Bistum

Wo Lernen begreifbar wird

Redaktion am 29.06.2026

Lernwerkstatt Religionsunterricht der Uni Passau Info Icon Foto: Lisa Schregle
Intensiver Austausch: Eine Gruppe während des Workshops „Erlebnispädagogische Spiele“ im Rahmen der Lernwerkstatt Religionsunterricht der Uni Passau.

Die Lernwerkstatt Religionsunterricht der Uni Passau feiert 25-jähriges Bestehen.

Wer am Mitt­woch, 17. Juni, nach­mit­tags die Tür zur KT“, dem Depart­ment der katho­li­schen Theo­lo­gie der Uni­ver­si­tät Pas­sau, öff­ne­te, dem schall­te fröh­li­ches Stim­men­ge­wirr ent­ge­gen: Die Lern­werk­statt Reli­gi­ons­un­ter­richt fei­er­te Geburts­tag, sie hat­te das Vier­tel­jahr­hun­dert vollgemacht.

Doch die­se Geburts­tags­fei­er war kein ent­spann­tes Zusam­men­sit­zen bei Kaf­fee und Kuchen, son­dern viel­mehr ein ech­tes Erleb­nis für alle Sin­ne. Denn die Gäs­te waren ein­ge­la­den, bei Work­shops Ein­bli­cke in das Pro­gramm der Lern­werk­statt zu bekom­men und für einen Moment selbst wie­der zu Ler­nen­den zu werden.

So wur­de gezeigt, wie bibli­sche Sal­ben zum Seg­nungs­ri­tu­al selbst her­ge­stellt wer­den kön­nen. Des Wei­te­ren konn­te man sehen, wie sich bei den Jesus­Spray­ern“ – ein Pro­gramm, in dem reli­giö­se Sprü­che auf ver­schie­de­ne Stadt­bil­der von Pas­sau gesprüht wer­den – neue, manch­mal auch pro­vo­zie­ren­de Zugän­ge zu bekann­ten Orten und ver­trau­ten Tex­ten erge­ben kön­nen. Beim Laby­rinth luden ver­schie­de­ne Sta­tio­nen im Gehen zum Nach­den­ken und Reflek­tie­ren ein, wäh­rend beim Lach­yo­ga ohne Grund herz­lich gelacht wer­den durfte.

Im Work­shop Erleb­nis­päd­ago­gi­sche Spie­le“ beka­men die Inter­es­sier­ten gezeigt, wie man dadurch Zusam­men­halt und Gemein­schafts­ge­fühl in einer Klas­se stär­ken kann, wäh­rend beim soge­nann­ten Kami­shi­bai“, ein japa­ni­sches Papier­thea­ter, demons­triert wur­de, wie sich die Kraft der Bil­der und Erzäh­lun­gen umset­zen und gestal­ten lässt. All die­se Ein­bli­cke sind nur ein klei­ner Teil der in den 25 Jah­ren über 254 ent­wor­fe­nen Kon­zep­te, bei denen es jeweils dar­um geht, die Inhal­te des Reli­gi­ons­un­ter­richts den Kin­dern und Jugend­li­chen der jewei­li­gen Schul­for­men greif­bar und spür­bar zu machen.

Info Icon Foto: Lisa Schregle
Die Verantwortlichen und Wegbegleiter der Lernwerkstatt Religionsunterricht der Uni Passau (v.l.): Departmentsprecher Professor Dr. Markus Weißer, Lernwerkstatt-Verantwortlicher Dr. Rudolf Sitzberger, Uni-Vizepräsidentin Prof. Dr. Bettina Noltenius, Lernwerkstatt-Gründer Prof. Dr. Hans Mendl und Schulrat i.K. Rudolf Lentner, Leiter des Religionspädagogischen Seminars am Bistum Passau.

