Kirche vor Ort

Abschied und Neubeginn

Redaktion am 13.04.2026

Paulinerpater Benjamin Bakowski und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
„Gnadenbild-Tausch“. Paulinerpater Benjamin Bakowski, der Altötting verlässt und als Generaloberer nach Polen zurückkehrt, bekam von Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl als Erinnerungsgeschenk eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes; als Gegengeschenk erhielt Metzl eine Kopie des Gnadenbildes von Tschenstochau.

In einer feierlichen Dankmesse in der St. Magdalenakirche hat sich am 12. April Pater Benjamin Bakowski OSPPE verabschiedet.

Zwei­ein­halb Jah­re lang war Pater Ben­ja­min Pri­or im Klos­ter St. Mag­da­le­na und stell­ver­tre­ten­der Wall­fahrts­rek­tor am Gna­den­ort; ins­ge­samt fast 20 Jah­re ver­brach­te er in Deutsch­land, vor allem im Hei­lig­tum Maria­hilf in Pas­sau; die letz­ten sechs Jah­re wirk­te er als Pro­vin­zi­al der Pau­li­ner in Deutsch­land. Jetzt geht es für ihn zurück nach Polen, denn am Mari­en­wall­fahrts­ort in Tschen­sto­ch­au war­tet eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung auf ihn: im März haben ihn sei­ne Mit­brü­der zum neu­en Gene­ral­obe­ren gewählt: Bis­lang habe ich mich in Deutsch­land um fünf Klös­ter geküm­mert, ab sofort las­ten 72 Nie­der­las­sun­gen welt­weit auf mei­nen Schul­tern“, fass­te es Pater Ben­ja­min selbst zusam­men. Und wei­ter: Ich weiß nicht, ob ich es bes­ser mache, aber lus­ti­ger wird es auf jeden Fall.“

Pater Ben­ja­min über­nimmt eine Auf­ga­be, die er ver­mut­lich ähn­lich zupa­ckend, offen und humor­voll ange­hen wird, wie ihn Alt­öt­ting ken­nen­ge­lernt hat. Das Herz Bay­erns“ sei für ihn wie Cas­tel Gan­dol­fo für den Papst“, stell­te er in sei­nen Abschieds­wor­ten mit einem Augen­zwin­kern fest. Ein Wall­fahrts­ort zwar, an dem vie­le Auf­ga­ben zu bewäl­ti­gen sind – aber eben auch ein ruhi­ger Ort, an dem man sich erho­len könne.

Impressionen von der Verabschiedung

In einer feierlichen Dankmesse in der St. Magdalenakirche hat sich am 12. April 2026 Pater Benjamin Bakowski OSPPE aus Altötting nach Tschenstochau verabschiedet.
In einer feierlichen Dankmesse in der St. Magdalenakirche hat sich am 12. April 2026 Pater Benjamin Bakowski OSPPE aus Altötting nach Tschenstochau verabschiedet.
In einer feierlichen Dankmesse in der St. Magdalenakirche hat sich am 12. April 2026 Pater Benjamin Bakowski OSPPE aus Altötting nach Tschenstochau verabschiedet. Pater Benjamin (M.) war Hauptzelebrant der Messe.
In einer feierlichen Dankmesse in der St. Magdalenakirche hat sich am 12. April 2026 Pater Benjamin Bakowski OSPPE aus Altötting nach Tschenstochau verabschiedet. Pater Benjamin (M.) war Hauptzelebrant der Messe.
In einer feierlichen Dankmesse in der St. Magdalenakirche hat sich am 12. April 2026 Pater Benjamin Bakowski OSPPE aus Altötting nach Tschenstochau verabschiedet. Bild: Pater Benjamin und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl.
Paulinerpater Benjamin Bakowski, der Altötting verlässt und als Generaloberer nach Polen zurückkehrt, bekam von Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl als Erinnerungsgeschenk eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes; als Gegengeschenk erhielt Metzl eine Kopie des Gnadenbildes von Tschenstochau.
Stehempfang im Kloster St. Magdalena: Pater Benjamin mit (v.r.) Bürgermeister Stephan Antwerpen, Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl und Sr. Elisabeth Freund, Oberin der Congregatio Jesu in Altötting.
Stehempfang im Kloster St. Magdalena: Pater Benjamin begrüßt den jüngsten Gast. Rechts Stiftsmesner Martin Kopietz und Ehe­frau Lisa-Maria.

