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Bistum

Corona stoppt Priesterweihe

Wolfgang Krinninger am 09.03.2021

Bosnayi PB info-icon-20px Foto: Hintermayr/pbp
Auf dem Weg zum Priesteramt: Peter Bosanyi (Mitte) nach seiner Weihe zum Diakon mit Regens Martin Dengler und Bischof Stefan Oster. Bis zu seiner Priesterweihe muss er sich noch etwas gedulden. Sie findet nicht wie geplant heuer statt, sondern erst im kommenden Jahr.

Die Pandemie hat auch auf das kirchliche Leben massive Auswirkungen. Eine davon: Peter Bosanyi wird heuer nicht zum Priester geweiht, sondern erst im kommenden Jahr. Der Grund: Das Virus hat die Ausbildung in Pfarrei und Schule stark beeinträchtigt.

Die Wahr­heit in Lie­be ver­kün­den (Eph 4,15) – der Leit­spruch des ver­stor­be­nen Regens­bur­ger Bischofs Man­fred Mül­ler spornt auch Peter Bosanyi für sein Leben als Geist­li­cher an, wie er im Gespräch vor sei­ner Wei­he zum Dia­kon am 5. Dezem­ber 2020 erklär­te. Aller­dings muss er sich noch ein Jahr gedul­den, bis er sei­ne Auf­ga­ben tat­säch­lich auch als Pries­ter wahr­neh­men kann. Die am 26. Juni geplan­te Wei­he des 27-Jäh­ri­gen aus Vorn­bach am Inn ist um ein Jahr ver­scho­ben wor­den, wie Regens Mar­tin Deng­ler auf Nach­fra­ge des Pas­sau­er Bis­tums­blat­tes bestä­tig­te. Schuld dar­an sind die vie­len durch die Coro­na-Pan­de­mie not­wen­dig gewor­de­nen Ein­schrän­kun­gen im öffent­li­chen Leben, die natür­lich auch Schu­le und Pfar­rei betreffen.

Seit Dezem­ber hat es kei­nen nor­ma­len Reli­gi­ons­un­ter­richt mehr gege­ben“, erklärt der Regens. Und auch in der Pas­to­ral vor Ort sei vie­les ganz anders als sonst. Und das in den Mona­ten, die wesent­lich für die prak­ti­sche Aus­bil­dung eines ange­hen­den Pries­ters sei­en. Der Schwer­punkt der pas­to­ra­len Aus­bil­dung liegt zwi­schen der Dia­kon­wei­he und Ostern“, erklärt Deng­ler. Doch im Lock­down war an eine nor­ma­le Aus­bil­dung nicht zu den­ken, auch wenn sich der Gra­fen­au­er Stadt­pfar­rer Kajetan Stein­bei­ßer, in des­sen Team Bosanyi im Ein­satz ist, sehr enga­gie­re. Aus die­sem Grund fiel schließ­lich in enger Abstim­mung mit Bischof Ste­fan Oster die Ent­schei­dung, die Wei­he auf das kom­men­de Jahr zu ver­le­gen. Wir ste­hen in der Ver­ant­wor­tung, dass unse­re Pries­ter auch auf den All­tag in den Pfar­rei­en wirk­lich gut vor­be­rei­tet sind“, fasst Deng­ler zusammen.

Ich habe gelernt, Din­ge, die ich sel­ber nicht ändern kann, hin­zu­neh­men“, sagt Peter Bosanyi und bringt damit auch zum Aus­druck, dass er nicht begeis­tert war über die Ver­schie­bung der Wei­he. Aller­dings habe sich die­se Ent­schei­dung schon abge­zeich­net und er kön­ne auch nach­voll­zie­hen, dass es für die Ver­ant­wort­li­chen aus dem Bis­tum dar­auf ankom­me, dass er per­fekt vor­be­rei­tet sei­ne Kaplan­stel­le antre­te. Genau dafür wol­le er die­ses zusätz­li­che Jahr nun nut­zen.

Dass er sei­ne Pries­ter­wei­he 2022 viel­leicht auch grö­ßer fei­ern kann als er es heu­er gekonnt hät­te, weil sich dann der Klam­mer­griff der Coro­na-Pan­de­mie etwas gelöst haben wird, ist für Peter Bosanyi kein Argu­ment des Tros­tes: Die letz­ten Mona­te hät­ten gezeigt, wie schlecht es vie­len Men­schen geht, wie vie­le sich um ihre Exis­tenz sor­gen müs­sen. Da sei ein gro­ßes Fest nicht zeit­ge­mäß. Lie­ber spen­de er das gespar­te Geld für einen guten Zweck. So habe er es auch bei der Dia­kon­wei­he gemacht.

Auch Ständiger Diakon wird erst im Jahr 2022 geweiht

S10 ragaller PB info-icon-20px Wolfgang Krinninger

Ähn­lich wie Pries­ter­amt­skan­di­dat Peter Bosanyi ergeht es Andre­as Ragal­ler: Auch sei­ne Wei­he zum Stän­di­gen Dia­kon, die im Okto­ber geplant gewe­sen wäre, wird um ein Jahr ver­scho­ben. Und auch der Grund ist der­sel­be: Die prak­ti­sche Aus­bil­dung ist in Zei­ten der Pan­de­mie zu kurz gekom­men, wie Dr. Anton Cuf­f­a­ri, der Bischöf­li­che Beauf­trag­te für den Stän­di­gen Dia­ko­nat, erklärt. Ragal­ler, Vater von vier Kin­dern und im Haupt­be­ruf Sach­ver­stän­di­ger beim TÜV, wird des­halb ein Jahr län­ger im Pfarr­ver­band Sim­bach am Inn bei Pfar­rer Joa­chim Stein­feld Erfah­run­gen sammeln.

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Wolfgang Krinninger

Chefredakteur