Wallfahrt

Mosaike aus der Wallfahrt

Michael Glaß am 12.09.2022

2022 09 12 pb alb wallfahrtsmosaike rupertiwinkler3 Foto: Roswitha Dorfner
Teilnehmer der Rupertiwinkler Fußwallfahrt.

Nach den heißen Sommer-Monaten ist der September ein sehr beliebter Wallfahrts-Monat. Viele einzelne Pilger und Gruppen kommen zum Herbstbeginn traditionell nach Altötting. – Im Folgenden eine kleine Auswahl.

Von Maria rübergetragen

Nach vier­tä­gi­ger Fuß­wall­fahrt erreich­ten am 4. Sep­tem­ber 20 Teil­neh­mer an der tra­di­tio­nel­len Fuß­wall­fahrt der Kol­ping­fa­mi­lie Wolfratshausen/​Landkreis Bad Tölz zum 18. Mal ihr Pil­ger­ziel. Die Ein­be­glei­tung mit P. Gabri­el Hüger Sam. FLUHM über den Kapell­platz in die Stift­s­pfarr­kir­che fand auf kür­zes­tem Wege statt, da durch den zeit­gleich statt­fin­den­den Klos­ter­markt am Kapell­platz ein Eng­pass“ bestand. Die Fuß­pil­ger waren dar­über nicht ent­täuscht, so konn­ten sie etwas län­ger vor dem Gna­den­al­tar in der Stift­s­pfarr­kir­che zum Gebet ver­wei­len. Es war eine tol­le Wall­fahrt und eine tol­le Grup­pe“, berich­te­te Teil­neh­me­rin Bar­ba­ra glück­lich, die zum ach­ten Mal die fast 130 Kilo­me­ter zu Fuß mit­ge­pil­gert war, wir fühl­ten uns unter­wegs von der Gna­den­mut­ter wie rüber­ge­tra­gen‘“. Dies konn­te das bewähr­te Orga­ni­sa­to­ren-Team mit Karin Wan­din­ger und Lud­wig Schwib­ba­cher nur bestä­ti­gen, bevor sich alle zur Abschluss­mes­se in der St. Kon­rad-Kir­che einfanden.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

„Maria fährt mit“

Auch die 45 Rad­pil­ger aus dem Ober­pfäl­zi­schen Beratzhausen/​Oberpfraundorf muss­ten sich heu­er am 4. Sep­tem­ber auf­grund des Getum­mels“ beim Klos­ter­markt ihren Weg zur Gna­den­ka­pel­le bah­nen. Doch die Pil­ger­grup­pe aus der Ober­pfalz hat­te damit kein Pro­blem, radel­ten sie doch unter dem Mot­to Maria fährt mit“ – als stän­di­ge Weg­be­glei­tung der Gna­den­mut­ter mit dem Segen von oben hat­ten sie idea­les Pil­ger­wet­ter mit nach Alt­öt­ting gebracht. Nach zwei­jäh­ri­ger Coro­na-beding­ter Pau­se konn­ten sie ihre Wall­fahrts­tra­di­ti­on fort­set­zen. Kapu­zi­ner­pa­ter Br. Mari­nus Par­zin­ger hat­te die Rad­pil­ger am Treff­punkt Micha­e­li­kir­che abge­holt und zum Kapell­platz ein­be­glei­tet. Die Got­tes­mut­ter wer­de auch als Köni­gin des Frie­dens ver­ehrt, beton­te Br. Mari­nus bei der anschlie­ßen­den Got­tes­dienst­fei­er in der St. Kon­rad-Kir­che. Die eige­nen Sor­gen kön­ne jeder hier in Alt­öt­ting mit gläu­bi­gem Ver­trau­en bei Maria abgeben.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Glückliche Verspätung

