Festgottesdienst beim Frühjahrshauptfest der Marianischen Männerkongregation Altötting (MC) am vierten Fastensonntag, 15. März, mit rund 1500 Teilnehmern und Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz
Der letzte Altötting-Besuch des Freiburger Weihbischofs ist noch gar nicht so lange her. Anfang Dezember letzten Jahres war er geistlicher Reisebegleiter der Buspilgergruppe aus Freiburg gewesen. Dass es sich dabei um seine erste Wallfahrt ins „Herz Bayerns“ handelte, kommentierte Weihbischof Würtz damals mit einem Augenzwinkern: „Besser spät als nie.“ Der Altöttinger MC-Präses Bruder Georg Greimel OFMCap jedenfalls nutzte die gute Gelegenheit und lud ihn gleich mal zum kommenden Frühjahrshauptfest ein. Dass der Weihbischof nun rund dreieinhalb Monate später sehr gerne kam, zeigte sich daran, dass er schon am Freitagabend anreiste und den ganzen Samstag in Altötting verbrachte. „Auch wenn ich erst das zweite Mal hier bin – man fühlt sich gleich irgendwie heimisch“, sagte er auf Nachfrage nach dem Gottesdienst. Und auch von der MC war er beeindruckt: von der „großen Kirche“ und dass die Basilika St. Anna bis auf den letzten Platz gefüllt war; und auch davon, dass so viele Männer „mitsingen und mitbeten – das stärkt auch meinen eigenen Glauben“, wie er betonte. Den Sodalen wünschte er „alles Gute und Gottes Segen“ – und mischte sich nach dem Kurzinterview unters Volk beim Stehempfang für alle Besucher am Papst-Benedikt-Platz neben dem Kongregationssaal.
Frühjahrshauptfest der Marianischen Männerkongregation Altötting – Impressionen
Zuvor waren 45 Fahnenabordnungen der MC-Gruppen in den Altarraum der Basilika eingezogen. 32 Sodalen legten während der Messe nach einjähriger Mitgliedschaft ihre Lebensweihe ab und 21 Sodalen ließen sich neu in die Glaubensgemeinschaft aufnehmen.
Weihbischof Würtz predigte über die Lesung „Davids Salbung zum König“ (1 Sam 16,1−13) und über das Evangelium „Die Heilung des Blindgeborenen“ (Joh 9,1−41) und betonte: „Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ Nicht auf das Äußere komme es an, sondern: „Gott schaut vielmehr darauf, wie das Herz eines Menschen ist, ob er ein großes, liebendes Herz hat, das sowohl Gott als auch den Nächsten liebt; ein Herz, das sich berühren lässt von der Not anderer, ein Herz, das bereit ist zu helfen, wo Hilfe nötig ist, ein Herz, das bereit ist, sich zu Gott zu bekennen.“ Ausdrücklich warnte der Prediger davor, sich die „enge Sichtweise“ der Pharisäer zu eigen zu machen. Vielmehr komme es darauf an, ob Gläubige ähnlich wie der Blinde im Evangelium Jesus als den Sohn Gottes erkennen können. Der biblische Text lade uns dazu ein, „unsere Sehgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen, nicht vorschnell zu urteilen und nur mit eingeschränktem Blick auf die heute häufig so komplexen Zusammenhänge zu schauen“. Den Zuhörern gab Weihbischof Würtz mit auf den Weg, ihre eigenen Blickwinkel zu hinterfragen: „Wie sehe ich die Menschen um mich herum? Sehe ich auf ihr Herz? Wie sehe ich Jesus?“
Den von Weihbischof Würtz zelebrierten Gottesdienst gestaltete die Altöttinger Hofmusik unter Leitung von Karlmann Kanzler musikalisch. Neben MC-Präses Bruder Georg konzelebrierten Domkapitular Thorsten Weber, Pfarrer Ulrich Bork (beide aus Hamburg) und Pfarrer i.R. Franz Xaver Hecker; die Diakone Hubert Liebhart (Ulm), Diakon Dr. Pascal Gläser (PV Tann) und Diakon Sepp Breiteneicher (PV Velden) assistierten. Die Ministranten waren auch dieses Mal Altöttinger.
Am Festgottesdienst nahmen u.a. auch MdB Stephan Mayer, Landrat Erwin Schneider, Altöttings Bürgermeister Stephan Antwerpen und Altöttings Zweite Bürgermeisterin Christine Burghart teil.
Nach der Messe zogen die Gottesdienstteilnehmer und die Fahnenabordnungen in einer Eucharistischen Prozession von der Basilika hinauf zur Gnadenkapelle. Bei der Statio vor der Kapelle erteilte Weihbischof Würtz den Schlusssegen mit der Monstranz.

