Soziales

Bei der Leserreise den Sommer verlängert

Redaktion am 27.10.2025

Piazza dell' Unità d`Italia in Triest die roten Teppiche ausgerollt Info Icon Uschi Friedenberger
An der Piazza dell' Unità d`Italia in Triest wurden für die Gäste aus dem Bistum Passau quasi die roten Teppiche ausgerollt.

Die Bistumsblatt-Abschlussfahrt dieses Jahres führte nach Bella Italia: Den Sommer verlängert haben 38 Teilnehmer bei der letzten diesjährigen Leserreise. Im Bus der Firma Fürst Reisen ging es bei Traumwetter für fünf Tage in die Sonne Italiens. 

Stelle beim Bahnhof Nova Gorica, wo früher die Mauer verlief Info Icon Uschi Friedenberger

Das Herz die­ser Fahrt war der Besuch in Görz (ita­lie­nisch Gori­zia; slo­we­nisch Nova Gori­ca). In der Euro­päi­schen Kul­tur­haupt­stadt 2025 wan­del­te die Grup­pe auf den Spu­ren der wech­sel­vol­len Geschich­te die­ser Regi­on. Görz gehör­te einst zu Öster­reich, wur­de nach dem 1. Welt­krieg Ita­li­en ange­schlos­sen, ver­lor nach dem 2. Welt­krieg einen Teil an das dama­li­ge Jugo­sla­wi­en und wur­de fort­an durch die Gör­zer Mau­er geteilt. Grenz­zaun und Mau­er sind gefal­len und so mach­ten die Rei­sen­den aus Bay­ern Erin­ne­rungs­fo­tos an einer Stel­le beim Bahn­hof Nova Gori­ca, wo frü­her die Mau­er ver­lief und man heu­te mit einem Bein in Ita­li­en, mit dem ande­ren in Slo­we­ni­en ste­hen kann. Abge­run­det wur­de der Tag durch eine stil­vol­le Wein­pro­be im Schloss, die in wun­der­ba­rer Erin­ne­rung blei­ben wird. In die­sem Cas­tel­lo di Spes­sa weil­te bereits im Jah­re 1773 Gia­co­mo Casa­no­va als ospi­te illus­tre“ (berühm­ter Besu­cher), wor­an eine Sta­tue in der Schloss­an­la­ge erinnert. 

Die Rei­se­freun­de ent­deck­ten im Lau­fe der Fahrt leb­haf­te Städ­te wie Udi­ne und Tri­est. Das Hotel in Gra­do ließ kei­ne Wün­sche offen und lag so zen­tral in der Fuß­gän­ger­zo­ne, dass die unter­neh­mungs­lus­ti­gen Bis­tums­blatt-Leser schon mor­gens am Meer den Son­nen­auf­gang genie­ßen und abends noch bum­meln gehen konn­ten. So blieb für die Grup­pe, die sich wun­der­bar ver­stand, viel Zeit für Dol­ce Vita mit Meer, Eis, Wein, Cap­puc­ci­no und Sonne. 

Viel zu schnell kam der Tag der Heim­fahrt. Aber da war­te­te noch ein Höhe­punkt auf die Rei­se­freun­de: Sie besuch­ten in Redi­pu­glia den größ­ten Sol­da­ten­fried­hof Ita­li­ens, eine Gedenk­stät­te für über 100.000 gefal­le­ne Sol­da­ten des 1. Welt­kriegs. An der höchs­ten Stel­le die­ses Mahn­mals liegt eine Kapel­le, in der die baye­ri­schen Besu­cher einen stim­mungs­vol­len Sonn­tags-Got­tes­dienst feierten. 

Gottesdienst in der Kirche beim Soldatenfriedhof in Redipuglia Info Icon Uschi Friedenberger
Gottesdienst in der Kirche beim Soldatenfriedhof in Redipuglia, dem größten Soldatenfriedhof in Italien, mit Pfarrer Klaus Hoheisel.

Pfar­rer Klaus Hoh­ei­sel aus Alt­rei­chen­au, einer der Mit­rei­sen­den, stell­te an die­sem denk­wür­di­gen Ort, wo so vie­le Sol­da­ten sinn­los gestor­ben sind, das The­ma Frie­den in den Mit­tel­punkt: Die Erde ist schön, es liebt sie der Herr, haben wir im Ein­gangs­lied gesun­gen. Aber nicht jeder liebt die Erde und die Mitmenschen.”

Gottesdienst am in der Kirche Info Icon Uschi Friedenberger

Die Erde ist schön, es liebt sie der Herr, haben wir im Ein­gangs­lied gesun­gen. Aber nicht jeder liebt die Erde und die Mitmenschen.”

Pfarrer Klaus Hoheisel aus Altreichenau

Zei­chen dafür sei­en die Krie­ge in der Welt. Mon­si­gno­re Hoh­ei­sel mein­te erschüt­tert: : Jedes Mal, wenn ich von Kriegs­to­ten höre, fällt bei mir der Ver­stand aus. Ich kann es nicht begrei­fen, war­um sich Men­schen gegen­sei­tig die Schä­del ein­schla­gen. Der Pfar­rer wei­ter: Mensch, denk doch mal nach und wenn du sagst, dass du ein Christ bist, dann hand­le danach!“ Und so hoff­te der Pfar­rer, dass die Rei­se in die­ses einst so umkämpf­te Gebiet auch nach­denk­lich machen möge.

Jedes Mal, wenn ich von Kriegs­to­ten höre, fällt bei mir der Ver­stand aus. Ich kann es nicht begrei­fen, war­um sich Men­schen gegen­sei­tig die Schä­del ein­schla­gen.“ Der Pfar­rer wei­ter: Mensch, denk doch mal nach und wenn du sagst, dass du ein Christ bist, dann hand­le danach!“ Und so hoff­te der Pfar­rer, dass die Rei­se in die­ses einst so umkämpf­te Gebiet auch nach­denk­lich machen möge.”

Pfarrer Klaus Hoheisel aus Altreichenau

Mit einem kräf­ti­gen Gib uns Frie­den jeden Tag“ klang die­ser Got­tes­dienst aus, bevor es für die Teil­neh­mer zurück in die Hei­mat ging. 

Ursula
Friedenberger

Redakteurin

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