Dabei war der Anfang für Pater Ben­ja­min in Deutsch­land alles ande­re als ein­fach, wie er zurück­blick­te. Ohne Deutsch­kennt­nis­se sei er von Rom nach Pas­sau gekom­men, und erst recht ohne Kennt­nis­se des bai­ri­schen Dia­lekts. Gott, da blei­be ich nicht“, habe er zunächst gesagt – und ist dann doch fast 20 Jah­re geblie­ben. Der jet­zi­ge Abschied fal­le ihm sehr schwer, denn die Zeit in Alt­öt­ting war für mich ein gro­ßes Geschenk“, wie er sag­te, geprägt von vie­len Begeg­nun­gen, dem gemein­sa­men Gebet und der Nähe zur Mut­ter­got­tes“. Aus­drück­lich dank­te er allen, die ihn beglei­tet haben, v.a. den Mit­brü­dern, dem Stadt­pfar­rer und Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl, der Admi­nis­tra­ti­on, nament­lich Lei­te­rin Ste­fa­nie Stüh­ler, Kano­ni­kern, Mes­nern, Minis­tran­ten, Pil­ger­be­treu­ern und dem Bür­ger­meis­ter – auch Ste­phan Ant­wer­pen war unter den Got­tes­dienst­be­su­chern, eben­so Zwei­te Bür­ger­meis­te­rin Chris­ti­ne Burg­hart. Abschie­de fie­len schwer, aber wir kom­men und gehen – so sind wir Pau­li­ner“, stell­te Pater Ben­ja­min fest. Wich­tig sei es, für alles offen zu sein was kommt im Leben“. Aus­drück­lich bat Pater Ben­ja­min um das Gebet für Beru­fun­gen und – auch wenn sonst die meis­ten Leu­te zuerst nach sei­nen Papa­gei­en frag­ten, die im Klos­ter leben, wie Pater Ben­ja­min schmun­zelnd fest­stell­te – auch um das Gebet für ihn selbst.

Pater Ben­ja­min schenk­te Prä­lat Metzl zum Abschied ein Bild der Mut­ter­got­tes im pol­ni­schen Natio­nal­hei­lig­tum auf dem Hel­len Berg (Jas­na Góra). Umge­kehrt schenk­te ihm der Wall­fahrts­rek­tor eine Figur der Mut­ter­got­tes von Alt­öt­ting, die eine neue Hei­mat in sei­ner Woh­nung in Tschen­sto­ch­au fin­den wird, wie Pater Ben­ja­min verriet.

Pater Ben­ja­min stand dem Dank-Got­tes­dienst als Haupt­ze­le­brant vor. Die Pre­digt aber hielt Prä­lat Metzl: Hoch­wür­digs­ter Herr Gene­ral – lie­ber Pater Ben­ja­min“, lei­te­te er die­se ein und beton­te damit die Span­nung die­ses Got­tes­diens­tes“, denn mit die­ser sei ein lachen­des und ein wei­nen­des Auge ver­bun­den“: dass der Pau­li­ner­or­den einen neu­en Gene­ral gefun­den hat, aber ein lie­ber Mit­bru­der den Gna­den­ort in Alt­öt­ting ver­lässt. Mit Bezug auf das dies­jäh­ri­ge Wall­fahrts­mot­to Tran­si­tus – Über­gang“ beton­te Metzl, dass Über­gän­ge, also Abschie­de und Neu­an­fän­ge, fest zum Leben dazu­ge­hör­ten. Sei­nem schei­den­den Stell­ver­tre­ter wünsch­te er im neu­en Amt, dass du dir dein offe­nes und hören­des Herz bewahrst“. Anhand des Evan­ge­li­ums über Erschei­nun­gen Jesu vor den Jün­gern nach sei­nem Tod am Kreuz (Joh 20, 19 – 31) stell­te Metzl fest: Die Jün­ger sei­en resi­gniert und vol­ler Angst gewe­sen, doch der Herr sei da und zeig­te sich ihnen als auf­er­stan­de­ner Ret­ter. Eben dies mache den Oster­glau­ben aus: Das letz­te Wort habe nicht der Tod, son­dern das Leben, und alle Gläu­bi­gen soll­ten ihre Her­zens-Türen“ öff­nen, damit der Frie­de Chris­ti einzieht“.

Michael
Glaß

Redakteur

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