Doch was ist die Lern­werk­statt Reli­gi­ons­un­ter­richt eigent­lich? Es geht um ein päd­ago­gi­sches Kon­zept, das unter der Lei­tung des Inha­bers des Lehr­stuhls für Reli­gi­ons­päd­ago­gik, Prof. Dr. Hans Mendl, ent­stan­den ist und zusam­men mit sei­nem Mit­ar­bei­ter Dr. Rudolf Sitz­ber­ger, Aka­de­mi­scher Direk­tor an der Uni­ver­si­tät Pas­sau, seit vie­len Jah­ren ent­wi­ckelt und gepflegt wird. Hin­ter der Werk­statt steht ein gan­zes Team aus Refe­ren­ten, wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­tern, stu­den­ti­schen Hilfs­kräf­ten und Stu­die­ren­den, die Ver­ant­wor­tung über­neh­men und nach eini­gen Pro­jek­ten Zer­ti­fi­ka­te erwer­ben kön­nen. Päd­ago­gi­sche und didak­ti­sche Pro­gram­me wer­den in Zusam­men­ar­beit von Stu­die­ren­den mit bereits mit dem Stu­di­um fer­ti­gen und an allen Schul­for­men, teil­wei­se seit vie­len Jah­ren täti­gen Lehr­kräf­ten ent­wor­fen. Von- und mit­ein­an­der ler­nen, wei­ter­kom­men und die Kon­zep­te spä­ter im eige­nen Unter­richt anwen­den – genau dar­um geht es.

Die auf die Work­shops fol­gen­de Fei­er­stun­de wur­de von Prof Dr. Bet­ti­na Nol­te­ni­us, Vize­prä­si­den­tin der Uni­ver­si­tät Pas­sau, ein­ge­lei­tet, die über das Ler­nen in Zei­ten der Digi­ta­li­sie­rung und KI sprach. Anschlie­ßend ver­glich Rudolf Lent­ner, Lei­ter des Reli­gi­ons­päd­ago­gi­schen Semi­nars am Bis­tum Pas­sau, die Lern­werk­statt mit einer Bau­stel­le, deren Betre­ten jedoch aus­drück­lich erwünscht sei. Lern­werk­stät­ten sei­en gekenn­zeich­net durch ein hohes Maß an Unfer­tig­keit. Der Stu­di­en­rat i.K. beschrieb Ler­nen auch als das Ver­las­sen des eige­nen Sicherheitsbereichs.

Im Anschluss folg­te Pro­fes­sor Dr. Mar­kus Wei­ßer, Inha­ber des Lehr­stuhls für Dog­ma­ti­sche Theo­lo­gie und Gegen­warts­fra­gen sowie Depart­ment­spre­cher, der sich beim kom­plet­ten Team inklu­si­ve aller betei­lig­ten Stu­die­ren­den bedank­te und eben­falls an die Wich­tig­keit einer sta­bi­len und funk­tio­nie­ren­den Lern­werk­statt, gera­de in der jet­zi­gen Zeit, erinnerte.

Schließ­lich berich­te­ten Mendl und Sitz­ber­ger über die Geschich­te und Ent­wick­lung der Lern­werk­statt und zeig­ten Fotos von Beginn an, was im Publi­kum für Erhei­te­rung sorg­te, da auch Teil­neh­men­de der ers­ten Stun­de im gut gefüll­ten Hör­saal waren.

Zum Schluss wur­den noch Zer­ti­fi­ka­te an zwei sehr akti­ve Stu­die­ren­de – Anna Eichin­ger und Anna­le­na Stoi­ber – über­reicht, die nun bei meh­re­ren Pro­jek­ten am Stück enga­giert waren.

Musi­ka­lisch umrahmt wur­de die Fei­er­stun­de von den drei Stu­die­ren­den Anna Eichin­ger, Kili­an Nie­der­stei­ner und Sarah Schönstetter.

Es folg­te ein gut besuch­ter Wort­got­tes­dienst in der Kir­che St. Micha­el. Abge­run­det wur­de die rund­um gut gelun­ge­ne und sehr schön gestal­te­te Ver­an­stal­tung mit dem Som­mer­fest der KT.

Text und Fotos: Lisa Schregle

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