Mit halb­stün­di­ger Ver­spä­tung auf­grund einer Umlei­tung tra­fen am 10. Sep­tem­ber 85 Bus­pil­ger aus der Diö­ze­se Bam­berg unter der Lei­tung des Geschwis­ter­paars Pius Schie­le und Ire­ne Schumm in Alt­öt­ting ein. Die Ver­spä­tung traf sich gut: die Regen­wol­ken ver­zo­gen sich und so konn­te die Ein­be­glei­tung vom Bahn­hof zum Kapell­platz durch­ge­führt wer­den, als sich kurz die Son­ne zeig­te. Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl mein­te: Die Mut­ter­got­tes hat ihren Schutz­man­tel über Euch gebrei­tet, damit wir gut hin­ein­kom­men.“ Ohne auf­ge­spann­te Regen­schir­me zogen die Pil­ger zur Sta­tio vor dem Gna­den­bild in die Stift­s­pfarr­kir­che. Zum ers­ten Mal mit dabei waren Pri­or P. Cle­mens August Dros­te O.Carm. vom Klos­ter Mari­en­thal und Alum­nus Johan­nes Wei­sel. Kaplan Chris­ti­an Wohl­fahrt aus Her­zo­gen­au­rach und Schwes­ter Gunt­hil­dis aus Vier­zehn­hei­li­gen haben dage­gen lang­jäh­ri­ge Pil­gerer­fah­rung. Mit Ver­weis auf die der­zei­ti­ge Reno­vie­rung der Gna­den­ka­pel­le sag­te Metzl: Die Mut­ter­got­tes g’freit se scho hoam“. Immer­hin: die Arbei­ten lau­fen rei­bungs­los und zur geplan­ten Wie­der­eröff­nung am 30. Okto­ber ist es nicht mehr lan­ge hin.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Gemeinsam unterwegs

1978 war die Ruper­ti­wink­ler Fuß­wall­fahrt aus Tei­sen­dorf und Umge­bung ins Leben geru­fen wor­den – am 11. Sep­tem­ber begrüß­ten die Alt­öt­tin­ger Kir­chen­glo­cken erneut deren Ankunft. Zum 43. Mal hat­ten sich die 124 Pil­ger auf den zwei­tä­gi­gen Weg gemacht, zum 17. Mal gelei­tet von Loni Aschau­er – und es war eine regen­rei­che Wall­fahrt. Da war es nur ver­ständ­lich, dass alle froh waren, als sie die St. Anna-Basi­li­ka erreicht hat­ten, um mit dem stell­ver­tre­ten­den Wall­fahrts­rek­tor Kapu­zi­ner­pa­ter Br. Mari­nus Par­zin­ger den Pil­ger­got­tes­dienst zu fei­ern. Schön, dass ihr wie­der die Madon­nen­sta­tue mit­ge­tra­gen habt – das zeigt uns, dass wir im Glau­ben nicht allein unter­wegs sind“, freu­te sich der Haupt­ze­le­brant und Pre­di­ger. Maria an unse­rer Sei­te beru­higt, sie ist uns Vor­bild im Glau­ben“, stell­te er in sei­ner Pre­digt fest. Das Evan­ge­li­um vom Barm­her­zi­gen Vater gebe uns Hoff­nung, zeig­te sich Br. Mari­nus zuver­sicht­lich, denn wir alle wer­den vom barm­her­zi­gen Gott getra­gen, weil wir unse­rem Gott wich­tig sind.“ Br. Mari­nus rief die Wall­fah­rer dazu auf, sich auf Gott ein­zu­las­sen, aber auch barm­her­zig mit uns sel­ber zu sein.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Alle miteinander

Aus Regen/​Bayer. Wald kam am Fest­tag Mariä Geburt, 8. Sep­tem­ber, eine Bus­pil­ger­grup­pe unter der geist­li­chen Lei­tung von Prä­lat Lud­wig Lim­brun­ner nach Alt­öt­ting. Auch aus dem Baye­ri­schen Wald füh­len sich die Wall­fah­rer hier am Gna­den­ort daheim, weil die Mut­ter­got­tes alle Men­schen liebt und ans Herz nimmt“, sag­te der ehe­ma­li­ge Alt­öt­tin­ger Wall­fahrts­rek­tor zu Beginn des Pil­ger­got­tes­diens­tes im Kon­gre­ga­ti­ons­saal. Dass die Rege­ner Pil­ger als Glau­bens­ge­mein­schaft mit dem Omnis­bus her­ge­kom­men sind, sei bezeich­nend, bedeu­te dies doch aus dem Latei­ni­schen über­setzt: alle mit­ein­an­der. Wenn man gestärkt vom Wall­fahrts­ort heim­keh­re, so kön­ne man die Sor­gen und Pro­ble­me des All­tags leich­ter aus­hal­ten und durch­hal­ten. Maria sei uns Glau­bens­vor­bild, durch Maria füh­re unser Weg stets zu Jesus, so Limbrunner.

