Wallfahrt

Mosaike aus der Wallfahrt

Michael Glaß am 19.06.2023

2023 06 19 pb alb wallfahrtsmosaike kab bamberg1 Foto: Roswitha Dorfner
Wallfahrer der katholischen Landvolkbewegung Bamberg in Altötting.

Die heißen Sommermonate sind anstrengend für lange Fußwallfahrten – viele Gruppen kommen derzeit lieber mit dem Bus, einige aber auch mit dem Fahrrad – und auch ein angehender Neupriester und ein Primiziant waren zu Besuch in der Gnadenkapelle. Anbei eine Auswahl der Wallfahrten nach Altötting aus dem Monat Juni.

Vom Schreiner zum Priester

Am 2. Juni kam die Bus-Pil­ger­grup­pe vom Pfarr­ver­band Markt Inders­dorf unter der geist­li­chen Lei­tung von Pfar­rer Ste­fan Haupt­mann nach Alt­öt­ting; mit dabei waren auch der stän­di­ge Dia­kon Wolf­gang Krauß sowie Dia­kon Moritz Wald­hau­ser (4. Bild, l.). Letz­te­rer wird am 1. Juli in Frei­sing von Kar­di­nal Rein­hard Marx mit zwei wei­te­ren Mit­brü­dern zum Pries­ter geweiht. Dies erin­ne­re ihn an sei­ne eige­ne Pries­ter­wei­he vor 30 Jah­ren, erzähl­te der stell­ver­tre­ten­de Wall­fahrts­rek­tor Bru­der Gabri­el Hüger Sam. FLUHM, nach­dem er die Bus­pil­ger zur Gna­den­ka­pel­le ein­be­glei­tet und begrüßt hat­te: Sei­ne Mut­ter habe sehr viel gebe­tet, auf sei­nem Beru­fungs­weg, eben­so auf dem sei­nes Zwil­lings­bru­ders. Nach der Pries­ter­wei­he habe sie gesagt: Jetzt muss ich dop­pelt so viel beten, damit ihr kei­ne Dumm­hei­ten macht!“ So wur­de beim gemein­sam gebe­te­ten Gegrü­ßet seist du Maria“ ins­be­son­de­re Dia­kon Wald­hau­ser ein­ge­schlos­sen. Als Spät­be­ru­fe­ner, sei es ein lan­ger Weg zur Pries­ter­be­ru­fung gewe­sen, wie der 39-Jäh­ri­ge frei­mü­tig bekennt. Als Schrei­ner­meis­ter habe er aber stets die inne­re Unru­he gespürt, dass dies nicht der für ihn bestimm­te Weg sei. Regel­mä­ßi­ge Besu­che bei der Gna­den­mut­ter in Alt­öt­ting hät­ten ihn in sei­nem Wunsch, Pries­ter zu wer­den, bestä­tigt und mit Kraft, Mut und Zuver­sicht gestärkt. Nach Pas­to­ral­kurs und zwei Jah­ren als Dia­kon in Inders­dorf freue er sich auf die bevor­ste­hen­de Priesterweihe.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Lange Pilger-Tradition

Kapu­zi­ner­pa­ter Sieg­bert May­er über­nahm am 2. Juni die Ein­be­glei­tung der rund 100 Teil­neh­mer an der Bus­wall­fahrt der katho­li­schen Land­volk­be­we­gung Bam­berg mit kur­zer Sta­tio vor der Gna­den­ka­pel­le. Seit über 20 Jah­ren kom­men sie hier­her, wie Orga­ni­sa­to­rin und Pil­ger­lei­te­rin Irm­gard Herold erzähl­te. So stimm­te Kapu­zi­ner­pa­ter Sieg­bert das Lied Gegrü­ßet seist du Köni­gin an“, denn das ken­nen alle, da braucht es kein Lied­buch.“ An die­sem Herz-Jesu-Frei­tag zogen die Wall­fah­rer dann mit Pil­ger­fah­ne und mit roten Rosen geschmück­tem Pil­ger­kreuz zur Basi­li­ka, um beim Kran­ken­got­tes­dienst mit Sama­ri­ter­bru­der Gabri­el Hüger teilzunehmen.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Besonderes Fundstück

