Im heißen Urlaubsmonat August sind es eher Einzelpilger und vor allem viele Touristen, die den Kapellplatz besuchen. Doch es kamen auch Wallfahrer in Gruppen – und manche wurde vom dringend erbetenen Regen überrascht ...
Super Gemeinschaft
Das gute Gelingen des 150-jährigen Feuerwehrfestes 2024 in Wernberg/Opf. war Anlass für eine Radwallfahrt zur Gnadenmutter nach Altötting. Heuer am 1. August war es dann bereits die vierte Auflage dieser Wallfahrt. 220 Kilometer in zwei Tagen hatten die 45 Teilnehmer zurückgelegt, als sie gegen 14 Uhr am Kapellplatz einfuhren und die Gnadenkapelle umrundeten. Mitgeradelt war auch wieder Pfarrer Markus Ertl, der mit den Teilnehmern in der Bruder-Konrad-Kirche Gottesdienst feierte. Warum er auch bei dieser sommerlichen Hitze diese Strapaze der Radwallfahrt auf sich nehme, antwortete Pfarrer Ertl prompt: „Es ist eine superschöne Pilgergemeinschaft, mit perfekter Organisation von Johann Geitner und der Feuerwehr.“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Wachsam für den Frieden
Am 8. August, dem Tag ihres „Friedensfestes“, pilgerte der Augsburger Wallfahrerverein unter Leitung von Diakon Andreas Martin nach Altötting zur Gnadenmutter und „Königin des Friedens“. Begleitet wurden die Buspilger von Msgr. Alois Zeller und Pfarrer Alexander Lungu. Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl zog mit den Augsburgern in die Stiftspfarrkirche zum Pontifikalgottesdienst mit den beiden Augsburger Weihbischöfen Florian Wörner und Weihbischof em. Josef Grünwald. Für letzteren war es auch eine Dankwallfahrt, kann er doch am 22. August sein 90. Lebensjahr vollenden. In seiner Predigt zitierte Weihbischof Wörner das bekannte Sprichwort „Hunde die bellen beißen nicht“ und stellte fest: Lautstarke Gegner ließen sich am besten mit gelassenem Verhalten „entwaffnen“. Dennoch mahnte er zu Wachsamkeit, damit wir mit offenen Augen und Herzen die Ankunft des Herrn erwarten.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit Musik geht’s besser
Fast 190 Kilometer Fußweg in sechs Tagen, und das bei glühender Hitze: Diese Herausforderung meisterten 26 Teilnehmer an der 38. Fußwallfahrt aus Kastl bei Amberg in der Oberpfalz auch dieses Jahr. Am 8. August erreichten sie ihr Ziel in Altötting und umrundeten mit Paulinerpater David Kolodziejczyk die Gnadenkapelle. „Stimmungskanone“ Rudi Böllet, Mesner aus Pavelsbach und langjähriger Teilnehmer, konnte wegen eines Knieproblems heuer nicht mitgehen, fuhr stattdessen mit dem Auto und gratulierte seinen Pilgerfreunden mit einer Umarmung. Markus Grimmeißen sorgte mit seinem Trompetenspiel sowohl bei den Stationen unterwegs wie auch beim Einzug zur Gnadenkapelle dafür, dass die Fußwallfahrer den richtigen Ton beim Mitsingen der Marienlieder fanden. „Pilgerpfarrer“ Roland Klein aus Pommelsbrunn predigte beim Gottesdienst in der Gnadenkapelle. Im Anschluss ehrte Pilgerleiter Josef Merz drei Pilger-Jubilare.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Jugendlich
Von München aus – hier befindet sich das bayerische Provinzialat der Salesianer Don Boscos mit Ferienhaus in Rimsting, Jugendwohnheim, Schülertagesstätte und Jugendgästehaus – machten 180 Jugendliche aus Turin/Italien am 12. August einen „Wallfahrts-Abstecher“ zum Gnadenort der Muttergottes nach Altötting und feierten mit Salesianerpater Giorgio Degiorgi einen Gottesdienst in der St. Anna-Basilika. Die Salesianer Don Boscos zählen zu den Pionieren der Jugendarbeit weltweit – auch Passaus Diözesanbischof Stefan Oster SDB gehört dieser Ordensgemeinschaft an. Der Wirkungsort und das Grab des heiligen Don Bosco befindet sich in Turin.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Urlaubsvertretung
Wenn der Pfarrer im oberfränkischen Seelsorgebereich Steigerwald/Frensdorf alljährlich im August seinen wohlverdienten Sommer-Urlaub antritt, weiß er seine Pfarrei Frensdorf bestens versorgt: Seit über 30 Jahren übernimmt Bischof Severine Niwemugizi aus Tansania dort die Urlaubsvertretung. Dass in diese Zeit auch der Festtag Mariae Himmelfahrt fällt, an dessen Vortag, 14. August, stets eine Buswallfahrt unter Leitung von Walburg Lechner nach Altötting organisiert wird mit Teilnahme an der großen Lichterprozession, findet diese somit unter geistlicher Begleitung von Bischof Severine statt. „Eine gute und gesegnete Zeit hier am Wallfahrtsort der Muttergottes, damit alle teilnehmenden Pilger (der älteste war 87, der jüngste, Benedikt, 8 Jahre alt) in Frieden und Hoffnung und innerer Stärkung wieder nach Hause fahren“, wünschte Paulinerpater Michael Lukoszek, der ab Hotel Plankl am 14. August die Einbegleitung der Gruppe zur Gnadenkapelle übernommen hatte.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
