Bei der ersten Kinder-Wallfahrt aus den Pfarrverbänden Fürstenstein und Aldersbach am 18. Juli nach Altötting war so einiges geboten.
Fast alle Daumen gingen sofort hoch, als Pfarrer Sebastian Wild bei der Abschlussrunde die rund 80 Erstkommunionkinder fragte, wie es ihnen denn so gefallen habe. Einen sehr langen Tag hatten die jungen Wallfahrer da hinter sich und zeigten sich ein weiteres Mal gut gelaunt. Bei näherem Nachfragen wurde dann auch deutlich, was den Kindern gefallen hat: nämlich, dass sie nicht nur Teilnehmer waren, sondern Gestalter. Über die gesamte Veranstaltung hinweg waren die Kinder selbst gefordert und durften mitmachen. Das kam ganz offensichtlich gut an.
Los ging es schon im Bus, als die Kinder Herzen mit Lob, Bitten und Dank an die Gottesmutter beschrifteten. Mit Kreuz und einer selbst gestalteten Fahne „Auf dem Weg zu Maria“ zogen sie dann in Altötting zur Gnadenkapelle und hatten freilich auch die „Schatztruhe“ mit den Herzen mit dabei. Nach der Begrüßung umrundeten die Kinder mit Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl einmal den Umgang der Gnadenkapelle. Und dann standen „Workshops“ auf dem Programm – lockere Gruppenrunden, bei denen vor allem der Einsatz der Kinder gefragt war: mit Heidi Neudorfer und Sarah Hausmanninger bastelten sie marianische Gebetswimpel, mit Florian Kandler besprachen sie biblische Geschichten, mit Maria Bröse bastelten sie Gebetsketten, mit Daniela Voggenreiter gestalteten sie Gebetszettel und Lesezeichen (Handlettering), mit Herbert Webersberger erforschten sie die Geheimnisse des Rosenkranzes, mit Bruder Marinus Parzinger lernten sie den heiligen Bruder Konrad kennen, mit Stadtpfarrer Metzl erkundeten sie den Kapellplatz, mit Alexandra Strauß bereiteten sie den Gottesdienst vor, mit Georg Scholler übte der Chor die Lieder für den Gottesdienst ein – und in der Mittagspause sorgten Betreuer des DJK Passau dafür, dass sich die Kinder bei Spiel und Sport so richtig austoben konnten.
Kinder-Wallfahrt – Impressionen
Auch beim nachmittäglichen von Pfarrer Johannes Graf zelebrierten Gottesdienst in der Basilika waren die Kinder aktiv mit dabei: mit dem Lied „Jesus sagt: Ihr seid meine Freunde“ begrüßte der Kinderchor die Freunde in den Kirchenbänken; für die Lesung zum Emmausgang hatten Kinder einen Weg gestaltet und legten Bilder ab; sie lasen Fürbitten vor; in seiner Predigt verriet Pater Ambrosius Obermeier, dass Jesus sein bester Freund sei und band die Kinder mit ein, als es um die Frage ging, warum Freundschaften so wichtig seien; während der Eucharistiefeier kamen alle Kinder zum gemeinsamen Vaterunser nach vorne in den Altarraum und hielten sich beim Friedensgruß an den Händen. Vor dem Gottesdienst wurde ein Video mit einem Grußwort von Bischof Stefan Oster SDB eingespielt: „Eigentlich wäre ich am liebsten mit dabei, um mit euch die Freundschaft mit Jesus zu feiern“, sagte er.
Die Kinder kamen hauptsächlich aus den Pfarrverbänden Fürstenstein und Aldersbach und dazu noch ein paar aus Vilshofen. „Uns ist ganz wichtig, dass wir den Kindern immer wieder Anknüpfungspunkte bieten, um in der Zeit zwischen Erstkommunion und Firmung eine Beziehung zu Jesus aufzubauen“, sagte auf Nachfrage Barbara Westermeier. Sie kümmert sich zusammen mit Alexandra Strauß um die Erstkommunion-Vorbereitung in Fürstenstein und Aicha vorm Wald und trägt schon längere Zeit den Gedanken mit sich herum, eine Kinder-Wallfahrt zu organisieren: Weil Kinder immer seltener nach der Kommunion in die Kirche gehen und die Bindung zur Pfarrei verlieren; und weil sie sich gedacht hat, was ihr selbst als Kind gefallen habe, das könne sie auch gut weitergeben. Bereits als Sechsjährige sei sie zum ersten Mal bei einer Wallfahrt nach Altötting dabei gewesen, erzählte Barbara Westermeier. Mit der jetzt durchgeführten Wallfahrt wolle sie Anker setzen, an die sich die Kinder gerne erinnern. Rund ein Jahr Vorlauf sei nötig gewesen, um alles zu planen und zu organisieren, verriet sie. Geplant sei auf jeden Fall auch eine Wiederholung. Der Resonanz der Kinder nach zu urteilen, ist eine solche auch nachgefragt.