Am 3. Juni tra­fen Mar­tin Atten­ber­ger und sei­ne bei­den Söh­ne Max (12) und Johan­nes (9) gegen 19 Uhr am Kapell­platz ein. Die Erdin­ger sind in den Pfingst­fe­ri­en in einer mehr­tä­gi­gen Tour am Inn­radl­weg unter­wegs gewe­sen. In Alt­öt­ting leg­ten sie einen Zwi­schen­stopp mit Über­nach­tung ein, zuvor stand ein Besuch in der Gna­den­ka­pel­le an. Sie berich­te­ten von einem beson­de­ren Fund­stück“: Am Inn­damm fan­den sie ein bereits etwas ver­wit­ter­tes Bild des hl. Anto­ni­us – eben jenes Hei­li­gen, der immer dann ange­ru­fen wird, wenn man etwas ver­legt oder ver­lo­ren hat, nun aber offen­sicht­lich sel­ber ver­lo­ren gegan­gen war. Jetzt hat das Bild eine neue Heimat …

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

Radwallfahrt mit Ausklang

Am 10. Juni erreich­ten 44 Teil­neh­mer der 18. Rad­wall­fahrt aus Schöllnach/​Ndb. bei Deg­gen­dorf ihr Pil­ger­ziel. 100 Kilo­me­ter Weg­stre­cke hat­ten sie zurück­ge­legt, um nach Umrun­dung der Gna­den­ka­pel­le und einem Besuch bei der Mut­ter­got­tes ihre Anlie­gen vor­zu­tra­gen. Wei­ter radel­ten sie noch eine kur­ze Weg­stre­cke bis nach Gra­ming, um im schat­ti­gen Bier­gar­ten des dor­ti­gen Brau­hau­ses bei einer Brot­zeit die Rad­wall­fahrt aus­klin­gen zu las­sen. – Am 10. Juni tra­fen auch eine Rad­pil­ger­grup­pe aus Offen­stet­ten und Waffenbrunn/​Opf. am Kapell­platz ein.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Primizsegen vor dem Gnadenbild

Es war für die anwe­sen­den Pil­ger in der Gna­den­ka­pel­le am 12. Juni schon eine beson­de­re Ehre, nach dem Got­tes­dienst mit Neu­pries­ter P. Johan­nes Maria Bach­mai­er aus Ebersberg/​Obb. den Pri­miz­se­gen zu emp­fan­gen. Am 10. Juni war Bach­mai­er in Otto­beu­ren vom Würz­bur­ger Bischof Bert­ram Mei­er zum Pries­ter geweiht wor­den, am Tag dar­auf fei­er­te P. Johan­nes in der Alt­öt­tin­ger St. Anna-Basi­li­ka sei­ne ers­te fei­er­li­che Pri­miz­mes­se (Hei­mat­pri­miz am 18. Juni in St. Christoph/​Steinhöring). Neben Alt­öt­tings Stadt­pfar­rer Prä­lat Klaus Metzl (Bild, l.) gra­tu­lier­ten dem Neu­pries­ter (2.v.l.) auch Sama­ri­ter­bru­der Mar­tin Thal­ler (3.v.l.) sowie Fr. Juli­an Woi­wo­de FSSP (r.). – Als Spät­be­ru­fe­ner“ hat Johan­nes Bach­mai­er, 1992 als ältes­ter von drei Söh­nen gläu­big-katho­li­scher Eltern gebo­ren, nach sei­ner Schul­zeit zunächst eine Aus­bil­dung zum Fein­me­cha­ni­ker absol­viert und in die­sem Beruf gear­bei­tet. An sei­ner pries­ter­li­chen Beru­fung habe auch die Mut­ter­got­tes wesent­li­chen Anteil, wie P. Johan­nes bekennt, eben­so die Aus­strah­lung der tra­di­tio­nel­len Mess­lit­ur­gie und vor­bild­li­che Pries­ter. Nach Erwerb des Stu­di­en­zu­gangs an der Hoch­schu­le des Stif­tes Hei­li­gen­kreuz und der Uni­ver­si­tät Salz­burg trat Johan­nes Bach­mai­er 2016 in Wigratz­bad ein. Neben den Stu­di­en arbei­te­te er hier im Gar­ten und in der Werk­stät­te, erteil­te Kate­che­sen und enga­gier­te sich am apos­to­li­schen Wir­ken im In- und Ausland.

