Ein wenig Licht für trübe Tage

Redaktion am 15.10.2024

Auf der Beliebtheitsskala der Jahreszeiten rangiert der Herbst eher nicht ganz vorne. Auch nicht bei unserem Autoren des Editorials der aktuellen Ausgabe (43-2024), der den dunkler werdenden Tagen jedoch auch ein paar Lichtblicke abgewinnen kann.

Der Herbst kann in Umfra­gen nicht im Ent­fern­tes­ten mit Früh­ling und Som­mer mit­hal­ten. Ich kann das abso­lut nach­voll­zie­hen. Natür­lich gibt es auch die gol­de­nen Tage, an denen Him­mel, Bäu­me, Son­ne, Fel­der, Flüs­se und Seen uns in einer Far­ben­pracht schwel­gen las­sen, dass einem fast die Luft weg­bleibt. Doch viel häu­fi­ger ist es regen­schau­rig und die Käl­te kriecht durch alle Fasern. Und der All­tag für uns Erwerbs­tä­ti­gen sieht so aus: Es ist dämm­rig, wenn wir mor­gens die Nase bei der Haus­tür raus­stre­cken, es ist fins­ter, wenn wir abends heim­kom­men. Zumin­dest bei mir will da kei­ne rech­te Vor­freu­de auf­kom­men, wenn ich abends die Stra­ßen­schu­he aus­zie­he und in die Filz­pan­tof­feln schlüpfe. 

Nur gut, dass wir den alten Goe­the haben. Ihm wer­den fol­gen­de Zei­len zuge­schrie­ben: Auch das ist Kunst, ist Got­tes Gabe, aus ein paar son­nen­hel­len Tagen sich so viel Licht ins Herz zu tra­gen, dass, wenn der Som­mer längst ver­weht, das Leuch­ten immer noch besteht.“

Info Icon Foto: Wolfgang Krinninger
Magnete als Souvenirs: Ein Blick genügt, um gedanklich abzutauchen in nahe oder ferne Urlaubsparadiese.

Das ist ver­mut­lich wirk­lich eines der bes­ten Rezep­te, um die dämm­rig-trü­ben Tage gut zu über­ste­hen. Des­halb sind auch klei­ne Mit­bring­sel aus dem Som­mer­ur­laub so wich­tig. Sie hel­fen den Gedan­ken auf die Sprün­ge und ver­lei­hen neu­en Träu­men Flü­gel. Unver­ges­sen sind etwa die Sche­ren­schnit­te, die ein lus­ti­ger Lebens­künst­ler vor vie­len, vie­len Jah­ren in Kroa­ti­en von mei­ner Frau und mir anfer­tig­te. Er schnip­pel­te ein, zwei Minu­ten, drück­te uns die bei­den Blät­ter in die Hand, nann­te uns den Preis, nahm das Geld und weg war er. Es hat eine Wei­le gedau­ert, bis wir umge­rech­net hat­ten, dass wir für das Geld auch ein rich­tig schö­nes Abend­essen zu zweit bekom­men hät­ten. In gro­ßen Erin­ne­rungs­kis­ten lagern noch die Kapi­täns­müt­zen, Holz­schwer­ter und Plas­tik­mes­ser, in die unse­re Kin­der ihr Urlaubs­geld inves­tier­ten. Und dann gibt‘s da noch den Klas­si­ker, den Arti­kel, der ein Haupt­grund dafür ist, dass es in Thes­sa­lo­ni­ki stol­ze 2,8 Sou­ve­nir­shops pro Qua­drat­ki­lo­me­ter gibt – die alle ein Aus­kom­men haben: Magne­te, ver­ziert mit mehr oder weni­ger geschmack­vol­len Moti­ven der jewei­li­gen Regi­on. Wir haben dafür eigens schma­le Stahl­schie­nen über dem Küchen­ofen ange­bracht. Ein Blick genügt, um gedank­lich abzu­tau­chen in nahe oder fer­ne Urlaubsparadiese. 

Ich sel­ber neh­me von jedem Ort, wo es erlaubt ist, auch noch einen beson­ders geform­ten oder inter­es­sant gefärb­ten klei­nen Stein mit. Ein klei­ner Gegen­stand aus der Natur, der mir auf dem Weg zu Füßen lag und mir beson­ders ins Auge stach. Wie­der daheim, lege ich die­se Rand­er­schei­nung“ in unse­rer klei­nen Haus­ka­pel­le ab, ver­bun­den mit einem Dank­ge­bet: für all das Schö­ne, das wir erle­ben durf­ten, für die neu­en Erfah­run­gen, für die wohl­be­hal­te­ne Heimkehr. 

Wenn ich jetzt noch die vie­len Urlaubs­bil­der dazu­rech­ne, kommt unterm Strich doch ganz schön viel zusam­men, was das Licht des Som­mers in den Herbst und ins Herz trägt. Es wird schon rei­chen, bis die ers­ten Schwal­ben uns die Wär­me und den Früh­ling wiederbringen.

Wolfgang
Krinninger

Chefredakteur

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