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Spirituell unterwegs - Labyrinth am Blümersberg

Anita Ganczer am 20.08.2020

Labyrinth am Blümersberg info-icon-20px Barbara Osdarty
Sieben Umgänge bis zur Mitte: Das Labyrinth am Blümersberg ist zwar vielleicht nicht riesengroß, aber dafür sehr stimmungsvoll. Sinnsprüche zum Nachdenken begleiten den Wanderer auf seinem Weg.

Teil zwei unserer Sommerserie: Das Ziel, das wir heute vorstellen, liegt im Bistum Passau – es geht zum Labyrinth am Blümersberg. Auch in der Nähe gibt es viel zu sehen.

Laby­rin­the haben auf mich schon immer eine beson­de­re Fas­zi­na­ti­on aus­ge­übt. Vor allem die wirk­lich gro­ßen Hecken‑, Mais‑, oder Stein­la­by­rin­the, in denen man sich zum Teil meh­re­re Stun­den auf­hal­ten kann und in denen sie sich zumin­dest für eini­ge Momen­te ganz real anfühlt, die Gefahr, ver­lo­ren zu gehen, den Weg nicht zu fin­den. Mit Schau­dern steht man vor einer neu­en Bar­rie­re, muss wie­der die Rich­tung ändern, neue Wege wagen; und wird belohnt durch ein Gefühl ehr­li­cher Erleich­te­rung, wenn man dann in der Mit­te ange­kom­men ist. Nicht umsonst sind Laby­rin­the Sinn­bil­der für unse­ren Lebens­weg.

Ver­lo­ren gehen kann man im Laby­rinth am Blü­mers­berg in Titt­ling nicht – aus hei­mi­schem Gra­nit wur­den auf einer natür­li­chen Blu­men­wie­se, wie für klas­si­sche Laby­rin­the typisch, sie­ben Umgän­ge gelegt, in deren Mit­te drei Gra­nit­säu­len auf­ra­gen. Mit einem Durch­mes­ser von 17 Metern und einer Weg­län­ge von 210 Metern gehört es sicher auch nicht zu den größ­ten sei­ner Art, und doch ist es ein Ort mit beson­de­rer Atmo­sphä­re: Auf der Wie­se rings­um zeigt sich das Leben in vie­len Facet­ten, Blu­men blü­hen in leuch­ten­den Far­ben, Schmet­ter­lin­ge, Käfer und ande­res Getier ist zu beob­ach­ten. Schweift der Blick in die Wei­te, zei­gen sich sanf­te Hügel in saf­ti­gem Grün, eine Wohl­tat für die Augen und die Seele.

Ein Ort, um zur Ruhe zu kom­men und in sich zu gehen”

Barbara Osdarty
Labyrinth info-icon-20px Barbara Osdarty

Läuft man ein­fach nur den Pfad ent­lang, ist man schnell in der Mit­te ange­kom­men. Doch wer sich Zeit nimmt, viel­leicht auch über die in der Nähe des Laby­rinths ver­teil­ten Sinn­sprü­che medi­tiert, für den kann es eine län­ge­re Rei­se wer­den: mit ein paar Schrit­ten gelangt man dann nicht ans Ziel. Natür­lich: Einen gan­zen Tag wird hier wohl kaum jemand ver­brin­gen. Doch das macht nichts, denn rund um das Laby­rinth gibt es so viel zu ent­de­cken, dass Lan­ge­wei­le den­noch kei­ne Chan­ce hat. Die Pfarr­kir­che St. Vitus in Titt­ling mit ihrem neu­go­ti­schen Hoch­al­tar und ihrer beson­de­ren Jugenstil-Holz­de­cke lädt dazu ein, ruhig zu wer­den und in sich zu gehen, im Bibel­gar­ten St. Vitus las­sen sich neue Zugän­ge zur Hei­li­gen Schrift als einem Weg des Lebens“ erkun­den. Wer mehr Zeit mit­bringt, kann ein Stück auf der Via Nova pil­gern.

Wer es eher his­to­risch mag, der kann im Muse­ums­dorf Baye­ri­scher Wald einen Aus­flug in die Ver­gan­gen­heit machen. Auch Restau­rant­emp­feh­lun­gen könn­te man vie­le geben – wer es gern roman­tisch mag, der ist im rund 15 Minu­ten von Titt­ling ent­fern­ten Schloss Fürs­ten­eck bes­tens auf­ge­ho­ben, vor allem bei gutem Wet­ter. Von der Ter­ras­se schaut man in den Innen­hof des Anwesens.

Wer dage­gen auf der Suche nach außer­ge­wöhn­li­chen Natur­denk­mä­lern ist, den wird eine Wan­de­rung zum Wackel­stein mit Sicher­heit begeis­tern: Auf einem in Ent­schen­reuth star­ten­den Rund­weg, für den man 1,52 Stun­den ein­pla­nen soll­te, gelangt man zum stei­ner­nen Kirch­lein, aber auch zu einem Fels­block mit etwa 3 – 4 Metern Kan­ten­län­ge, der majes­tä­tisch auf einer fast ebe­nen Fels­plat­te ruht. Obwohl er min­des­tens 50 Ton­nen wiegt, kann ein ein­zel­ner Mensch ihn zum Schau­keln bringen!

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Barbara Osdarty

Redakteurin

Gut zu wissen ...

ANREISE

Von Passau aus fährt man auf der B 85 in Richtung Tittling. Das Labyrinth am Blümersberg ist unweit des Ortszentrums zu finden und von Passau aus mit dem Auto in rund 30 Minuten zu erreichen. Wer sich vorher noch die Pfarrkirche St. Vitus anschauen will, parkt im Ort – zu Fuß sind es von dort aus noch rund 10 Minuten zum Labyrinth.

BESUCHSINFO

Das Labyrinth ist immer zugänglich. Besonders schön ist es jedoch in den Abendstunden, kurz vor Sonnenuntergang. Da es auf der Via Nova liegt, lässt sich ein Besuch vielleicht so planen, dass es der Zielpunkt einer Pilgerwanderung ist. Wer nicht wandern/pilgern möchte, kann aber auch mit dem Auto bis direkt zum Laby-
rinth fahren.

PILGERN

Wer den Besuch des Labyrinths mit einer längeren Pilgerwanderung verbinden möchte, für den bietet sich unter anderem die Dreiburgenlandrunde der Via Nova an. Gehzeit: 6-7 Stunden, Infos z.B. auf www.tittling.de

WEITERE ZIELE IN DER UMGEBUNG

In der Nähe gibt es viel zu besichtigen – hier nur eine kleine Auswahl: Museumsdorf Bayerischer Wald, Dreiburgensee, Bibelgarten St. Vitus, Schloss Fürstenstein.