntnisse sei er von Rom nach Passau gekommen, und erst recht ohne Kenntnisse des bairischen Dialekts. „Gott, da bleibe ich nicht“, habe er zunächst gesagt – und ist dann doch fast 20 Jahre geblieben. Der jetzige Abschied falle ihm sehr schwer, denn „die Zeit in Altötting war für mich ein großes Geschenk“, wie er sagte, „geprägt von vielen Begegnungen, dem gemeinsamen Gebet und der Nähe zur Muttergottes“. Ausdrücklich dankte er allen, die ihn begleitet haben, v.a. den Mitbrüdern, dem Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl, der Administration, namentlich Leiterin Stefanie Stühler, Kanonikern, Mesnern, Ministranten, Pilgerbetreuern und dem Bürgermeister – auch Stephan Antwerpen war unter den Gottesdienstbesuchern, ebenso Zweite Bürgermeisterin Christine Burghart. Abschiede fielen schwer, „aber wir kommen und gehen – so sind wir Pauliner“, stellte Pater Benjamin fest. Wichtig sei es, „für alles offen zu sein was kommt im Leben“. Ausdrücklich bat Pater Benjamin um das Gebet für Berufungen und – auch wenn sonst die meisten Leute zuerst nach seinen Papageien fragten, die im Kloster leben, wie Pater Benjamin schmunzelnd feststellte – auch um das Gebet für ihn selbst.
Pater Benjamin schenkte Prälat Metzl zum Abschied ein Bild der Muttergottes im polnischen Nationalheiligtum auf dem Hellen Berg (Jasna Góra). Umgekehrt schenkte ihm der Wallfahrtsrektor eine Figur der Muttergottes von Altötting, die eine neue Heimat in seiner Wohnung in Tschenstochau finden wird, wie Pater Benjamin verriet.
Pater Benjamin stand dem Dank-Gottesdienst als Hauptzelebrant vor. Die Predigt aber hielt Prälat Metzl: „Hochwürdigster Herr General – lieber Pater Benjamin“, leitete er diese ein und betonte damit die „Spannung dieses Gottesdienstes“, denn mit dieser sei „ein lachendes und ein weinendes Auge verbunden“: dass der Paulinerorden einen neuen General gefunden hat, aber ein lieber Mitbruder den Gnadenort in Altötting verlässt. Mit Bezug auf das diesjährige Wallfahrtsmotto „Transitus – Übergang“ betonte Metzl, dass Übergänge, also Abschiede und Neuanfänge, fest zum Leben dazugehörten. Seinem scheidenden Stellvertreter wünschte er im neuen Amt, „dass du dir dein offenes und hörendes Herz bewahrst“. Anhand des Evangeliums über Erscheinungen Jesu vor den Jüngern nach seinem Tod am Kreuz (Joh 20, 19 – 31) stellte Metzl fest: Die Jünger seien resigniert und voller Angst gewesen, doch der Herr sei da und zeigte sich ihnen als auferstandener Retter. Eben dies mache den Osterglauben aus: Das letzte Wort habe nicht der Tod, sondern das Leben, und alle Gläubigen sollten „ihre Herzens-Türen“ öffnen, „damit der Friede Christi einzieht“.



