Bistum

Über den Tellerrand schauen

Redaktion am 17.02.2025

Info Icon Foto: KKV
Die Passauer KKV-Spitze mit Vorsitzendem Georg Steiner (Mitte), stellv. Vorsitzendem Alexander Färber (r.) und geistlichem Beirat Franz Scholler (l.) bei der Präsentation des Jahresprogramms 2025.

Kirche weiter denken – so heißt das Motto des Verbandes „Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung“ (KKV). Die Ortsgemeinschaft St. Stephan in Passau hat jetzt das neue Programm für 2025 vorgestellt.

Der KKV will dazu bei­tra­gen, dass Kir­che in Zei­ten schlei­chen­der Säku­la­ri­sie­rung wei­ter ernst genom­men wird. Es geht dem Ver­band dar­um, dass die Kir­che sich weni­ger mit sich selbst beschäf­tigt, son­dern dass Glau­be und Kir­che dem Men­schen dienen. 

Dabei gehe es auch um Inhal­te für christ­li­che Poli­tik in Zei­ten, wo unse­re Gesell­schaft aus­ein­an­der­zu­bre­chen dro­he. Rei­che wür­den immer noch rei­cher und gleich­zei­tig neh­me die Armut, ins­be­son­de­re bei allein­er­zie­hen­den Müt­tern, bei Kin­dern und älte­ren Men­schen zu, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung des KKV. Die sozia­len Repa­ra­tur­ein­rich­tun­gen“ wie Tafeln, Bahn­hofs­mis­sio­nen, Obdach­lo­sen-Unter­künf­te erleb­ten einen enor­men Zustrom. Ziel einer Poli­tik, die sich am Men­schen ori­en­tiert, muss aber sein, dass das Arbeits­ein­kom­men, die Ren­te dafür aus­reich­ten, um ein selbst­be­stimm­tes Leben in Wür­de füh­ren zu kön­nen“, betont Vor­sit­zen­der Georg Stei­ner. Obwohl es vie­le Mög­lich­kei­ten gebe, den Men­schen finan­zi­ell Unter­stüt­zung sei­tens des Staa­tes und der Wohl­fahrts­ver­bän­de zukom­men zu las­sen, degra­die­re das Aus­fül­len von For­mu­la­ren, die Bean­tra­gung von Sozi­al­hil­fe, Bür­ger­geld etc. Men­schen zu Almo­sen­emp­fän­gern. Hier müs­se in der Steu­er- und Sozi­al­ge­setz­ge­bung, aber auch in der Poli­tik gene­rell umge­steu­ert wer­den. Wei­te­re The­men des Ver­bands: Woh­nun­gen sei­en zu knapp und zu teu­er, Ter­mi­ne für Fach­arzt­be­su­che dau­er­ten viel zu lan­ge und das Bil­dungs­sys­tem füh­re wei­ter­hin dazu, dass Kin­der aus bes­se­ren Schich­ten mehr Chan­cen haben als Kin­der aus armuts­ge­fähr­de­ten Familien. 

Der KKV set­ze auf die katho­li­sche Sozi­al­leh­re, die einer­seits die Selbst­ver­ant­wor­tung der Men­schen, ande­rer­seits aber Soli­da­ri­tät und Sub­si­dia­ri­tät in den Mit­tel­punkt mensch­li­cher Poli­tik stellt. Der Staat kön­ne nicht alles leis­ten. Es gel­te, die Fami­li­en, die klei­nen Ein­hei­ten zu stär­ken. Auch soll­ten neue For­men der Wirt­schaft im Bereich regio­na­le Kreis­läu­fe oder Genos­sen­schaf­ten ent­wi­ckelt und erprobt wer­den. Betreu­ungs­an­ge­bo­te für Kin­der wie für Flücht­lin­ge müss­ten mehr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment ein­be­zie­hen kön­nen. Über­re­gle­men­tie­rung, man­geln­des Ver­trau­en in enga­gier­te Men­schen führ­ten dazu, dass staat­li­che Kon­trol­le lähmt. Dies ist die Basis, auf der der KKV sich mit sei­nen Über­le­gun­gen und Gedan­ken in Poli­tik und Gesell­schaft ein­brin­gen will.

Der KKV wid­met sich aber auch der Ver­tie­fung des Glau­bens und der Aus­ein­an­der­set­zung mit reli­giö­sen The­men. So war der Apos­tel Pau­lus The­ma eines Vor­trags­abends. Am 18. Juni wird man sich mit dem Pas­sau­er Diö­ze­san­hei­li­gen Bru­der Kon­rad beschäftigen.

Zum Jah­res­pro­gramm gehört eine jähr­li­che Kul­tur- und Kir­chen­fahrt. Nach Rei­chers­berg, Engels­zell und Wil­he­ring geht es am 2. August ins Stift Aigen-Schlägl, wo auch ein Gespräch mit Abt Lukas Dika­ny auf dem Pro­gramm steht. 

Got­tes­diens­te zur Fas­ten- und Advents­zeit, eine Mai­an­dacht, aber auch regel­mä­ßi­ge Stamm­ti­sche sind fixe Programmelemente.

Der Pas­sau­er Vor­sit­zen­de Georg Stei­ner ist auch Lan­des­vor­sit­zen­der des KKV und treibt die­se The­men auch bei über­re­gio­na­len Ver­an­stal­tun­gen wie den Wel­ten­bur­ger Gesprä­chen zum The­ma Kir­che und Kom­mu­ni­ka­ti­on“ oder bei den Euro­pa­ta­gen auf Schloss Banz sowie beim KKV-Lan­des­tref­fen voran.

Die Digi­ta­li­sie­rung“ gera­de der älte­ren Mit­glie­der wird eben­falls ein The­ma sein. Man möch­te lan­des­weit errei­chen, dass die älte­ren Mit­glie­der stär­ker in die Lage ver­setzt wer­den, an Video-Vor­trä­gen und Dis­kus­sio­nen teilzunehmen.

Bay­ern­weit wer­den zusam­men mit Sebas­ti­an Fran­ken­ber­ger in ver­schie­de­nen Städ­ten Rund­gän­ge ent­wi­ckelt, die auf­zei­gen sol­len, wo Kir­che, wo Glau­be in unse­ren Städ­ten noch prä­sent ist.

Text: red

Das KKV-Pro­gramm­heft kann per Mail ange­for­dert wer­den: Georg.​Steiner@​gmx.​net

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