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

Freunde dank Facebook

Am Gna­den­al­tar Unse­rer Lie­ben Frau in der Alt­öt­tin­ger Stift­s­pfarr­kir­che fei­er­ten am 9. Sep­tem­ber der indi­sche Bischof James Boira­gi aus Khulna/​Bangladesch (r.), Pfar­rer Taposh Hal­der (M.) und Pfar­rer Peter König (l.) aus Vils­bi­burg einen Got­tes­dienst. Per Face­book habe er Bischof Boira­gi ken­nen­ge­lernt, erklär­te Pfar­rer König, so sei die­se Freund­schaft ent­stan­den. Bit­ten wir die Got­tes­mut­ter um Frie­den, auch für Ban­gla­desch, da sind sehr vie­le arme Leu­te“, so Pfar­rer König. Zugleich schloss er den neu-kre­ierten Kar­di­nal Richard Kuuia Baa­wobs aus Wa/​Ghana in Afri­ka mit ins Gebet ein, der sich seit sei­ner Kar­di­nal­s­er­nen­nung wegen Herz­schwä­che in einem römi­schen Kran­ken­haus befindet.

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

Gute Verbindungen

An drei Tagen waren die Wall­fah­rer aus Mond­see unter der Lei­tung von Tho­mas Stein­bich­ler rund 87 Kilo­me­ter zu Fuß nach Alt­öt­ting gepil­gert – am 17. Sep­tem­ber wur­den sie nicht nur von Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl herz­lich begrüßt und über den Kapell­platz in die Basi­li­ka ein­be­glei­tet, son­dern auch von der Mond­seer Musik­ka­pel­le Tief­gra­ben“, die sie am Bus­park­platz schon erwar­tet hat­te. Den baye­ri­schen Wall­fahrts­ort Alt­öt­ting und die ober­ös­ter­rei­chi­sche Markt­ge­mein­de Mond­see ver­bin­det so man­ches: Bei­de Orte sind erst­mals in einer Urkun­de des Bay­ern­her­zogs Tas­si­lo von 748 erwähnt und bei­de Orte ent­wi­ckel­ten sich im Lau­fe ihrer Geschich­te zu einem geist­li­chen Zen­trum: Alt­öt­ting mit der Wall­fahrt seit 1489 und Mond­see mit sei­nem einst im Mit­tel­al­ter mäch­ti­gen bay­ri­schen Klos­ter. Und es ver­bin­det sie ein schö­ner Pil­ger­weg durch das Salz­bur­ger Seen­ge­biet, das ober­ös­ter­rei­chi­sche Inn­vier­tel und das ober­baye­ri­sche Vor­al­pen­land. Übri­gens: ein paar Tage nach der Wall­fahrt mach­te der Pfarr­ver­band Alt­öt­ting einen Betriebs­aus­flug nach Mond­see – dort konn­ten dann umge­kehrt Pfr. Rein­hard Bell und Pil­ger­lei­ter Stein­bich­ler den Alt­öt­tin­ger Stadt­pfar­rer Metzl begrüßen.

Text und Fotos: Micha­el Glaß

Es geht immer

Bei der drei­tä­gi­gen Fuß­wall­fahrt aus Asch­heim-Feld­kir­chen bei Mün­chen waren kal­ter Wind und Regen, ins­be­son­de­re am drit­ten Pil­ger­tag, weni­ger ange­neh­me Weg­be­glei­ter und auch bei der Ankunft und Ein­be­glei­tung am Gna­den­ort mit Alt­öt­tings Dia­kon Tho­mas Zau­ner über den Kapell­platz zur St. Kon­rad-Kir­che am 18. Sep­tem­ber war kei­ne Wet­ter­bes­se­rung in Sicht. Das Wet­ter war für uns kein Pro­blem – das ist eigent­lich ein Beweis, dass es immer geht, man muss nur Ver­trau­en haben“, erklär­te Pil­ger­lei­te­rin San­dra Mau­rer, zum drit­ten Mal Orga­ni­sa­to­rin die­ser Fuß­wall­fahrt. Zum Glück für die Pil­ger kam ein Rücken-Wind von Wes­ten und trieb die Pil­ger Rich­tung Ziel vor­an. Vor dem Pil­ger­got­tes­dienst mit Pfar­rer Adri­an Zes­sin ent­zün­de­te die Pil­ger­lei­te­rin dank­bar Opfer­ker­zen – zum einen, weil es immer hilfs­be­rei­te Men­schen unter­wegs gege­ben habe, wenn Not am Mann war, zum ande­ren für die freund­li­che Auf­nah­me bei den Herbergsleuten.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

