Am 19. Juli machten sich an die eintausend Wallfahrer auf zur alljährlichen Malteser Wallfahrt nach Altötting, welche schon zum 54. Mal stattgefunden hat. Sie kamen aus ganz Bayern sowie aus Salzburg, Tirol, der Schweiz und Lichtenstein. Es waren auch an die 50 Mitglieder des Malteser Ordens dabei, darunter der ehemalige Passauer Diözesanleiter Georg Adam Freiherrr von Aretin und der Kuratoriumsvorsitzende des Malteserstift St. Nikola Dr. Karl Benedikt Freiherr von Moreau. Die Diözese Passau vertraten darüber hinaus fast 60 Senioren, beeinträchtige Mitmenschen und Malteser aus Stadt und Landkreis Passau, dem Raum Osterhofen sowie den Landkreisen Freyung- Grafenau und Rottal-Inn.
Sie kamen mit einem Reisebus sowie zwei Rollstuhlfahrzeugen zum Gnadenort. In Passau an der Diözesangeschäftsstelle waren die Insassen von vier Kleinbussen zugestiegen und in Pocking von einem. Denn alle Teilnehmer wurden auch diesmal von zu Hause abgeholt. Im Reisebus stimmten sich die Wallfahrer mit einer Andacht auf den Tag und das Wallfahrtsthema ein.
„Gott, du hast uns auf dem Weg hierher behütet. Nun stehen wir kurz vor dem Ziel unserer Wallfahrt. Wir bitten dich: Segne unsere Ankunft an diesem heiligen Ort. Öffne unsere Augen für deine Gegenwart und unsere Herzen für die Fürsprache der Gottesmutter Maria. Dazu segne und behüte uns der dreieine Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist“, sprach die Passauer Wallfahrtsleiterin Referentin Pastoral und Soziales Ehrenamt Rosmarie Friedsam zum Abschluss.
Das diesjährige Thema der Wallfahrt lautet „Transitus – Übergang.“ In der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1226 – also vor 800 Jahren – verstarb der heilige Franziskus im Kreise seiner Brüder. Aus diesem Anlass wurde für das Motto des Wallfahrtsjahrs 2026 der lateinische Begriff „transitus“ gewählt, der so viel wie „Übergang – Durchgang – Hinübergehen“ bedeutet. Damit wird der Tod des heiligen Franziskus nicht als ein nüchternes Aus und Vorbei, sondern als ein Übergang – ein Hinübergehen – in eine neue Wirklichkeit beschrieben. Die Malteser Wallfahrt stand im Zeichen der Hoffnung dieses „transitus“, und so war der gemeinsame Wallfahrtsweg ein Symbol für den Lebensweg der Wallfahrer, einem Prozess der immerwährenden Bewegung und Wandlung.
Vormittags trafen sie sich auf dem Dultplatz, von wo die Prozession, musikalisch begleitet von der Malteser Blaskapelle Mellrichstadt, zur Basilika St. Anna ging. Zelebrant und Prediger beim Gottesdienst in diesem Jahr war Bischof Dr. Manfred Scheuer aus Linz. Unter den zahlreichen Mitzelebranten waren auch der Passauer Diözesanseelsorger der Malteser Johannes B. Trum sowie der Altöttinger Stiftspropst und Wallfahrtsrektor Dr. Klaus Metzl. Der langjährige Leiter der Wallfahrt, Franz-Josef Freiherr von der Heydte begrüßte die Wallfahrer zu Beginn in der wieder voll besetzten Basilika und erklärte: „Der Gottesdienst beseelt uns als Pilger und soll der Höhepunkt unseres Wallfahrtstages sein.“
Zwei Themen standen im Mittelpunkt der Predigt von Bischof Dr. Manfred Scheuer: Die Gottesmutter Maria und Behinderungen. „Maria ist in allen Ländern und in jeder Gesellschaft zu Hause. Marienorte und Marienheiligtümer gibt es überall. Sie gehört allen. Warum ist Maria so vielen Menschen nah? Ich glaube, dass sie für so viele Zuflucht ist, weil sich von ihr niemand verurteilt fühlt“, erklärte er.
Und zum anderen Thema, im Hinblick auf die vielen beeinträchtigten Menschen bei der Wallfahrt: „Man ist nicht behindert. Man wird behindert. Sünde, Schwäche, Defizite: Wir sind als Christen berufen, Zeugnis zu geben für die über alle Defizite hinausgehende Würde des Menschen mit Behinderung. Gerade an Orten wie Lourdes erfahren wir: Menschen mit Beeinträchtigung können Lehrer im Glauben und Lehrer im Leben sein.“
Malteser Wallfahrt 2026 – Impressionen
Zum Schluss des feierlichen Gottesdienstes stimme Fra Gottfried von Kühnelt-Leddihn, Fürst-Großprior von Österreich des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens, das Malteser-Gebet an, das die Gläubigen andächtig mitbeteten.
Nach dem Mittagessen trafen sich die Wallfahrer zur Schlussandacht mit Segnung der Andachtsgegenstände in der Stiftskirche, wo Dr. Manfred Scheuer zusammen mit Dr. Klaus Metzl und Diakon Johannes Kruchmann die Gläubigen begrüßte. Auf dem Altar stand eine Kopie der Altöttinger Madonna. „Glauben, loben, lieben und leben haben eine gemeinsame sprachliche Wurzel. Sie gehören auch im inneren Bezug zusammen“, erklärte der Bischof. Die Fürbitten sprachen Mitglieder der Malteser Jugend.
Als Vertreter des Malteser Ordens überreichte Nikolaus Freiherr von Lüninck an Franz-Josef Freiherr von der Heydte zum Schluss der Andacht eine hohe Auszeichnung des Souveränen Malteser Ritterordens, das Offizierskreuz Pro Merito Melitensi, als Dank und Anerkennung dafür, dass er die Wallfahrt nach Altötting 25 Jahre lang geleitet hat. „Er übt heute sein Amt als Leiter dieser Wallfahrt zum letzten Mal aus. Wir würdigen Dich heute, der Du mit großer Treue, tiefer Überzeugung und außergewöhnlichem Engagement für die Malteser gewirkt hast. Dein Name und Dein Wirken sind untrennbar mit der Malteser Wallfahrt nach Altötting verbunden.“, erklärte er dabei.
„Ich danke dem Großmeister für die Auszeichnung und Euch allen für Eure Treue, dass Ihr jedes Jahr hierher nach Altötting kommt. Ich wünsche dieser Wallfahrt, dass auch weiterhin so viele Pilger nach Altötting kommen und dass sie ein echtes Zeichen der Glaubensfreude vermittelt“, betonte der so Geehrte.
Zum Abschluss spendete Bischof Dr. Manfred Scheuer den Segen mit der Madonna und mit der Bayernhymne, musikalisch begleitet von der Malteser Blaskapelle Mellrichtstadt, klang die bewegende Feier aus.
Danach gab es für die Passauer Gruppe noch Gelegenheit, sich Kapellplatz aufzuhalten und noch einmal einzukehren. Nach einem wunderschönen Tag ging es gestärkt für den Alltag wieder zurück nach Hause.
Text: Rosmarie Friedsam