Text und Foto: red

Mit Segen des hl. Maurus

Nach der Ein­be­glei­tung der Bus­pil­ger­grup­pe aus der Pfar­rei­en­gemein­schaft Vils­eck-Schlich­t/Opf. durch Sama­ri­ter-Bru­der Gabri­el Hüger am 16. Juni, begrüß­te der stell­ver­tre­ten­de Alt­öt­tin­ger Wall­fahrts­rek­tor die­se schließ­lich in der St. Mag­da­le­na-Kir­che. Bru­der Gabri­el erzähl­te den Pil­gern aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Wall­fahrt zu Unse­rer Lie­ben Frau nach Alt­öt­ting, vom Wun­der im Jahr 1489 und emp­fahl den Pil­gern gera­de in unru­hi­gen Zei­ten bei der Gna­den­mut­ter mit der Waf­fe des Rosen­kran­zes“ instän­dig um Frie­den zu bit­ten und zu beten. Bru­der Gabri­els Alt­öt­ting-Emp­feh­lung an die Pil­ger lau­te­te, auch beim hl. Bru­der Kon­rad und dem hl. Judas Thad­dä­us vor­bei­zu­schau­en. Nach der kur­zen Sta­tio wur­de den Gläu­bi­gen mit einer Reli­quie des hl. Mau­rus, dem eine beson­de­re wirk­mäch­ti­ge Hil­fe nach­ge­sagt wird, der Segen (nach Wunsch auch Ein­zel­se­gen) erteilt. Am Nach­mit­tag fei­er­te die Pil­ger­grup­pe aus Vils­eck-Schlicht einen Got­tes­dienst in der St. Magdalena-Kirche.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Familienwallfahrt

Mit Pfar­rer Her­mann Schäch­ner vom Pfarr­ver­band Unter­neu­kir­chen wur­de am 17. Juni in der St. Anna-Basi­li­ka ein Fami­li­en­got­tes­dienst gefei­ert, an dem vie­le Erst­kom­mu­ni­on­kin­der teil­nah­men. Dass es schee ist, mit­ein­an­der die hl. Mes­se zu fei­ern, dass wir ger­ne hier sind als Freun­de Jesu“ – dies sei der Wunsch Got­tes, erklär­te Pfar­rer Schäch­ner den Kin­dern und dank­te allen, die gekom­men waren – ins­be­son­de­re den drei Erst­kom­mu­ni­on­kin­dern, die zum ers­ten Mal am Tisch des Herrn minis­trier­ten. Orga­ni­siert als Fami­li­en­wall­fahrt von den Gemein­de­re­fe­ren­ten Alex­an­dra Kal­chau­er und Hei­ner Mai­er mach­ten sich eini­ge Fami­li­en zu Fuß von Hei­li­gen­statt nach Alt­öt­ting auf den Weg. Nach dem Got­tes­dienst zogen die Teil­neh­mer in einer Pro­zes­si­on zur Gna­den­ka­pel­le – und eine Beloh­nung gab’s für die teil­neh­men­den Kin­der: der Weg führ­te abschlie­ßend eiligst hin­über zur Eisdiele.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Sinnvoll glauben …

