Sie fuhren zur Gnadenmutter in der Heiligen Kapelle um dem Motto gemäß „zur Mitte zu kommen“. In vierter Auflage organisierten die Kapuziner, allen voran Bruder Marinus Parzinger, diese Veranstaltung für Radfahrer aus Nah und Fern, für junge und reifere Semester, Gruppen- oder Einzel-Radler mit E‑Bikes oder ohne Hilfsmotor.
Das Wallfahrtsmotto „Zur Mitte kommen“, entstamme einem Liedvers von Kathi Stimmer, wie Bruder Marinus Parzinger erklärte. Es gehe um „ein Zusammenführen von Wegen, die sich kreuzen, um Nähe zu spüren, zur Ruhe zu kommen, uns gegenseitig zu stärken, eine erfüllte Zeit zu haben – die Mitte für uns Glaubensfrohe ist letztendlich Christus.“ Vor der Gnadenkapelle im Schatten der Ahornbäume war dieses „zur-Ruhe-Kommen“ durchaus gewährleistet. Nachmittags fand eine Segensfeier statt, musikalisch am Keyboard begleitet von Stiftsorganistin Johanna Stitz.
Fahrrad-Sternwallfahrt – Impressionen
Über 200 Kilometer in vier Tagen war ein Ehepaar aus Landsberg/Lech mit ihren E‑Bikes geradelt, um an dieser Rad-Sternwallfahrt teilzunehmen. „Letztes Jahr haben wir Ende September dieselbe Radtour nach Altötting gemacht“, wie sie schmunzelnd erzählten, „aber da waren wir terminlich zu spät dran und sind bei der Dankwallfahrt der Motorrad-Freunde am Kapellplatz gelandet.“ Franz Ehgartner mit seinem Rollstuhl-integrierten „Handbike“ war zusammen mit seiner Ehefrau Brigitte nach etwa 20 Kilometer Wegstrecke ab Pleiskirchen am Kapellplatz angekommen. Als treue Altötting-Pilger waren sie auch Teilnehmer bei der Pleiskirchner Pfarrwallfahrt am 1. Mai, wie sie berichteten.
Ebenso von seinem „Handbike“ überzeugt ist Thomas Haas aus Pleiskirchen. Auch eine zehnköpfige Radpilger-Gruppe aus Saal/Donau bei Kelheim mit Organisatorin Ursula Wagner hat ihre Zusage zur Sternwallfahrt eingehalten und sich nach Ankunft zusammen mit Bruder Marinus am Pilgerziel ablichten lassen. 130 Kilometer Wegstrecke waren geschafft. Und sie radelten dieses Jahr zum 31. Mal „ins Herz Bayerns“.
Ganz ohne E‑Motor kamen Eva mit ihrem Gravel-Bike und ihr Vater auf einem „Otto-Normalverbraucher-Fahrrad“ in Altötting an. Diese Fahrräder sind zeitlos und sicherlich länger im Gebrauch“, sind sich beide einig. Die Mama und Ehefrau kam indessen mit dem Auto zur Radler-Veranstaltung, um ihre sportlichen Familienmitglieder in Empfang zu nehmen.
„Keiner lebt für sich allein“, betonte Bruder Marinus bei der Statio vor der Gnadenkapelle, „so stellt sich für uns die Frage im Leben, was wichtig ist.“ Diese Frage habe sich auch der heilige Franziskus gestellt und dabei in Dankbarkeit für das ihm geschenkte Leben festgestellt: „Die Schöpfung bewahren führt uns zur Mitte, zu Gott, dem Schöpfer der Welt.“ Es genüge nicht, im Leben nur die Geschwindigkeit zu drosseln, sondern entscheidend sei, den richtigen Weg einzuschlagen, denn viele Herausforderungen würden zum verantwortungsbewussten Umdenken zwingen, „damit Gottes wunderbare Schöpfung auch für die Nachwelt erhalten bleibt. Die Gottesmutter Maria und der heilige Franziskus sind uns dabei gute Vorbilder, wie ein gottgefälliges Leben, unser Ja zu Gottes Auftrag, auszurichten ist.“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

