Ostern steht vor der Tür. Eine Zeit, die die meisten am liebsten zuhause und in der heimatlichen Pfarrei verbringen. Doch schon zuvor kamen etliche Wallfahrer ins "Herz Bayerns". Los ging es im März bereits mit der Schausteller- und der Bauernwallfahrt. Hier noch Kurzberichte zu weiteren Gruppen, die nach Altötting pilgerten:
Dank „fürs Mitgehen“
Eine der ersten angemeldeten Fußwallfahrten im Jahr 2026 ist die aus dem niederbayerischen Haader. Am Passionssonntag, 22. März, zogen die Wallfahrer über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle. 90 Kilometer hatten sie in zwei Tagen zurückgelegt. Pilgerleiter Franz Dissen und Mitorganisator Franz Buchner, der das Begleitfahrzeug steuerte, bedankten sich nach einer kurzen Statio bei der Pilgergruppe „fürs Mitgehen“. Im Gebetskreis vor der Gnadenkapelle wurden alle Anliegen der Gottesmutter anempfohlen – sicherlich auch vom treuen Altötting-Pilger Hans Ried um Wiedergenesung sowie dem Martinsbucher Pilgerführer Michael Auer um einen guten Wallfahrtsverlauf. Beide hatten sich der Haaderer Pilgergemeinschaft angeschlossen. Nach einer Andacht am Nachmittag in der Gnadenkapelle hieß es für die Fußpilger aus Haader – die seit 1983 der Gnadenmutter von Altötting die Treue halten – wieder Abschied nehmen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Dem Kreuz gefolgt
Die Fußpilger aus Schonstett unter Leitung von Albert Fortner und mit Timo Winkler im Begleitfahrzeug, waren geschafft, als sie am 28. März ihr Ziel Altötting erreichten – nach 54 Kilometern Wegstrecke. Start war für die „Nachtwallfahrt“ um 0.30 Uhr bei winterlichen Temperaturen. „Aber ihr habt die Sonne mitgebracht, Wärme im Herzen und Glaubensfreude“, stellte Paulinerpater David Kolodziejczyk fest, der die Pilger das letzte Wegstück zur Gnadenkapelle einbegleitet hatte. „Ihr seid dem Kreuz gefolgt, passend zur Karwoche, die mit dem Palmsonntag beginnt“, betonte P. David, und jeder würde sein persönliches Kreuz zur Gnadenmutter tragen, in der Hoffnung um Fürsprache bei Jesus. Seit 1958 besteht die Schonstetter Fußwallfahrt; sie geht zurück auf ein Gelübde des Bauern-Ehepaars Zunhammer aus Friberting, die bei der Gnadenmutter von Altötting Fürbitte einlegten, um Genesung ihres kleinwüchsigen Buben.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Begegnung verändert
Herzlich begrüßte am 28. März Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl die Wallfahrer des Bayerischen Pilgerbüros München unter Leitung von Geschäftsführerin Dr. Irmgard Jehle und dem geistlichen Begleiter Pfarrer Markus Brunner vor der Gnadenkapelle. Gemeinsam beteten sie den Engel des Herrn. Dieses Jahr mussten die Pilger wegen teilweiser Bahnstrecken-Sperrung auf Busse ausweichen. Der Hauptteil der Pilgergruppe ging den Kreuzweg ab Heiligenstatt zu Fuß nach Altötting. Mit Verweis auf das diesjährige Wallfahrtsmotto „Transitus“ im Jubiläumsjahr des heiligen Franziskus, der seinen Tod nicht als Sterben sondern als ein Hinübergehen in die Ewigkeit sah, entließ Wallfahrtsrektor Metzl die Münchner Pilgergruppe in die Bruder-Konrad-Kirche. Mit Pfarrer Markus Brunner feierten sie Gottesdienst. Mit dem Ankommen als Pilger am Gnadenort Altötting spüre man Gottes Nähe in besonderer Weise, stellte Pfarrer Bruner fest, aber auch die mitmenschliche Begegnung in einer Glaubensgemeinschaft. Er empfahl: Wir sollten offen sein an dieser heiligen Stätte für eine Begegnung mit Gott, auch „auf die Gefahr hin“, dass sie uns verändert.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Ziel nicht verfehlt
„Schee war’s, wenn a koid“, so das Resümee von Pilgerleiter Sepp Rohrmeier und Mitorganisator Hans Haller bei der Ankunft der Fußpilger aus Hofkirchen/Laberweinting am Palmsonntag, 29. März, am Gnadenort in Altötting. Zum 79. Mal hatten sie sich auf den Weg gemacht. Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler war Einbegleiter der Pilgergruppe über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle. „Ihr habt Euer Ziel nicht verfehlt“, stellte er fest, dankte für das Glaubenszeugnis von 80 Kilometer Fußwallfahrt in zwei Tagen und stimmte zur Ehre der Gnadenmutter ein Marienlied an. „Es ist Jesus, Marias göttlicher Sohn, der uns durch die Zeit führt und so können wir voller Zuversicht unseren Pilgerweg des Glaubens weitergehen“, versicherte P. Berthold. „Dieser irdische Pilgerweg ist nur Durchgang, unser Sterben ein Übergang in die himmlische Herrlichkeit, so hat es uns der heilige Franziskus vor 800 Jahren überliefert“, erklärte er. Die Pilger beteten in den dringenden Anliegen unserer Zeit, insbesondere um Wege des Friedens miteinander und füreinander, um Frieden in den Familien sowie in Kirche und Welt, und stimmten gemeinsam die Lieder „Schwarze Madonna“ und „Segne du Maria“ an.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