„Selig, die Frieden stiften“

Einen herz­li­chen Will­kom­mens­gruß an alle, die am Sonn­tag, 24. Sep­tem­ber zur Diö­ze­sans­tern­wall­fahrt der kfd (Katho­li­sche Frau­en­gemein­schaft Deutsch­land) aus Mün­chen-Frei­sing nach Alt­öt­ting gekom­men waren ent­rich­te­te erst­ma­lig die neue Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Ingrid Meindl-Wink­ler: allen vor­an an Pfar­rer Sebas­ti­an Heindl, den Zele­bran­ten beim nach­mit­täg­li­chen Got­tes­dienst in der St. Anna-Basi­li­ka sowie den bei­den Pre­di­ge­rin­nen“ Jac­que­line Flo­ry von Zelt­schu­le e.V.“ bei der Andacht am Vor­mit­tag und Sr. Karo­li­na Schwei­ho­fer beim Got­tes­dienst. Das Wall­fahrts­mot­to Selig, die, die Frie­den stif­ten“ stammt aus der Berg­pre­digt Jesu und gera­de in bedroh­ten Zei­ten pil­ger­ten die Men­schen ver­stärkt zu Maria, der Köni­gin des Frie­dens, so Meindl-Winkler. 

Jac­que­line Flo­ry von der Orga­ni­sa­ti­on Zelt­schu­le e.V.“, die die­ses Jahr den Inter­na­tio­na­len Bre­mer Frie­dens­preis für Frie­dens­ar­beit an der Basis“ über­reicht bekom­men hat­te, plä­diert für einen Frie­dens­ein­satz da, wo Hil­fe direkt erfol­gen muss, ins­be­son­de­re für aus Syri­en geflüch­te­te Frau­en mit ihren Kin­dern in den Zelt­la­gern im Liba­non. Vor sie­ben Jah­ren sei der Ver­ein Zelt­schu­le“ gegrün­det wor­den, inzwi­schen wür­den in über 42 errich­te­ten Zelt­schu­len mehr als 10.000 Kin­der unter­rich­tet und über 40.000 geflüch­te­te Men­schen mit Nah­rung und Medi­ka­men­ten ver­sorgt. Über 9.000 Kin­der hät­ten Frie­den nie erlebt, Frie­de sei für sie ein völ­lig abs­trak­ter Begriff. Im Liba­non herr­sche für erwach­se­ne syri­sche Flücht­lin­ge Arbeits­ver­bot, nur syri­sche Kin­der wür­den auf den Fel­dern als bil­li­ge Arbeits­kräf­te ein­ge­setzt. Zwar leb­ten auch wir in Zei­ten gro­ßer Ängs­te – dies sei­en jedoch pri­vi­le­gier­te Ängs­te, die syri­schen Flücht­lin­ge in den Zelt­la­gern leb­ten ohne Strom, Was­ser hät­ten Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge verloren. 

Schwes­ter Karo­li­na Schwei­ho­fer – sie wirkt seit 40 Jah­re als Mis­sio­na­rin Chris­ti – sieht das ähn­lich. Seit April hat ihre Gemein­schaft zwei ukrai­ni­sche Frau­en auf­ge­nom­men, die viel Leid erfah­ren hät­ten und in der Hoff­nung leb­ten, bald zurück­keh­ren zu kön­nen. Doch inzwi­schen herr­sche Resi­gna­ti­on statt Zuver­sicht. Die eine sei krank, die ande­re lebe in der Sor­ge um ihr krebs­kran­kes Enkel­kind zu Hau­se in der Ukrai­ne. Asyl hät­ten bei den Mis­sio­na­rin­nen Chris­ti auch Frau­en aus Syri­en, Afgha­ni­stan, Eri­trea und Nige­ria erhal­ten, teils schwer trau­ma­ti­siert durch Gewalt und Ver­ge­wal­ti­gung wäh­rend der Flucht. Alles Leid erwach­se aus kor­rup­ten wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Inter­es­sen, die Men­schen und unse­ren Pla­ne­ten zer­stör­ten: Da macht sich bei mir Ver­zweif­lung breit und ich bekom­me Him­mel­angst!“ Sr. Karo­li­na for­der­te: Auf­ste­hen, kämp­fen, dass die­se Welt eine ande­re wird, an das Gute in uns glau­ben, damit wir fähig wer­den, umzu­keh­ren – Jesus sieht die Men­schen, die Not und Ent­beh­rung, den Schmerz und Schrei nach Frie­den, den Hun­ger und Durst nach Gerech­tig­keit, unse­re Fähig­keit, barm­her­zig zu sein!“ 

Um die Wün­sche nach Frie­den bild­lich zu unter­strei­chen, wur­den beim kfd-Got­tes­dienst Frie­dens­lich­ter am Altar ent­zün­det und vor dem Kom­mu­nion­emp­fang aus Papier gefal­te­te wei­ße Frie­dens­tau­ben“ an die Pil­ge­rin­nen verteilt. 

