Bistum

Eine Herzensangelegenheit

Redaktion am 09.12.2024

Info Icon Foto: KSG
Gelebte christliche Nächstenliebe: Vor zwölf Jahren entstanden, wächst der Besuchsdienst der KSG immer weiter. Einmal pro Woche besuchen Studierende die Bewohner des Malteserstifts St. Nikola und machen den Bewohnerinnen und Bewohnern eine große Freude.

Das studentische Engagement der KSG lindert die Not vieler Menschen in Passau.

Ich bin immer wie­der berührt und auch stolz auf das viel­fäl­ti­ge Enga­ge­ment in unse­rer Katho­li­schen Stu­den­ten­ge­mein­de (KSG) Pas­sau! Die Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten geben hier ein leuch­ten­des Bei­spiel für geleb­te Soli­da­ri­tät und christ­li­che Nächs­ten­lie­be“, sagt Stu­den­ten­pfar­rer Peter Kunz. Mit zwei bedeu­ten­den Pro­jek­ten – dem Alten­heim­be­suchs­dienst und dem Sonn­tags­mahl“ – set­zen sich Stu­die­ren­de aktiv für die Gemein­schaft ein und schaf­fen Ver­bin­dun­gen zwi­schen Gene­ra­tio­nen sowie sozia­len Schichten.

Vor rund zwölf Jah­ren leg­te Atti­la Lány den Grund­stein für den Besuchs­dienst der KSG, ein Pro­jekt, das seit­her kon­ti­nu­ier­lich wächst. Unter der Lei­tung von Lukas Fall­ak und Chris­ti­ne Nau­mann besu­chen Stu­die­ren­de wöchent­lich Bewoh­ner des Mal­te­ser­stifts St. Niko­la in Pas­sau. Die­se Begeg­nun­gen brin­gen Freu­de und Abwechs­lung in den All­tag der älte­ren Menschen.

Die Besu­che schen­ken den Bewoh­nern das Gefühl, wert­ge­schätzt zu wer­den, und erin­nern dar­an, dass sie auch im Alter eine wich­ti­ge Rol­le spie­len. Für die Stu­die­ren­den wie­der­um eröff­nen sich Ein­bli­cke in die Lebens­welt der Senio­ren, was sie berei­chert und sen­si­bi­li­siert. Die Besu­che sind Gesprächs­the­ma beim Essen im Spei­se­saal“, erzählt Doro­thée Man­teuf­fel, die die Akti­vi­tä­ten eng beglei­tet. Die Bewoh­ner freu­en sich die gan­ze Woche auf ihre Gäste.“

Regel­mä­ßi­ge Ver­an­stal­tun­gen wie ein gemein­sa­mes Kaf­fee­kränz­chen mit Brett­spie­len oder die Fei­er von Fest­ta­gen, etwa das St.-Martins-Fest, bei dem Sze­nen nach­ge­spielt und Lie­der gesun­gen wer­den, ver­tie­fen die Bezie­hun­gen zwi­schen Jung und Alt. Die­se Begeg­nun­gen bele­ben nicht nur die Atmo­sphä­re im Heim, son­dern sind auch ein Zei­chen für den sozia­len Zusam­men­halt, den die KSG fördert.

Unse­re Visi­on ist es, Men­schen am Ran­de der Gesell­schaft auf Augen­hö­he zu begeg­nen und ihnen einen Raum zum Sein zu bieten.”

Maurus Kruis, Student der KSG

Ein wei­te­res her­aus­ra­gen­des Pro­jekt der KSG ist das Sonn­tags­mahl“, das in Koope­ra­ti­on mit der HOME Base Pas­sau seit über vier Jah­ren erfolg­reich läuft. Jeden Sonn­tag wird ein Mit­tag­essen für Bedürf­ti­ge ange­bo­ten, ergänzt durch Kaf­fee, Kuchen und einen geist­li­chen Impuls. Unse­re Visi­on ist es, Men­schen am Ran­de der Gesell­schaft auf Augen­hö­he zu begeg­nen und ihnen einen Raum zum Sein zu bie­ten“, sagt Mau­rus Kruis, einer der Stu­den­ten, die sich mit Herz­blut engagieren.

Die Gäs­te­zahl schwankt zwi­schen 15 und 35 Per­so­nen, zu beson­de­ren Anläs­sen sind es auch mehr. Unter­stützt wird das Pro­jekt von 20 bis 25 Hel­fe­rin­nen und Hel­fern, die regel­mä­ßig oder punk­tu­ell kochen, backen und ser­vie­ren. Doch das Sonn­tags­mahl bie­tet mehr als nur eine war­me Mahl­zeit. Es ist ein Ort der Begeg­nung, des Aus­tauschs und der Gemeinschaft.

Beson­ders berüh­rend ist die Geschich­te von Tom, einem lang­jäh­ri­gen Teil­neh­mer, der nun selbst als Hel­fer aktiv ist: Vor fünf Jah­ren bin ich in Pas­sau gestran­det und habe das Sonn­tags­mahl ken­nen­ge­lernt. Um mei­ne Dank­bar­keit aus­zu­drü­cken, enga­gie­re ich mich seit­dem. Kochen ist mei­ne Lei­den­schaft, und ich freue mich, damit etwas zurück­ge­ben zu kön­nen.“ Für Tom und vie­le ande­re ist das Sonn­tags­mahl nicht nur eine Unter­stüt­zung in schwie­ri­gen Zei­ten, son­dern ein Anker­punkt im Alltag.

Bei­de Pro­jek­te zei­gen ein­drucks­voll, wie viel Gutes ent­ste­hen kann, wenn sich jun­ge Men­schen enga­gie­ren. Sie brin­gen nicht nur prak­ti­sche Hil­fe, son­dern auch Wär­me, Mensch­lich­keit und Hoff­nung dort­hin, wo sie drin­gend gebraucht wer­den. In einer Gesell­schaft, die oft von Iso­la­ti­on und Ver­ein­sa­mung geprägt ist, setzt die KSG ein star­kes Zei­chen: Jeder Mensch zählt, unab­hän­gig von Alter oder sozia­lem Status.

Mit ihrem uner­müd­li­chen Ein­satz bewei­sen die Stu­die­ren­den der KSG, dass Enga­ge­ment nicht nur hilft, son­dern auch berei­chert – sowohl die­je­ni­gen, die geben, als auch die, die empfangen.

Text: red

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