40 + 40 Jahre Wallfahrt
„Veronika das musst du machen“, hat ihre Schwiegermutter gesagt – gemeint war die Übernahme der Wallfahrtsorganisation aus dem unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld, wie Wallfahrtsleiterin Veronika Koob nach dem Einzug der Buspilgergruppe am 14. August zur Gnadenkapelle erzählte. Sie hat das Amt übernommen, mittlerweile zum 40. Mal, genauso lange, wie es die Schwiegermutter gemacht hatte. Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger bedankte sich fürs Kommen, empfahl, bei der Hitze aufeinander zu achten, die schattigen Bäume rund um die Gnadenkapelle aufzusuchen und genug zu trinken. Dann stimmte er das Pilgerlied „Schwarze Madonna“ an. Mit Verweis auf das Franziskus-Jubiläumsjahr empfahl Bruder Marinus, wie der Heilige von Assisi als lohnenswertes Ziel im Leben den Spuren Jesu zu folgen. „Große Dinge wie unseren Glauben an Gott oder die Verehrung der Muttergottes kann man nicht kaufen, die bekommt man geschenkt!“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit Applaus
„Das hat einen Applaus verdient“, wie Paulinerpater David Kolodziejczyk feststellte angesichts der prima Organisation von Jutta Kraus der Buswallfahrt der oberpfälzischen Pilgergemeinschaft Vilseck-Schlicht-Sorghof in dritter Auflage. Da nickten alle Teilnehmer zustimmend und klatschten kräftig Beifall. Pilgerleiterin Jutta Kraus nahm das lachend zur Kenntnis, insbesondere P. Davids Bemerkung: „Das war wie eine kleine Seligsprechung, aber mit Humor im Herzen geht halt alles besser, auch bei einer internationalen Glaubensgemeinschaft mit Pilgern aus der Oberpfalz, mit fränkischem Kreuzträger und einem polnischen Paulinerpater als Begrüßungskomitee.“ Nach der Einbegleitung am 18. August in die St. Magdalenakirche betonte P. David bei einem anschließenden Glaubensimpuls, „Gott hat mit Maria keine Königin, sondern eine einfache Frau aus dem Volk, eine von uns, auserwählt, die Gottes Sohn zur Welt bringen sollte. Durch ihr Ja zum Auftrag Gottes ist sie zugleich unsere Fürsprecherin bei Gott.“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Gebets-Erhörung
Das intensive Gebet um Regen der 50 Wallfahrer aus Roding/Opf. in den vier Tagen Fußwallfahrt nach Altötting wurde erhört – und wie: Es goss wie aus Kübeln bei der Ankunft und Einzug am 18. August am Kapellplatz. „Dann beten wir nächstes Jahr für den Frieden“, waren sich die Teilnehmer, allen voran das Organisationsteam mit Alfons Schwarzfischer, Martin Feldbauer, Anita Kerscher und Katja Graz einig. P. Berno Läßer, der den Pilgergottesdienst feierte, hatte sich am vierten Pilgertag in die Gruppe eingereiht. Zuvor wurde die Muttergottes in der Gnadenkapelle aufgesucht und mit dem Lied „Schwarze Madonna“ geehrt. Seit 1983 besteht die Rodinger Fußwallfahrt, gegründet vom damaligen Kaplan und heutigen Dekan Martin Ramoser. Am Festtag Mariae Himmelfahrt mit einem Gottesdienst am Heilbrünnl ist alljährlich Wallfahrtsbeginn. „Da war es ziemlich heiß, auch am zweiten Tag, dafür hat es am dritten und vierten Tag geregnet“, wie Pilgernachwuchs Elias (12) berichtete. Er war die gesamten 130 Kilometer mitmarschiert und zeigte bei der Ankunft am Pilgerziel keinerlei Ermüdungserscheinungen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
„Da bin ich daheim“
Seit über 30 Jahren engagiert sich Reinhold Stopfer aus dem oberpfälzischen Heinersreuth-Kastl in der Organisation von Pilgerreisen in Wallfahrtsorte ganz Europas. Auch ist er langjähriger Teilnehmer an der großen Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting und als passionierter Radfahrer legt er mühelos bis zu 3000 Kilometer Wegstrecken zurück. „Da bin ich daheim“, zitiert Stopfer lächelnd Papst Benedikt XVI., der einen besonderen Bezug zum Gnadenort der Muttergottes hatte. So entstand in Corona-Zeiten, als Wallfahrten nur in begrenzter Form erlaubt waren, zusammen mit Frieda Zeitler – ebenso langjährige Wallfahrtsteilnehmerin bei der Regensburger Fußwallfahrt – die Idee einer Radwallfahrt nach Altötting, wie Stopfer erzählte.