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Für den Sieg von Liebe und Hoffnung über den Hass

Am 24. Sep­tem­ber fei­er­ten die in Deutsch­land, beson­ders in Bay­ern leben­den Ukrai­ner bei ihrer Wall­fahrt nach Alt­öt­ting mit ihrem Ober­haupt Bischof Boh­dan Dzi­urakh in der St. Anna-Basi­li­ka eine hl. Mes­se im fei­er­li­chen Ritus des hl. Chryso­s­to­mus. In sei­nen Pre­digt­wor­ten auf Ukrai­nisch beton­te Bischof Boh­dan, dass Jesus im Evan­ge­li­um auf­for­de­re, ihn mehr zu lie­ben als die Mut­ter, den Vater, Bru­der oder Schwes­ter – mit ein­be­zo­gen auch die Fein­des­lie­be. Dies bedeu­te: Jesus will, dass kei­ner ver­lo­ren geht, son­dern alle Men­schen das Heil erfah­ren!“ Jesus habe auf sei­nem Kreuz­weg Lie­be erfah­ren, die Trä­nen des Mit­leids der anwe­sen­den Frau­en hät­ten ihn gestärkt und getrös­tet. Ver­ant­wor­tung und Last des Leids in der Welt mit­zu­tra­gen durch Men­schen guten Wil­lens kön­ne nur durch Gebet bestärkt und gedankt wer­den, so der Bischof. Gera­de in Zei­ten des unse­li­gen Krie­ges von Russ­land gegen die Ukrai­ne gel­te es Dank zu sagen an Deutsch­land für die Unter­stüt­zung der Flücht­lin­ge, für offe­ne Her­zen und Häu­ser. Durch die­se Umar­mung der Betrof­fe­nen erfüh­ren die Ukrai­ner ein Zei­chen des Mit­leids und der Soli­da­ri­tät. Im Kreuz sah Bischof Boh­dan nicht nur ein Zei­chen des Lei­dens, son­ders des Sie­ges und der Auf­er­ste­hung: Möge die froh­ma­chen­de Bot­schaft der Auf­er­ste­hung sie­gen über Aggres­sio­nen und Hass, ein Sieg des Glau­bens, der Lie­be und Hoff­nung auf Frie­den!“ In einer abschlie­ßen­den fei­er­li­chen Pro­zes­si­on hin­auf zum Kapell­platz wur­de bei einer Sta­tio vor der Gna­den­ka­pel­le zur Got­tes­mut­ter Maria gebe­tet, ins­be­son­de­re instän­dig um Frie­den in der ukrai­ni­schen Heimat.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Schneller als Corona

Nach 40 Kilo­me­tern zu Fuß lie­ßen sich die 60 Wall­fah­rer aus Hel­pfau-Utten­dorf in Ober­ös­ter­reich bei ihrer Ankunft in Alt­öt­ting am Nach­mit­tag des 24. Sep­tem­ber nicht abbrin­gen, auch noch zwei­mal die Gna­den­ka­pel­le zu umrun­den. Beim Ein­zug in den Kon­gre­ga­ti­ons­saal zum Pil­ger­got­tes­dienst mit Kapu­zi­ner­pa­ter Br. Georg Grei­mel mach­te sich dann doch Erleich­te­rung breit, sich in den Kir­chen­bän­ken die ver­dien­te Rast gön­nen zu dür­fen. Auch zu Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie wur­de die Wall­fahrt im geneh­mig­ten Rah­men durch­ge­führt, erklär­te Pil­ger­lei­ter und Vor­trags­kreuz­trä­ger Hubert Put­scher, mia san immer schnel­ler gan­ga, dass uns der Coro­na-Virus net hat erwi­schen kön­nen!“ Bru­der Georg lob­te die Fuß­wall­fah­rer als eine pil­gern­de Kir­che“, die auch für ande­re Hil­fe suchen­de Mit­men­schen mitbeten.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Urbild und Idealbild

