Wallfahrt

„Lehrer im Glauben und Lehrer im Leben“

Redaktion am 20.07.2026

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Malteser Wallfahrer vor der Altöttinger Basilika.

54. Malteser-Wallfahrt mit Kranken und Behinderten – Wallfahrts-Organisator Franz-Josef Freiherr von der Heydte nach 25 Jahren verabschiedet und mit Verdienstkreuz geehrt

Am 19. Juli mach­ten sich an die ein­tau­send Wall­fah­rer auf zur all­jähr­li­chen Mal­te­ser Wall­fahrt nach Alt­öt­ting, wel­che schon zum 54. Mal statt­ge­fun­den hat. Sie kamen aus ganz Bay­ern sowie aus Salz­burg, Tirol, der Schweiz und Lich­ten­stein. Es waren auch an die 50 Mit­glie­der des Mal­te­ser Ordens dabei, dar­un­ter der ehe­ma­li­ge Pas­sau­er Diö­ze­san­lei­ter Georg Adam Frei­herrr von Are­tin und der Kura­to­ri­ums­vor­sit­zen­de des Mal­te­ser­stift St. Niko­la Dr. Karl Bene­dikt Frei­herr von Moreau. Die Diö­ze­se Pas­sau ver­tra­ten dar­über hin­aus fast 60 Senio­ren, beein­träch­ti­ge Mit­men­schen und Mal­te­ser aus Stadt und Land­kreis Pas­sau, dem Raum Oster­ho­fen sowie den Land­krei­sen Frey­ung- Gra­fen­au und Rottal-Inn.

Sie kamen mit einem Rei­se­bus sowie zwei Roll­stuhl­fahr­zeu­gen zum Gna­den­ort. In Pas­sau an der Diö­ze­san­ge­schäfts­stel­le waren die Insas­sen von vier Klein­bus­sen zuge­stie­gen und in Pocking von einem. Denn alle Teil­neh­mer wur­den auch dies­mal von zu Hau­se abge­holt. Im Rei­se­bus stimm­ten sich die Wall­fah­rer mit einer Andacht auf den Tag und das Wall­fahrts­the­ma ein.

Gott, du hast uns auf dem Weg hier­her behü­tet. Nun ste­hen wir kurz vor dem Ziel unse­rer Wall­fahrt. Wir bit­ten dich: Seg­ne unse­re Ankunft an die­sem hei­li­gen Ort. Öff­ne unse­re Augen für dei­ne Gegen­wart und unse­re Her­zen für die Für­spra­che der Got­tes­mut­ter Maria. Dazu seg­ne und behü­te uns der drei­ei­ne Gott, der Vater, der Sohn und der Hei­li­ge Geist“, sprach die Pas­sau­er Wall­fahrts­lei­te­rin Refe­ren­tin Pas­to­ral und Sozia­les Ehren­amt Ros­ma­rie Fried­sam zum Abschluss.

Info Icon Foto: Sonja Schweiger
Die Passauer Wallfahrergruppe um Wallfahrtsleiterin Referentin Pastoral und Soziales Ehrenamt Rosmarie Friedsam (r.) am Dultplatz vor der Prozession zur Basilika St. Anna.

Das dies­jäh­ri­ge The­ma der Wall­fahrt lau­tet Tran­si­tus – Über­gang.“ In der Nacht vom 3. auf den 4. Okto­ber 1226 – also vor 800 Jah­ren – ver­starb der hei­li­ge Fran­zis­kus im Krei­se sei­ner Brü­der. Aus die­sem Anlass wur­de für das Mot­to des Wall­fahrts­jahrs 2026 der latei­ni­sche Begriff tran­si­tus“ gewählt, der so viel wie Über­gang – Durch­gang – Hin­über­ge­hen“ bedeu­tet. Damit wird der Tod des hei­li­gen Fran­zis­kus nicht als ein nüch­ter­nes Aus und Vor­bei, son­dern als ein Über­gang – ein Hin­über­ge­hen – in eine neue Wirk­lich­keit beschrie­ben. Die Mal­te­ser Wall­fahrt stand im Zei­chen der Hoff­nung die­ses tran­si­tus“, und so war der gemein­sa­me Wall­fahrts­weg ein Sym­bol für den Lebens­weg der Wall­fah­rer, einem Pro­zess der immer­wäh­ren­den Bewe­gung und Wandlung.

Vor­mit­tags tra­fen sie sich auf dem Dult­platz, von wo die Pro­zes­si­on, musi­ka­lisch beglei­tet von der Mal­te­ser Blas­ka­pel­le Mell­rich­stadt, zur Basi­li­ka St. Anna ging. Zele­brant und Pre­di­ger beim Got­tes­dienst in die­sem Jahr war Bischof Dr. Man­fred Scheu­er aus Linz. Unter den zahl­rei­chen Mit­ze­le­bran­ten waren auch der Pas­sau­er Diö­ze­san­seel­sor­ger der Mal­te­ser Johan­nes B. Trum sowie der Alt­öt­tin­ger Stifts­propst und Wall­fahrts­rek­tor Dr. Klaus Metzl. Der lang­jäh­ri­ge Lei­ter der Wall­fahrt, Franz-Josef Frei­herr von der Heyd­te begrüß­te die Wall­fah­rer zu Beginn in der wie­der voll besetz­ten Basi­li­ka und erklär­te: Der Got­tes­dienst beseelt uns als Pil­ger und soll der Höhe­punkt unse­res Wall­fahrts­ta­ges sein.“

