Einstellungen erfolgreich gespeichert

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Mehr erfahren

Editorial: Freut euch ...

Michael Glaß am 14.03.2022

2022 03 14 pb alb weltglueckstag2 Foto: Michael Glaß
Manchmal kann man vor Glück „eine Allee von Purzelbäumen schlagen“ oder einfach nur einen Luftsprung machen – nicht immer, aber manchmal; das geht auch dann, wenn die Zeiten schwierig sind.

Am 20. März findet zum zehnten Mal der Weltglückstag statt – ein schöner Tag in schwieriger Zeit.

Glück ist ein zar­tes Pflänz­chen, das lie­be­voll gepflegt wer­den soll­te. Dank Heinz Erhardt wis­sen wir sogar wie es aus­sieht: Ich könn­te manch­mal vor Glück eine gan­ze Allee von Pur­zel­bäu­men schla­gen“, sag­te einst der berühm­te deut­sche Unter­hal­tungs­künst­ler. Ein schö­nes Bild: Eine lan­ge Stra­ße, dicht gesäumt von bun­ten (Glücks-)Purzel-Bäumen.

Für alle, die ähn­lich emp­fin­den wie Heinz Erhardt, wäre jeden­falls heu­te am 20. März eine idea­le Gele­gen­heit: schon zum zehn­ten Mal ist an die­sem Tag der von den Ver­ein­ten Natio­nen (UN) aus­ge­ru­fe­ne Welt­glücks­tag“. Zu den 17 Zie­len einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung, die in der Zukunft Glück und Wohl­erge­hen ermög­li­chen sol­len, zählt die UN u.a. kei­ne Armut, Gesund­heit, Bil­dung, sau­be­res Was­ser, sau­be­re Ener­gie, weni­ger Ungleich­heit, Frie­de, Gerech­tig­keit und Zusammenhalt.

Nun ist Glück ein höchst sub­jek­ti­ves Emp­fin­den, wes­halb die UN dafür also nur die Grund­la­gen schaf­fen kön­nen – sich um das Glück küm­mern muss der Ein­zel­ne schon sel­ber. Glücks-Rat­ge­ber haben dafür jede Men­ge Rat­schlä­ge parat: ein­fach mal abschal­ten, ein Nicker­chen machen, (bewusst den Moment und die Frei­heit) genie­ßen, (lang­sam!) essen und trin­ken, Tag­träu­men, Spa­zie­ren­ge­hen, beten, medi­tie­ren, ande­ren etwas schen­ken – all das kann glück­lich machen. Oder ein­fach mal laut sin­gen, auch das soll gut­tun – Groß­tan­te Lui­se aus unse­rer Kin­der­ge­schich­te auf Sei­te 36 kann hier Vor­bild sein.

Aufgepasst: zu viel Glück kann gefährlich sein!

Doch auf­ge­passt: zu viel Glück kann gefähr­lich sein! Das hat in den 1950er-Jah­ren der Psy­cho­lo­ge James Olds bei Ver­su­chen mit Labor­rat­ten her­aus­ge­fun­den: als die­se per Knopf­druck ihr Glücks-Are­al“ im Gehirn selbst elek­trisch sti­mu­lie­ren konn­ten, drück­ten sie so lan­ge, bis sie vor Durst, Hun­ger und Erschöp­fung fast am Glücks­rausch“ gestor­ben wären.

Ein ande­rer Glücks-For­scher, Geor­ge E. Vail­lant, hat im Jahr 1937 an der Har­vard Uni­ver­si­tät eine Lang­zeit-Stu­die ins Leben geru­fen, die die Lebens­ge­schich­ten von über 700 Men­schen ver­folg­te und die heu­te noch fort­ge­führt wird. Dabei kam her­aus: Glück­lich und gesund ist, wer gute Bezie­hun­gen führt. Gemeint sind wirk­lich tie­fe Bezie­hun­gen in Ehe, Fami­lie und mit Freun­den. Ech­te Gemein­schaft ist es also, die glück­lich macht. Vail­lant sel­ber resü­mier­te: Glück­lich­sein ist Lie­be. Punkt.“ Schön. Damit haben die Glücks­for­scher aus Bos­ton ganz neben­bei die Kern­aus­sa­ge der christ­li­chen Bot­schaft bewiesen.

Schwestern machen glücklich.

Auch inter­es­sant: Schwes­tern machen glück­lich. Das ergab eine Stu­die von Sozi­al­psy­cho­lo­gen der eng­li­schen Uni­ver­si­tä­ten Uls­ter und De Mont­fort aus dem Jahr 2010. Alle, die eine Schwes­ter haben, füh­len sich dem­nach aus­ge­gli­che­ner und opti­mis­ti­scher und haben mehr Freun­de als Men­schen, die nur Brü­der haben. U.a. des­halb, weil Schwes­tern offen über Gefüh­le reden und den Zusam­men­halt stär­ken. Aus eige­ner Erfah­rung kann ich sagen: Glück g’habt!“

Spe­zi­ell in Bay­ern gehört zum Glück­lich­sein auch das Gran­teln dazu. Es sorgt halt für ein ange­nehm-freu­di­ges Gefühl, wenn man sei­nen Mit­men­schen gele­gent­lich wie Karl Valen­tin ein mür­ri­sches Die Zukunft war frü­her auch bes­ser“ oder Hof­fent­lich wird‘s nicht so schlimm, wie‘s schon ist“ ent­ge­gen schleudert.

Manch­mal sind die Umstän­de aber tat­säch­lich schlimm. So wie der­zeit in der Ukrai­ne. Bei all den schreck­li­chen Bil­dern hel­fen kein Gran­teln und auch kei­ne Pur­zel-Bäu­me. Aber ein Blick auf Jesu Berg­pre­digt (Mt 5,312) kann hel­fen – als Mah­nung an grö­ßen­wahn­sin­ni­ge Dik­ta­to­ren eben­so wie als Erin­ne­rungs-Stüt­ze für die gro­ße Mehr­heit der fried­lie­ben­den Men­schen: glück­lich bzw. selig, die kei­ne Gewalt anwen­den; denn sie wer­den das Land erben“, oder: glück­lich bzw. selig, die Frie­den stif­ten; denn sie wer­den Söh­ne Got­tes genannt wer­den“, und: Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Him­mel wird groß sein.“

Mgl foto kontakt

Michael Glaß

Redakteur