Bistum

Auf die Jugend zugehen

Redaktion am 13.11.2023

Info Icon Foto: Susanne Schmidt / pbp
Gute Jugendarbeit ist entscheidend für die Zukunft der Kirche: Davon ist der neue Jugendpfarrer Hubertus Kerscher fest überzeugt. Entsprechend motiviert geht er an diese Aufgabe heran.

Das Bistum Passau hat einen neuen Leiter der Abteilung Jugendpastoral und BDKJ-Diözesanpräses. Hubertus Kerscher löst im Amt des Jugendpfarrer Pfarrer Wolfgang De Jong nach neun Jahren ab. Wer ist dieser Kaplan Kerscher?

Die Fami­lie Ker­scher ist im Raum Pas­sau vor allem einer Sache wegen bekannt: der Bäcke­rei. Auch wenn er das Fami­li­en­un­ter­neh­men sehr schätzt, ent­schied sich der Bäckers­sohn aus Hasel­bach bei Tie­fen­bach für einen ande­ren Weg. Er woll­te Pries­ter wer­den. Ich war in mei­ner Hei­mat­pfar­rei Ober­mi­nis­trant, Orga­nist und zeit­gleich bei den J‑GCL, einem unse­rer katho­li­schen Jugend­ver­bän­de, enga­giert. Von daher hat­te ich die Idee mit dem Pries­ter­tum schon län­ger im Hin­ter­kopf“, erzählt Huber­tus Ker­scher. Als ich mich dann nach dem Abitur ent­schei­den muss­te, was ich jetzt mache, ist mir – im posi­ti­ven Sinn – nichts Bes­se­res ein­ge­fal­len, als die Sache mit dem Pries­ter­se­mi­nar mal aus­zu­pro­bie­ren. Im Lau­fe des Stu­di­ums ist aus dem Aus­pro­bie­ren dann eine fes­te Ent­schei­dung geworden.“

Ker­scher stu­dier­te in Regens­burg und Syd­ney Theo­lo­gie. Dort lern­te er ein paar sei­ner heu­te engs­ten Freun­de ken­nen und ent­deck­te sei­ne Lie­be zur Theo­lo­gie. Nach sei­ner Pries­ter­wei­he im Jahr 2018 wur­de er im Pfarr­ver­band Pocking ein­ge­setzt und 2021 folg­te ein neben­be­ruf­li­ches Pro­mo­ti­ons­stu­di­um am Lehr­stuhl für Altes Tes­ta­ment an der Uni­ver­si­tät Regensburg. 

Die Jugend­ar­beit ist ihm nicht unbe­kannt. Schon in sei­ner Jugend war er ehren­amt­lich in der Jugend­ar­beit tätig, berich­tet der jun­ge Pries­ter. Dann kam noch die haupt­amt­li­che Per­spek­ti­ve dazu, da ich zuletzt für die 80 Minis­tran­tin­nen und Minis­tran­ten im Pfarr­ver­band zustän­dig war.“ Das habe er sehr ger­ne gemacht. Ich hat­te immer gro­ße Freu­de dar­an, Fahr­ten und Aus­flü­ge zu orga­ni­sie­ren. Im Jugend­ver­band war das jähr­li­che Zelt­la­ger in der Mes­ser­schmid­müh­le ein ech­tes High­light im Kalen­der. In der Pfar­rei waren es dann die Aus­flü­ge mit Grup­pen­lei­tern, Minis­tran­ten und Firm­lin­gen, an die ich ger­ne zurück­den­ke – beson­ders an die Firm-Fahr­ten nach Assisi.“

Die Bezie­hung zu Chris­tus gibt mei­nem Leben sei­nen Sinn und sei­ne Richtung.”

Jugendpfarrer Hubertus Kerscher

Die Ernen­nung zum neu­en Jugend­pfar­rer freut Huber­tus Ker­scher sehr: Aus mei­ner Bio­gra­phie her­aus konn­te ich mir die Stel­le mit­tel­fris­tig für mich gut vor­stel­len. Des­halb habe ich mich erst­mal sehr gefreut, dass mir die Diö­ze­san­lei­tung die­se Auf­ga­be wirk­lich zutraut. Auch wenn ich die fes­te Got­tes­dienst­ge­mein­schaft, so wie ich sie im Pfarr­ver­band Pocking hat­te, ver­mis­sen wer­de.“ Aktu­ell habe er noch gro­ßen Respekt vor der neu­en Tätig­keit, aber gleich­zei­tig freue er sich auf die Arbeit als Lei­ter der Abtei­lung Jugend­pas­to­ral im Bis­tum Pas­sau – dazu gehö­ren das Bischöf­li­che Jugend­amt, die Minis­tran­ten- und die Beru­fungs­pas­to­ral. In mei­ner neu­en Auf­ga­be als Abtei­lungs­lei­ter und auch als BDKJ-Diö­ze­san­prä­ses bin ich an einer Ver­net­zungs­stel­le. Ich will hel­fen, dass die rich­ti­gen Leu­te mit den rich­ti­gen Leu­ten zusam­men­kom­men und sich per­sön­lich ent­wi­ckeln kön­nen und wir gemein­sam im Glau­ben wach­sen. Außer­dem möch­te ich Syn­er­gie-Poten­tia­le für die Jugend­pas­to­ral als Gan­zes im Blick haben“, so der neue Jugendpfarrer.

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Jugendpfarrer Hubertus Kerscher.

Für den drei­ßig­jäh­ri­gen Ker­scher ist in sei­ner neu­en Arbeit ein Zitat aus der Theo­lo­gie der Ver­bän­de“ des Bunds der Deut­schen katho­li­schen Jugend (BDKJ) auf­schluss­reich: Wenn jun­ge Men­schen in unse­rer hete­ro­ge­nen, plu­ra­len Welt ein reli­giö­ses Bekennt­nis über­neh­men, dar­in hin­ein­wach­sen, es sich aneig­nen und ihr Leben danach aus­rich­ten, dann nur, weil es sich als rele­vant, schlüs­sig und zu ihrem Leben pas­send aus­wei­sen kann und weil es von tra­gen­den Bezie­hun­gen legi­ti­miert wird.“ Dies kön­ne der neue BDKJ-Prä­sens voll­auf bestä­ti­gen: Die Bezie­hung zu Chris­tus gibt mei­nem Leben sei­nen Sinn und sei­ne Rich­tung. Neben mei­ner Fami­lie habe ich das ins­be­son­de­re in der Jugend- und Minis­tran­ten­ar­beit und durch die Mit­chris­ten dort ver­ste­hen kön­nen. Aus mei­ner eige­nen Erfah­rung her­aus wür­de ich also sagen, dass gute Jugend­ar­beit und die Bezie­hun­gen, die dort ent­ste­hen, für die Zukunft der Kir­che und unse­res Bis­tums ent­schei­dend sind.“

In Klei­dungs­fra­gen ver­lässt er sich nor­ma­ler­wei­se auf den Rat sei­ner Schwes­ter Lena, erzählt er mit einem Augen­zwin­kern. Am 24. Okto­ber die­ses Jah­res über­nahm das The­ma jedoch aus­nahms­wei­se Dom­propst Dr. Micha­el Bär. An die­sem Tag wur­den Stu­den­ten­pfar­rer Peter Kunz und Jugend­pfar­rer Huber­tus Ker­scher im Rah­men einer fei­er­li­chen Mes­se im Hohen Dom St. Ste­phan als Dom­vi­ka­re ein­ge­führt und ein­ge­klei­det. Ein neu­es Kapi­tel hat­te begonnen.

Susanne
Simperl

Bischöfliche Pressesprecherin

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