Zwei The­men stan­den im Mit­tel­punkt der Pre­digt von Bischof Dr. Man­fred Scheu­er: Die Got­tes­mut­ter Maria und Behin­de­run­gen. Maria ist in allen Län­dern und in jeder Gesell­schaft zu Hau­se. Mari­en­or­te und Mari­en­hei­lig­tü­mer gibt es über­all. Sie gehört allen. War­um ist Maria so vie­len Men­schen nah? Ich glau­be, dass sie für so vie­le Zuflucht ist, weil sich von ihr nie­mand ver­ur­teilt fühlt“, erklär­te er.

Und zum ande­ren The­ma, im Hin­blick auf die vie­len beein­träch­tig­ten Men­schen bei der Wall­fahrt: Man ist nicht behin­dert. Man wird behin­dert. Sün­de, Schwä­che, Defi­zi­te: Wir sind als Chris­ten beru­fen, Zeug­nis zu geben für die über alle Defi­zi­te hin­aus­ge­hen­de Wür­de des Men­schen mit Behin­de­rung. Gera­de an Orten wie Lour­des erfah­ren wir: Men­schen mit Beein­träch­ti­gung kön­nen Leh­rer im Glau­ben und Leh­rer im Leben sein.“

Malteser Wallfahrt 2026 – Impressionen

Zum Schluss des fei­er­li­chen Got­tes­diens­tes stim­me Fra Gott­fried von Küh­nelt-Led­dihn, Fürst-Groß­pri­or von Öster­reich des Sou­ve­rä­nen Mal­te­ser-Rit­ter-Ordens, das Mal­te­ser-Gebet an, das die Gläu­bi­gen andäch­tig mitbeteten.

Nach dem Mit­tag­essen tra­fen sich die Wall­fah­rer zur Schluss­an­dacht mit Seg­nung der Andachts­ge­gen­stän­de in der Stifts­kir­che, wo Dr. Man­fred Scheu­er zusam­men mit Dr. Klaus Metzl und Dia­kon Johan­nes Kruch­mann die Gläu­bi­gen begrüß­te. Auf dem Altar stand eine Kopie der Alt­öt­tin­ger Madon­na. Glau­ben, loben, lie­ben und leben haben eine gemein­sa­me sprach­li­che Wur­zel. Sie gehö­ren auch im inne­ren Bezug zusam­men“, erklär­te der Bischof. Die Für­bit­ten spra­chen Mit­glie­der der Mal­te­ser Jugend.

Info Icon Foto: Rosmarie Friedsam
Bei der Abschlussandacht überreichte Nikolaus Freiherr von Lüninck als Vertreter des Malteser Ordens (r.) an den langjährigen Wallfahrtsleiter Franz-Josef Freiherr von der Heydte das Offizierskreuz Pro Merito Melitensi des Souveränen Malteser Ritterordens.

Als Ver­tre­ter des Mal­te­ser Ordens über­reich­te Niko­laus Frei­herr von Lüninck an Franz-Josef Frei­herr von der Heyd­te zum Schluss der Andacht eine hohe Aus­zeich­nung des Sou­ve­rä­nen Mal­te­ser Rit­ter­or­dens, das Offi­ziers­kreuz Pro Meri­to Meli­ten­si, als Dank und Aner­ken­nung dafür, dass er die Wall­fahrt nach Alt­öt­ting 25 Jah­re lang gelei­tet hat. Er übt heu­te sein Amt als Lei­ter die­ser Wall­fahrt zum letz­ten Mal aus. Wir wür­di­gen Dich heu­te, der Du mit gro­ßer Treue, tie­fer Über­zeu­gung und außer­ge­wöhn­li­chem Enga­ge­ment für die Mal­te­ser gewirkt hast. Dein Name und Dein Wir­ken sind untrenn­bar mit der Mal­te­ser Wall­fahrt nach Alt­öt­ting ver­bun­den.“, erklär­te er dabei.

Ich dan­ke dem Groß­meis­ter für die Aus­zeich­nung und Euch allen für Eure Treue, dass Ihr jedes Jahr hier­her nach Alt­öt­ting kommt. Ich wün­sche die­ser Wall­fahrt, dass auch wei­ter­hin so vie­le Pil­ger nach Alt­öt­ting kom­men und dass sie ein ech­tes Zei­chen der Glau­bens­freu­de ver­mit­telt“, beton­te der so Geehrte.

Zum Abschluss spen­de­te Bischof Dr. Man­fred Scheu­er den Segen mit der Madon­na und mit der Bay­ern­hym­ne, musi­ka­lisch beglei­tet von der Mal­te­ser Blas­ka­pel­le Mell­richt­stadt, klang die bewe­gen­de Fei­er aus.

Danach gab es für die Pas­sau­er Grup­pe noch Gele­gen­heit, sich Kapell­platz auf­zu­hal­ten und noch ein­mal ein­zu­keh­ren. Nach einem wun­der­schö­nen Tag ging es gestärkt für den All­tag wie­der zurück nach Hause.

Text: Ros­ma­rie Friedsam

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