Unter dem Mot­to Sinn­voll glau­ben – öster­lich leben“ stand die dies­jäh­ri­ge zwei­tä­gi­ge Fuß­wall­fahrt aus Micha­el­beu­ern im Salz­bur­ger Land. Mit allen Sin­nen erlebt und inten­siv gespürt haben die Fuß­pil­ger und vier Rad­pil­ger ihre Alt­öt­ting-Wall­fahrt auf jeden Fall, wie Wall­fahrts­lei­te­rin Ani­ta Kreil nach der Ankunft am 17. Juni berich­te­te. Zwei­mal waren sie in ein hef­ti­ges Gewit­ter mit Hagel und Stark­re­gen gera­ten. Lei­der konn­ten die tra­di­tio­nel­len Haupt­or­ga­ni­sa­to­ren Abt Johan­nes Perk­mann OSB und Her­mann Wall­mann nicht zu Fuß mit­ge­hen; bei­de muss­ten aus gesund­heit­li­chen Grün­den aufs Auto umstei­gen. Doch Dabei­sein ist alles, egal, wie man nach Alt­öt­ting kommt. Pil­ger­got­tes­dienst fei­er­ten dann alle gemein­sam in der Bru­der-Kon­rad-Kir­che. Abt Johan­nes hat­te noch eine gro­ße Bit­te für die Gemein­de Emmer­ting anzu­mer­ken: Die klei­ne Mar­terl-Kapel­le“ am Sport­platz, bei der die Micha­el­beu­rer Pil­ger­grup­pe immer auf ihrem Weg nach Alt­öt­ting Sta­tio gemacht habe, sei schon län­ge­re Zeit ver­weist. Es wäre schön, wenn hier wie­der eine Mari­en­sta­tue Ein­zug hal­ten wür­de, damit die Pil­ger wie­der ger­ne zum Gebet ver­wei­len“ könnten.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Reisnägel für Anliegen

Die Wall­fahrt der KAB aus Schönberg/​Bayerischer Wald hat schon eine lan­ge Tra­di­ti­on: Zunächst fah­ren die Teil­neh­mer mit dem Bus bis Per­ach, dann führt der Pil­ger­weg etwa zwölf Kilo­me­ter zu Fuß den Inn ent­lang bis nach Neuöt­ting, wo auch die­je­ni­gen dazu sto­ßen, die nicht an der anstren­gen­den Fuß­wall­fahrt bei som­mer­lich-hei­ßen Tem­pe­ra­tu­ren teil­neh­men konn­ten – gemein­sam gehen dann alle bis nach Alt­öt­ting. Auf dem Pil­ger­kreuz sind Reis­nä­gel für die jewei­li­gen Anlie­gen ange­bracht. Kapu­zi­ner­pa­ter Br. Georg Grei­mel nahm die Schön­ber­ger Pil­ger­grup­pe mit etwa 70 Teil­neh­mern, gelei­tet von Pfar­rer Micha­el Bau­er, orga­ni­siert von Ros­ma­rie Moos­bau­er und Mes­ne­rin Rena­te Geiß, bei der Ankunft am 17. Juni in Emp­fang und begrüß­te sie nach Umrun­dung der Gna­den­ka­pel­le bei einer kur­zen Sta­tio. Jeder habe sein Motiv, war­um er eine Wall­fahrt mache, beton­te Br. Georg. Er schloss in einem Pil­ger­ge­bet an die Gna­den­mut­ter alle Anlie­gen mit ein und stimm­te abschlie­ßend Maria breit den Man­tel aus“ an. Nach dem Vor­abend­got­tes­dienst in der St. Anna-Basi­li­ka mit abschlie­ßen­der Lich­ter­pro­zes­si­on tra­ten die Schön­ber­ger per Bus wie­der die Heim­rei­se an.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Wegbereiter Jesu

Alt­öt­ting-Wall­fahrt des Pfarr­ver­bands Feich­ten: Am 24. Juni um 3.15 Uhr früh­mor­gens bra­chen die 23 Fuß­pil­ger auf. Auch Pfarr­vi­kar Sudha­kar Bat­tu­la mach­te sich mit auf den Weg. Die 23 Rad­pil­ger star­te­ten um 6.35 Uhr; alle ande­ren, dar­un­ter Pfar­rer Wit­ti mit dem Begleit­fahr­zeug sowie mit Pkw. Um 9 Uhr tra­fen sich dann alle Wall­fah­rer vor dem Kon­gre­ga­ti­ons­saal. Pfar­rer Wit­ti pre­dig­te über den hl. Johan­nes den Täu­fer, des­sen Gedenk­tag an die­sem Tag war: wir soll­ten stets als Weg­be­rei­ter Jesu im Leben unter­wegs sein, sag­te er; im Gro­ßen, wie im Klei­nen, denn Chris­tus ist stets mit­ten unter uns“. 

