Weltkirche

Bodenhaftung nicht verlieren

Redaktion am 19.02.2024

2024 02 19 pb alb matthias ambros Foto: privat
Der Passauer Kirchenrechtler Matthias Ambros ist seit acht Jahren an der Kurie tätig. Seine neue Aufgabe als Untersekretär des Dikasteriums für Kultur und Bildung packt er „mit Gottvertrauen“ an.

Der Passauer Diözesanpriester Matthias Ambros (44) ist zum neuen Untersekretär des Dikasteriums für Kultur und Bildung im Vatikan ernannt worden. Damit macht ihn Papst Franziskus zur „Nummer drei“ in der Einrichtung, die sich um katholische Universitäten und kulturelle Belange der römischen Kurie kümmert. Im Interview erklärt der Päpstliche Ehrenkaplan unter anderem, was nun seine Aufgaben sind.

Herr Ambros, alles Gute für Ihre neue Auf­ga­be! Haben Sie sich über die Ernen­nung gefreut?
Mat­thi­as Ambros:
Papst Fran­zis­kus hat­te mir erst vor einem Jahr das Amt des Stell­ver­tre­ten­den Kir­chen­an­walts am Obers­ten Gericht der Apos­to­li­schen Signa­tur anver­traut. Inso­fern kam für mich die Beru­fung zum Unter­se­kre­tär des Dik­as­te­ri­ums für Kul­tur und Bil­dung doch sehr über­ra­schend. Ich freue mich über das Ver­trau­en des Hei­li­gen Vaters, das dadurch zum Aus­druck kommt, und packe die neue Auf­ga­be mit Gott­ver­trau­en an.

Wor­um küm­mert sich das Dik­as­te­ri­um für Kul­tur und Bil­dung? Und wel­che wer­den Ihre Berei­che sein?
Mat­thi­as Ambros:
Das Dik­as­te­ri­um ist, wie im Namen schon zum Aus­druck kommt, in zwei Sek­tio­nen auf­ge­teilt. Die Kul­tur­sek­ti­on – dafür bin ich nicht zustän­dig – steht para­dig­ma­tisch für den Dia­log zwi­schen Kir­che und Gesell­schaft. Die Bil­dungs­sek­ti­on, deren eigent­li­cher Unter­se­kre­tär ich bin, ist ver­ant­wort­lich für alle Fra­gen, die mit Erzie­hung, Reli­gi­ons­un­ter­richt und ganz­heit­li­cher Bil­dung des Men­schen zu tun haben. Zudem hat das Dik­as­te­ri­um den Auf­trag, die Orts­kir­chen in der Lei­tung und Beglei­tung der katho­li­schen Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten zu unter­stüt­zen. Schließ­lich ist die Behör­de für die Fakul­tä­ten zustän­dig, die vom Vati­kan errich­tet wur­den oder von ihm aner­kannt sind. Dies umfasst ins­be­son­de­re den gan­zen Bereich der theo­lo­gi­schen Fakultäten.

Auch die Rück­bin­dung an die Hei­mat nutzt, um über den All­tag im Büro hin­aus wei­ter­hin nahe am Men­schen sein zu können.”

Matthias Ambros

Neben Ihrer Tätig­keit im Vati­kan leh­ren Sie Kir­chen­recht an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Gre­go­ria­na. Wer­den Sie das wei­ter­füh­ren?
Mat­thi­as Ambros:
Ich bin mit Begeis­te­rung als Kano­nist in Leh­re und For­schung tätig. Soweit es mein Dienst an der Römi­schen Kurie zulässt, ver­su­che ich dies fort­zu­set­zen. Ich bin über­zeugt, dass es nur von Nut­zen sein kann, wenn die Lei­tung des Bil­dungs­dik­as­te­ri­ums auch die Innen­per­spek­ti­ve von Hoch­schul-Ein­rich­tun­gen kennt. Wie in vie­len Berei­chen hilft der Kon­takt zur Basis, um die Boden­haf­tung nicht zu verlieren.

Bischof Ste­fan Oster hat Ihnen zur neu­en Auf­ga­be gra­tu­liert: Ihr Amt wer­de auch die Ver­bun­den­heit der Diö­ze­se mit dem Hei­li­gen Stuhl stär­ken und ver­tie­fen. Wel­chen Bezug haben Sie zum Bis­tum Pas­sau?
Mat­thi­as Ambros:
Das Bis­tum Pas­sau ist mei­ne Hei­mat. Ich bin dort auf­ge­wach­sen und mei­ne Fami­lie lebt dort. Eben­so habe ich mei­ne kirch­li­che Ver­wur­ze­lung in die­ser Diö­ze­se. Auch wenn mich durch mein dama­li­ges Stu­di­um und mei­ne jet­zi­ge Tätig­keit die Wege nach Rom geführt haben, ver­su­che ich, die­se Ver­bin­dung in mein Hei­mat­bis­tum so gut es geht zu hal­ten. Für mich ist es selbst­ver­ständ­lich, dass ich die kirch­li­chen Fei­er­ta­ge und auch einen gro­ßen Teil mei­nes Urlaubs in der Diö­ze­se Pas­sau ver­brin­ge. Dann über­neh­me ich in der Regel Diens­te in den Pfar­rei­en. Auch die­se Rück­bin­dung an die Hei­mat nutzt, um über den All­tag im Büro hin­aus wei­ter­hin nahe am Men­schen sein zu können.

Inter­view: Mario Galgano

In Rom geweiht

Mat­thi­as Ambros kam 1979 in Frey­ung im Baye­ri­schen Wald zur Welt und wuchs in Mauth auf. Am 10. Okto­ber 2009 wur­de er in Rom zum Pries­ter geweiht. Nach Stu­di­en des Kir­chen­rechts und Tätig­kei­ten als Sub­re­gens im Regens­bur­ger Pries­ter­se­mi­nar sowie in der Seel­sor­ge wur­de er von Bischof Ste­fan Oster 2016 für den Dienst an der Römi­schen Kurie frei­ge­stellt. Bis 2021 war er dort für kirch­li­che Hoch­schul­an­ge­le­gen­hei­ten aus dem deut­schen Sprach­raum zustän­dig. 2022 ernann­te ihn Papst Fran­zis­kus zum Kon­sul­tor des Dikasteriums.Seit 2020 lehrt er zudem an der Uni­ver­si­tät Gregoriana.

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