Das glauben wir

Das Leben ist schön! Trotzdem.

Redaktion am 01.04.2024

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Irgendwie scheint es, wir befinden uns in einer Dauerkrisen-Schleife. Wer kann da noch optimistisch in die Zukunft blicken? Unser Autor kann. Im Editorial der aktuellen Ausgabe Nr. 15-2024 zeigt er auf, dass es dafür gute Gründe gibt ...

Wor­an liegt es, dass der Ein­zel­ne sich nicht wohl fühlt, obwohl es uns allen so gut geht? Die Fra­ge ist nicht so alt wie die Mensch­heit, aber ein paar Jahr­zehn­te hat sie schon auf dem Buckel. Maxi­mi­li­an Maxi“ Glanz, ver­kör­pert von Towje Klei­ner, woll­te dar­über ein gan­zes Buch schrei­ben. Die Essenz des­sen, womit er als Kum­mer­kas­ten-Autor bei der Beant­wor­tung von Leser­brie­fen befasst war. Das war die Aus­gangs­si­tua­ti­on in der Hel­mut-Dietl-Serie Der ganz nor­ma­le Wahn­sinn“ Anfang der 80er-Jahre.

Die Fra­ge ist offen­sicht­lich zeit­los und nicht auf eine Fern­seh­se­rie beschränkt. Auch 40 Jah­re spä­ter füh­len sich vie­le Men­schen in unse­rem nach wie vor recht rei­chen und siche­ren Land unwohl – auch sol­che, denen es augen­schein­lich an weni­gem fehlt. Zumin­dest mate­ri­ell. Viel­leicht gehört der Kri­sen­mo­dus doch ein wenig zum deut­schen Kul­tur­gut. Viel­leicht wapp­nen wir uns damit gegen den Neid der ande­ren. Wenn wir jam­mern, kommt nie­mand auf die Idee, wir könn­ten gar das Leben genießen.

Die Medi­en tun ein Übri­ges: Nur schlech­te Nach­rich­ten sind gute Nach­rich­ten im Sin­ne der Quo­te. Die sozia­len“ Medi­en legen dann ger­ne noch nach und wür­zen das Übel mit Bös­ar­tig­keit und Niedertracht.

Höchs­te Zeit zum Gegen­steu­ern. An die­ser Stel­le ein paar Licht­bli­cke aus dem ers­ten Vier­tel­jahr 2024, gesam­melt von der Katho­li­schen Nachrichtenagentur.

  • Gewalt nimmt bestän­dig ab – vie­le Men­schen schil­dern den Ein­druck, es gäbe immer mehr Gewalt. Aus Sicht eines Kri­mi­no­lo­gen ist das Gegen­teil der Fall. Die Gesell­schaft sei aber wesent­lich sen­si­bler gewor­den, was Gewalt angeht“, sag­te der Kri­mi­no­lo­ge Tobi­as Sin­geln­stein der Süd­deut­schen Zeitung“.
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„Oder dass mir die Sonne heuer immerhin schon so oft ins Gesicht schien, dass mich der Eisverkäufer als Stammgast schon von Weitem grüßt ...“ Chefredakteur Wolfgang Krinninger mit Eiscreme.
  • Weni­ger Men­schen müs­sen wegen Krebs ins Kran­ken­haus – Fach­leu­te füh­ren die­se Ent­wick­lung auf Vor­beu­gung und bes­se­re Behand­lungs­me­tho­den zurück. Auch der Anteil der­je­ni­gen, die an Krebs ster­ben, ist gesun­ken: von 25 Pro­zent im Jahr 2022 auf aktu­ell 22 Prozent.
  • Erst­mals stammt der Haupt­teil des Stroms, der erzeugt und ins deut­sche Netz ein­ge­speist wird, aus Erneu­er­ba­ren Ener­gien. Die­ser Anteil liegt laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt inzwi­schen bei 56 Pro­zent; im Vor­jahr waren es noch 46,3 Prozent.

Das sind jetzt nur drei Bei­spie­le von vie­len. Da war noch gar nicht die Rede davon, dass die Baye­ri­sche Kurz­ohr­maus (Micro­tus bava­ri­cus), eine der sel­tens­ten Säu­ge­tier­ar­ten welt­weit, im Alpen­raum wie­der auf­ge­taucht ist. Oder dass mir die Son­ne heu­er immer­hin schon so oft ins Gesicht schien, dass mich der Eis­ver­käu­fer als Stamm­gast schon von Wei­tem grüßt. Ich bleib dabei: Wir soll­ten drauf schau­en, was in der Welt passiert.

Aber nie­mand hat etwas davon, wenn wir uns run­ter­zie­hen las­sen. Denn mit gesenk­tem Haupt ver­lie­ren wir auch das aus dem Blick, was wir viel­leicht durch unser Zutun zum Bes­se­ren wen­den können.

Ja, ich wage es zu sagen: Das Leben ist schön! Trotz allem.

Wolfgang krinninger

Wolfgang Krinninger

Chefredakteur

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