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner 

Segen für „Agrar-Oldies“

Auch wenn auch nur zwei Ver­tre­ter der ange­mel­de­ten Old­ti­mer-Bull­dog-Wall­fahrt aus der Hal­ler­tau (Rohr­bach-Otters­ried) – mit einer Uni­mog-Ver­stär­kung aus Mühl­dorf – am 24. Juni auf den Kapell­platz tucker­ten: für Orga­ni­sa­tor Mar­tin Thal­mei­er war dies kein Bein­bruch“, denn für ihn gilt: Fort­set­zung folgt. Es war die drit­te Auf­la­ge die­ser beson­de­ren Wall­fahrt (2019, 2022 und 2023), und lei­der muss­ten die­ses Jahr kurz vor Abfahrt eini­ge Anmel­der absa­gen, wie Thal­mei­er bedau­ernd mit­teil­te. Am 23. Juni waren sie nach 118 zurück­ge­leg­ten Kilo­me­tern in Nie­der­tauf­kir­chen ange­kom­men, am Sams­tag nach der Fahr­zeug­seg­nung am Kapell­platz mach­ten sie sich gegen Mit­tag wie­der auf den Heim­weg. Kapu­zi­ner­pa­ter Alex­an­der Madat­hil, der sie Seg­nung sowohl für die Fah­rer als auch die Old­ti­mer-Bull­dogs vor­nahm, dank­te fürs Kom­men und emp­fahl die beson­de­ren Pil­ger“ der Für­bit­te Unse­rer Lie­ben Frau von Alt­öt­ting an.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Innere Einkehr

Es war wun­der­bar“, so der Kom­men­tar von Sama­ri­ter-Bru­der Mar­tin Thal­ler, der die vier­tä­gi­ge Frau­en­fuß­wall­fahrt aus Zell/​OÖ als Pries­ter beglei­tet hat­te. Die 90 Kilo­me­ter Fuß­weg waren eine Zeit des Gebets und inne­rer Ein­kehr bei idea­lem Pil­ger­wet­ter, berich­te­ten die Teil­neh­me­rin­nen und Bru­der Mar­tin ein­stim­mig. Sama­ri­ter-Bru­der Gabri­el Hüger beglei­te­te die klei­ne Pil­ger­grup­pe nach ihrer Ankunft am 24. Juni zum Kapell­platz. Nach kur­zer Sta­tio und Segen vor der Gna­den­ka­pel­le fei­er­ten die Pil­ger am Gna­den­al­tar eine abschlie­ßen­de Andacht. Jedes Jahr wird in die­ser klei­nen For­ma­ti­on eine Wall­fahrt unter­nom­men, nächs­tes Jahr ist der Weg von Alt­öt­ting nach St. Wolf­gang geplant.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

„Lebenshilfe“ Wallfahrt

Dass die Ein­be­glei­tung der fünf Fuß, elf Rad- und 21 Bus­pil­ger der Pfar­rei St. Pius/​Landshut am 24. Juni Alt­öt­tings Stadt­pfar­rer und Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl über­nahm, war für die Teil­neh­mer, ins­be­son­de­re für deren Pfar­rer Alfred Wölfl (als Rad­pil­ger unter­wegs) eine beson­de­re Über­ra­schung. Denn die bei­den Pries­ter ken­nen sich von frü­her: Gemein­sam hat­ten sie das Spät­be­ru­fe­nen-Semi­nar in Focken­feld besucht. Ja“, ent­schlüpf­te es Stadt­pfar­rer Metzl schmun­zelnd, dort haben wir nicht nur was Gschei­tes son­dern auch fürs Leben gelernt …“. Eine Wall­fahrt zur Mut­ter­got­tes von Alt­öt­ting und zum hl. Bru­der Kon­rad – in der Bru­der-Kon­rad-Kir­che fei­er­te die Lands­hu­ter Pil­ger­grup­pe ihren Pil­ger­got­tes­dienst – sei eine Lebens­hil­fe, sag­te der Stadt­pfar­rer. Das Geheim­nis eines hei­lig­mä­ßi­gen Lebens lie­ge dar­in, es jeden Tag bes­ser zu machen, egal wo wir unse­ren Platz im Leben haben. Prä­lat Metzl stell­te fest: Christ­sein sei etwas für Ein­stei­ger“, nicht für Aus­stei­ger“. Dass ihre Wall­fahrt die­ses Jahr auf den Geburts­tag des hl. Johan­nes des Täu­fers fal­le, dar­in sah Pfar­rer Wölfl einen Auf­trag Jesu: wie Johan­nes der Täu­fer zu Weg­be­rei­tern des Herrn zu werden.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Froh statt ängstlich