Die Radwallfahrt findet großen Anklang und fand heuer in sechster Auflage statt. 40 Radpilger fuhren am 25. August über den Kapellplatz und umrundeten die Gnadenkapelle. Abfahrt war am 24. August in Regensburg, übernachtet wurde bei Landau/Isar. Bei der zweitägigen Radwallfahrt mit etwa 120 Kilometern Wegstrecke herrschten ideale Wetterbedingungen. Erst bei der Ankunft am Pilgerziel mit Einfahrt auf den Kapellplatz begann es zu regnen. Was für das Organisatorenteam Reinhold Stopfer und Frieda Zeitler neben der harmonischen Pilgergemeinschaft am Wichtigsten war: Sie blieben alle von jeglichen Unfällen auf dem Weg zur Gnadenstätte Unserer Lieben Frau verschont. So war ein Dankgebet in der Gnadenkapelle selbstverständlich.
Apropos Radausstattung: die Teilnehmer waren ausschließlich mit E‑Bikes unterwegs, bis auf eine Ausnahme: Andreas Ruder (Ü 70) als ältester Teilnehmer konnte mit seinem Mountain-Bike mit den anderen problemlos mithalten. Respekt!
Nach dem verdienten Mittagsmahl feierten die Pilger mit Pfarrer Norbert Förster aus Pegnitz in der St. Magdalenakirche abschließend Gottesdienst zum Thema: „Die Welt dürstet nach Liebe – jeder dürstet nach Liebe in einer friedlosen Zeit!“
Die Heimfahrt nach Heinersreuth in der Oberpfalz, im Norden der fränkischen Alb und 19 Kilometer entfernt von Bayreuth in Oberfranken, führten die Teilnehmer dann auf gemütlichere Weise mit Bus und Radanhänger durch.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Auf Trab gehalten
Seit 2016 liegt die Organisation des dreitägigen Münchner Pilgerritts nach Altötting in den bewährten Händen von Andreas und Manuela Dümper, erfreut sich großen Zuspruchs und fand dieses Jahr vom 28. bis 30. August statt. Lediglich zu Coronazeiten wurde pausiert. So umrundeten am 30. August 21 Reiterinnen und Reiter hoch zu Ross unter Einbegleitung von Kapuzinerpater Marinus Parzinger und mit Vortragskreuz-Träger Thomas Zerkiebel die Gnadenkapelle. Nach einer kurzen Statio segnete Bruder Marinus sowohl die Reiter als auch deren Rösser, vorwiegend Süddeutsche Kaltblüter, Braune und Haflinger, bei respektvollem Abstand, denn, wie er lächelnd anmerkte: „Ihr habt uns beim Einmarschieren auf Trab gehalten. Wenn man als Einbegleiter die Pferde im Nacken spürt, geht man automatisch schneller.“ Im Gedenken an den heiligen Franziskus, dessen Todestag/Transitus heuer zum 800. Mal gefeiert wird, betonte Bruder Marinus die Liebe und Verbundenheit des heiligen Franz von Assisi zu Gottes Schöpfung, den Tieren. Ein Totengedenken gab es auch bei den Teilnehmern des Münchner Pilgerritts: Im Mai dieses Jahres verstarben der ehemalige Wallfahrtsorganisator Georg Kirchbichler aus Peiting mit 63 Jahren sowie der „Reiter-Cowboy“ Manfred Klausen aus Illertissen mit 73 Jahren.
Witterungsmäßig seien sie glimpflich davongekommen, wie Andreas Dümper berichtete. Für den Tag des Abritts am 28. August war eine Schlechtwetterfront mit schweren Gewittern, Starkregen und Sturmböen angesagt. Doch Sicherheit geht vor, waren sich die Organisatoren einig. So wurde nach dem Abritt in Hohenlinden um 10 Uhr, dem ein geistlicher Impuls von Karl Holl vorausging, die Wegstrecke abgekürzt und die Mittagspause gestrichen, damit man die erste Übernachtungsstation in Brand vorzeitig erreichte. „Wir sind quasi dem schlechten Wetter davongeritten“, zeigten sich die Teilnehmer erleichtert, darunter Hans Selg (75) aus Jedesheim/Illertissen, einer der längsten Teilnehmer beim Pilgerritt. Diesen freute besonders, dass seine Enkelin Sophie (20) auf ihrem Traber Gipsy (12), einem American Standardbred, zum dritten Mal mit dabei war. Mit ihren beiden Maremmano-Hirtenpferden „Furfante“ und „Lanciotto“ führten Andreas Dümper und seine Frau Manuela die Reiterwallfahrt an und nahmen beim Einritt auf den Kapellplatz Karl Holl, der auf seinem Süddeutschen Kaltblut „Hanna“ reitend das Pilgerkreuz in Händen hielt, in die Mitte.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner



