Das glauben wir

„Revolutionärer Wandel“

Redaktion am 02.12.2024

Info Icon Foto: Kapuziner/Claudia Göpperl
Immer in Bewegung: Bruder Paulus Terwitte ist seit 1978 Kapuziner und lebt in München St. Anton. Der Ordensmann, Priester und Buchautor findet immer neue Wege in den Medien, um das Evangelium zeitgemäß unter die Menschen zu tragen. So ist er zertifizierter Experte für die Einführung von Künstlicher Intelligenz in Organisationen.

Welche Chancen bietet die Künstliche Intelligenz (KI) für Kirche und Gesellschaft? Ein Gespräch mit Bruder Paulus Terwitte über KI-Seelsorge, die Kreativität Gottes und die Angst vor der neuen Technik.

Bru­der Pau­lus, schrei­ben Sie Ihre Pre­dig­ten eigent­lich noch sel­ber?
Bru­der Pau­lus Ter­wit­te:
Ich schrei­be mei­ne Pre­dig­ten nie, son­dern für mich ist Pre­digt mensch­li­che Begeg­nung. In die­ser mensch­li­chen Begeg­nung ent­steht dann ein Krea­tiv­raum, in dem durch die Mit­wir­kung der Zuhö­ren­den in ihrer Gegen­wart das Wort der Pre­digt ent­steht. Es ist ein Kör­per-See­le-Geist-Ereig­nis. Ich ver­su­che in einer Pre­digt, Men­schen im Hier und Jetzt mit der Span­nung und dem Leben der Hei­li­gen Schrift zusammenzubringen.

Hin­ter­grund mei­ner Fra­ge war, dass Künst­li­che Intel­li­genz heu­te schon in der Lage ist, in Sekun­den­schnel­le druck- und sprech­fä­hi­ge Tex­te, etwa zu Psal­men oder Bibel­stel­len, zu pro­du­zie­ren.
Bru­der Pau­lus Ter­wit­te:
Ja, so ist das. Erst ein­mal muss man aber sagen: die soge­nann­te KI lebt von einer Ansamm­lung von Text-Daten in einer Black Box. Mit die­sem Daten­ma­te­ri­al wird durch einen Rechen­pro­zess ein Ergeb­nis pro­du­ziert. Etwas Arith­me­ti­sches. Ob das rich­tig oder falsch ist, zählt nicht. Es ist geist­los. Auch wenn es sich noch so ver­nünf­tig anhört.

Was kann eine KI, was nicht?
Bru­der Pau­lus Ter­wit­te: Die Künst­li­che Intel­li­genz ist das Ergeb­nis des mensch­li­chen For­scher­geis­tes. Beein­dru­ckend, was damit geleis­tet wer­den kann. Alles aber, was ich im Hier und Heu­te zu sagen habe, was ich mit mei­nem Gewis­sen prü­fen muss, was ich auf Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer vor mir for­mu­lie­re: Das kann kei­ne KI leis­ten, son­dern nur ich als Mensch mit denen, denen ich begeg­ne. Die KI ein inter­es­san­tes Werk­zeug, wie ein rie­si­ger Zet­tel­kas­ten, der in ande­ren Kon­tex­ten ent­stan­de­ne Sät­ze enthält.

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