Sie konn­ten die­ses Jahr Jubi­lä­um fei­ern: die in Bay­ern leben­den Kroa­ten – vor­wie­gend aus dem Raum Mün­chen, Rosen­heim und Ingol­stadt – waren am 25. Juni im Rah­men der Kroa­ten-Seel­sor­ge im Bis­tum Pas­sau zu ihrer 50. Natio­nal­wall­fahrt nach Alt­öt­ting gekom­men. Dabei herrsch­te durch­aus Jubi­lä­ums­stim­mung“: die Son­ne strahl­te vom Him­mel, und über 2.000 Pil­ger füll­ten beim Fest­got­tes­dienst, musi­ka­lisch gestal­tet von einem kroa­ti­schen Chor- und Instru­men­tal-Ensem­ble aus Mün­chen, die St. Anna-Basi­li­ka. Dar­un­ter waren vie­le jun­ge Fami­li­en mit deren Kin­dern, zahl­rei­che Pries­ter und Minis­tran­ten. Tags zuvor waren bereits 60 kroa­ti­sche Pil­ger, die sich in zwei­tä­gi­gem Fuß­marsch ab Ebers­berg auf den Weg gemacht hat­ten, am Gna­den­ort ein­ge­trof­fen. Orga­ni­siert hat­te die­se u.a. der Seel­sor­ger der kroa­tisch-katho­li­schen Pfarr­ge­mein­de St. Gabri­el in Mün­chen, P. Edvard Sokol OFM. Schön, dass ihr in so gro­ßer Zahl gekom­men seid“, dank­te Kapu­zi­ner­pa­ter Br. Andre­as Kai­ser den Pil­gern und ver­wies auf das dies­jäh­ri­ge Alt­öt­tin­ger Wall­fahrts­mot­to: „… Ich bin bei Euch alle Tage“. Haupt­ze­le­brant und Fest­pre­di­ger war Prof. Dr. P. Sti­po Klja­jic aus Zagreb (Sarajewo/​Bosnien). Hockt’s Euch hin für ein bis zwei Stun­den…“, lei­te­te er schmun­zelnd sei­ne Pre­digt ein. So lan­ge dau­er­te die­se frei­lich nicht, tief­sin­nig und hin­ter­grün­dig war sie aber durch­aus: Klja­jic sprach über den Lebens­be­glei­ter Angst“: ange­sichts vie­ler Krie­ge welt­weit, aber auch ange­sichts ver­brei­te­ter Ver­sa­gens­ängs­te in einer erfolgs­be­zo­ge­nen Gesell­schaft, in der unser christ­li­cher Glau­be immer mehr an Bedeu­tung ver­lie­re. Angst­zu­stän­de kön­nen die See­le und den Kör­per ver­nich­ten“, warn­te der Pre­di­ger. Dabei müs­se man außer­dem zwi­schen gläu­bi­ger Ehr­furcht“ vor Gott und Angst im Glau­ben unter­schei­den. Es gäbe näm­lich Men­schen, die nach außen hin christ­lich leb­ten, aber inner­lich sehe es da oft ganz anders aus. Außer­dem sag­te er: es sei eine Sün­de, wenn Men­schen mit­hil­fe des Inter­nets angst­ma­chen­de Hiobs­bot­schaf­ten ver­brei­te­ten. Got­tes-Ehr­furcht“ aber gehe tie­fer bis in die See­le; sie sei eine Ent­schei­dungs- und Ori­en­tie­rungs­hil­fe, was Recht ist im Leben und was nicht. Die Bibel als froh­ma­chen­de Bot­schaft für uns Chris­ten zei­ge 365 Mal im Jahr, also Tag für Tag auf, den hoff­nungs­fro­hen Blick auf Jesus. Fürch­tet Euch nicht“, zitier­te der Pre­di­ger Jesu Wor­te. Wer glaubt, der brau­che kei­ne Angst zu haben, beton­te er. Bes­te Lehr­meis­te­rin auf die­sem Weg sei für uns Maria, die ihr Leben in gläu­bi­gem Ver­trau­en aus­ge­rich­tet hat.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

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