Das war ein präch­ti­ger Ein­zug der Bus­pil­ger aus der schwä­bi­schen Pfar­rei­en­gemein­schaft Baindl­kirch, als sie am 24. Sep­tem­ber am Kapell­platz anka­men – über 40 Minis­tran­ten führ­ten die Grup­pe an, die schließ­lich mit ihrem geist­li­chen Pil­ger­lei­ter Pfar­rer Anton Brand­stet­ter am Gna­den­al­tar in der Stift­s­pfarr­kir­che Got­tes­dienst fei­er­te. Die wah­re Schön­heit“ war Pre­digt­the­ma des Geist­li­chen und er zeig­te am Bei­spiel der von vie­len Men­schen regel­mä­ßig ver­folg­ten seich­ten Fern­seh-Show Germany‘s next Top­mo­del“, wie das wah­re Schön­heits­bild der Frau ver­schlei­ert und vor­ge­täuscht wer­de. Dabei käme es bei wah­rer Schön­heit“ nicht auf die äuße­re, son­dern vor allem auf die inne­re Schön­heit an. Maria ist unser Ide­al­bild, und Urbild im Glau­ben, bei ihr stim­men äuße­re und inne­re Schön­heit über­ein“, ver­si­cher­te Pfar­rer Brandstetter.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Kein Pflaster benötigt

Über idea­les Pil­ger­wet­ter und eine pro­blem­los ver­lau­fen­de, drei­tä­gi­ge Fuß­wall­fahrt mit einer Weg­stre­cke von 135 Kilo­me­tern konn­ten sich die 22 Teil­neh­mer aus Waid­ho­fen bei Schro­ben­hau­sen unter Lei­tung von Pfarr­bü­ro-Mit­ar­bei­ter Bern­hard Hanke nach ihrer Ankunft in Alt­öt­ting am 24. Sep­tem­ber freu­en. Wir haben kein Pflas­ter benö­tigt“, schmun­zel­te der Orga­ni­sa­tor auf even­tu­el­le Bla­sen an den Füßen anspie­lend. Mit dabei zum 25. Mal war Jakob Braun aus Loch/​Hohenwart und eine Wall­fahrts­teil­neh­me­rin mit inter­na­tio­na­lem Flair: Ingrid erzähl­te, sie habe süd­ame­ri­ka­ni­sche Wur­zeln, sei in Kolum­bi­en gebo­ren. Die treue Wall­fahrts­teil­neh­me­rin beton­te stolz: Ich bin Katho­li­kin“. In der Bru­der-Kon­rad-Kir­che fei­er­ten die Waid­ho­fe­ner nach Ein­be­glei­tung und Begrü­ßung durch Dia­kon Gerold Hoch­dor­fer abschlie­ßend einen Pilgergottesdienst.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Abstecher zum Br. Konrad

Ihr kommt nicht nur zur Mut­ter­got­tes, son­dern auch zum hl. Bru­der Kon­rad“, erklär­te Dia­kon Tho­mas Zau­ner den Wall­fah­rer aus dem ober­baye­ri­schen Vil­gerts­ho­fen (Lkr. Lands­berg am Lech) unter der geist­li­chen Lei­tung von P. Joa­quim Fer­nan­des SFX, die er am 27. Sep­tem­ber vom Bus­park­platz über den Kapell­platz zur Br. Kon­rad-Kir­che ein­be­glei­tet hat­te. Da die Stift­s­pfarr­kir­che mit Ersatz-Gna­den­al­tar“ noch nicht frei für den Pil­ger­got­tes­dienst war, mach­ten die Vil­gerts­ho­fe­ner eben den kur­zen Abste­cher zum hei­li­gen Klos­ter­pfört­ner. Man samm­le unterm Jahr alles, was einen belas­te und das Herz schwer mache, so Zau­ner, um dies bei einer Alt­öt­ting-Wall­fahrt der Gna­den­mut­ter vor­zu­tra­gen. Eben­so habe es der hl. Bru­der Kon­rad gemacht, der ja bekannt­lich ein Bau­ern­sohn aus dem Rot­tal war und vie­le Wall­fahr­ten unter­nahm. Glück­li­cher Zufall war, dass Dia­kon Gerold Hoch­dor­fer, der des Weges kam, eine Bekann­te aus Vil­gerts­ho­fen begrü­ßen konnte.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

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