Weltkirche

Eine Große, weil sie klein sein wollte

Redaktion am 31.05.2022

2022 05 31 pb alb reliquienschrein therese von lisieux1 Foto: Roswitha Dorfner
Vorbild: Prälat Klaus Metzl stellte den „kleinen Weg“ der hl. Thérèse von Lisieux vor. Der Reliquiensschrein der Heiligen war Ende Mai in Altötting.

Anlässlich des 50. Jubiläumsjahres des Theresienwerks reist derzeit ein Reliquienschrein der heiligen Thérèse von Lisieux durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ende Mai machte dieser für drei Tage Station in Altötting.

Sie will klein sein und genau dar­in besteht ihre Grö­ße“, fass­te Prä­lat Klaus Metzl das Leben der Thé­rè­se von Lisieux (18731897) zusam­men. Der Alt­öt­tin­ger Stadt­pfar­rer und Wall­fahrts­rek­tor hielt die Pre­digt nach dem fei­er­li­chen Ein­zug des Reli­qui­en­schreins in die Basi­li­ka St. Anna am Sonn­tag, 29. Mai. Er stell­te den Zuhö­rern den sog. klei­nen Weg der Lie­be“ der fran­zö­si­schen Ordens­frau vor, die sehr jung an einer Tuber­ku­lo­se­er­kran­kung ver­stor­ben und bereits 1925 hei­lig­ge­spro­chen wor­den war.

2022 05 31 pb alb reliquienschrein therese von lisieux2 Foto: Roswitha Dorfner
Anlässlich des 50. Jubiläumsjahres des Theresienwerks reist derzeit ein Reliquienschrein der heiligen Thérèse von Lisieux durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ende Mai machte dieser für drei Tage Station in Altötting. Viele Gläubige nutzten die Möglichkeit zur Verehrung.

Außer­dem zitier­te Prä­lat Metzl viel aus den Schrif­ten der Kar­me­li­tin, die 1997 zur Kir­chen­leh­re­rin erho­ben wor­den war, etwa: Die Hei­lig­keit besteht nicht in die­ser oder jener Übung. Sie grün­det in einer Ver­fas­sung unse­res Her­zens, die uns demü­tig und klein macht in den Armen Got­tes, ein­ge­denk unse­rer Schwach­heit, bis zur Kühn­heit ver­trau­end auf sei­ne Güte als Vater.“ Eben die­se Hin­ga­be an Gott und ihre Zunei­gung zu ihren Mit­men­schen, die Thé­rè­se in klei­nen, all­täg­li­chen Ges­ten äußer­te, ist das Beson­de­re ihres Lebenswegs.

2022 05 31 pb alb reliquienschrein therese von lisieux3 Foto: Roswitha Dorfner
Anlässlich des 50. Jubiläumsjahres des Theresienwerks reist derzeit ein Reliquienschrein der heiligen Thérèse von Lisieux durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ende Mai machte dieser für drei Tage Station in Altötting. Viele Gläubige nutzten die Möglichkeit zur Verehrung. Im Bild: Lobpreis, Impuls und die Möglichkeit zur Anbetung, organisiert von der Jugend-Gruppe „Nightfire“.

Das The­re­si­en­werk möch­te die­sen klei­nen Weg“ und die Spi­ri­tua­li­tät der Hei­li­gen bewusst machen und wach­hal­ten. Der Wall­fahrts­ort Alt­öt­ting half ger­ne mit. Wäh­rend der zwei Tage, als er den Reli­qui­en­schrein beher­berg­te, orga­ni­sier­te er meh­re­re Ver­an­stal­tun­gen. So bot die Jugend-Grup­pe Night­fi­re“ am Sonn­tag­abend einen Lob­preis, Impuls und die Mög­lich­keit zur Anbe­tung an – mit dem Titel High­way to Hea­ven: der klei­ne Weg der hei­li­gen The­re­se“; P. Georg Gan­tio­ler FSO, der Lei­ter des The­re­si­en­wer­kes, hielt dazu einen Vor­trag. Am Mon­tag fan­den zwei Got­tes­diens­te mit Mög­lich­kei­ten der Betrach­tung und Ver­eh­rung statt – vor­mit­tags mit Kapu­zi­ner­pa­ter Br. Mari­nus Par­zin­ger, nach­mit­tags mit Bru­der Micha­el Sam. FLUHM. Mon­tag­abends prä­sen­tier­te die Gemein­schaft Emma­nu­el Lie­der und Tex­te zu Thé­rè­se von Lisieux; anschlie­ßend gab es die Mög­lich­keit zur Anbe­tung und den Eucha­ris­ti­schen Segen. Am Diens­tag, 31. Mai, fand erneut ein Got­tes­dienst mit Prä­lat Metzl statt; anschlie­ßend ver­ab­schie­de­te der Stadt­pfar­rer den Reli­qui­en­schrein und sand­te ihn aus zur nächs­ten Sta­ti­on: die Pfarr­kir­che Rams­dorf St. Johan­nes der Täu­fer in Wal­ler­fing. Noch bis zum 21. Juni wird der Schrein auf Rei­sen sein.

Der Reliquienschrein der heiligen Thérèse von Lisieux in Altötting – Impressionen

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Dass sich die­se Rei­se ren­tiert, und dass das Leben der hei­li­gen Thé­rè­se den Men­schen auch heu­te noch wich­ti­ge Impul­se geben kann, ver­deut­lich­te Prä­lat Metzl bei sei­ner Pre­digt am 29. Mai: Wer Jesus Chris­tus fin­den will, der muss sich auf den kon­kre­ten Weg der Nach­fol­ge ein­las­sen“, beton­te er. Umso wich­ti­ger sei­en glaub­wür­di­ge Zeu­gen und Vor­bil­der. Im Leben der hei­li­gen Thé­rè­se wer­de deut­lich: Im kon­kre­ten Christ-Sein geht es nicht um theo­re­ti­sche Trak­ta­te, son­dern um das Zeug­nis für die Wahr­heit – um das Zeug­nis für Jesus Chris­tus.“ Jeder kön­ne im klei­nen Weg der Chris­tus-Nach­fol­ge Hei­lig­keit und ewi­ges Leben finden“.

Michael Glass

Michael Glaß

Redakteur

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