Kirche vor Ort

Christus im Alltag begegnen

Redaktion am 27.04.2026

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Bruder Konradfest 2026: Prozession mit der Bruder-Konrad-Hauptreliquie.

Bruder-Konrad-Fest 2026 in Altötting: Bestes Wetter, ein spontaner Hauptzelebrant und gute Gespräche unter Verehrern des heiligen Klosterpförtners.

Lag es am herr­li­chen Früh­lings­wet­ter mit strah­len­dem Son­nen­schein und war­men Tem­pe­ra­tu­ren schon am Vor­mit­tag? Jeden­falls waren die Besu­cher des Bru­der-Kon­rad-Fes­tes, zu dem die Kapu­zi­ner jedes Jahr rund um den Ster­be­tag ihres hei­li­gen Mit­bru­ders am 21. April ein­la­den, bes­ter Lau­ne. Nach der Reli­qui­en­pro­zes­si­on im Anschluss an den Fest­got­tes­dienst am Sonn­tag, 26. April, dem Bru­der-Kon­rad-Tag“ 2026 ver­sam­mel­ten sich vie­le Ver­eh­rer des 1894 ver­stor­be­nen Klos­ter­pfört­ners von Alt­öt­ting vor des­sen ehe­ma­li­ger Wir­kungs­stät­te auf dem Basi­li­ka-Vor­platz und ver­tief­ten sich bei Bru­der-Kon­rad-Weckerln und Frei­ge­trän­ken in gute Gesprä­che. Auch Jakob Auer (35), Erz­abt der Bene­dik­ti­ner­ab­tei St. Peter in Salz­burg misch­te sich unter die Men­schen. Er war als Haupt­ze­le­brant und Pre­di­ger kurz­fris­tig für den erkrank­ten Salz­bur­ger Erz­bi­schof Franz Lack­ner eingesprungen.

Bruder-Konrad-Fest 2026 – Impressionen

Als Vor­ste­her (Guar­di­an) der Alt­öt­tin­ger Kapu­zi­ner­ge­mein­schaft im St. Kon­rad-Klos­ter hat­te Br. Mari­nus Par­zin­ger ein­gangs des von Alt­öt­tin­ger Hof­mu­sik, Kapell­or­ches­ter und ‑chor sowie der Scho­la Autin­gen­sis musi­ka­lisch fei­er­lich gestal­te­ten Fest­got­tes­diens­tes den Erz­abt sowie die Got­tes­dienst­gäs­te – dar­un­ter Ers­ter Bür­ger­meis­ter Ste­phan Ant­wer­pen – herz­lich begrüßt. Mit am Altar stan­den neben Br. Mari­nus auch Stadt­pfar­rer Klaus Metzl und MC-Prä­ses Br. Georg Grei­mel. Abt Jakob Auer ver­wies in sei­ner Ant­wort vor der Eröff­nung des Got­tes­diens­tes dar­auf, dass wir heu­te zugleich den Sonn­tag Guter Hir­te“ und den Welt­ge­bets­tag um geist­li­che Beru­fun­gen fei­ern“ – und wie gut das zu Bru­der Kon­rad pas­se. Denn die­ser sei nicht nur ein Pfört­ner im wört­li­chen Sin­ne, son­dern auch ein Tür­hü­ter zu Chris­tus, zu Gott für vie­le vie­le Men­schen gewe­sen. Er selbst ver­eh­re Bru­der Kon­rad sehr – an des­sen Gedenk­tag habe er sogar vor einem Jahr offi­zi­ell sein Amt als Erz­abt übernommen.

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Bruder-Konrad-Fest 2026: Erzabt Jakob Auer während seiner Predigt in der Basilika St. Anna.

Tür­hü­ter“ war auch die zen­tra­le Meta­pher der Pre­digt des Salz­bur­ger Bene­dik­ti­ners. Bereits Jesus selbst sage von sich: Ich bin die Tür (des Lebens). Wer durch mich hin­ein­geht, wird geret­tet wer­den.“ (Joh 10,9) In die­ser Funk­ti­on sei Chris­tus über dem Por­tal der Vor­hal­le der Stifts­kir­che von St. Peter abge­bil­det, das den Über­gang von der All­tags­welt in die Welt des Hei­li­gen sym­bo­li­sie­re. Der hei­li­ge Bru­der Kon­rad sei in die­sem Sin­ne 41 Jah­re lang ein irdi­scher Tür­hü­ter gewe­sen, der in jedem Men­schen, der an sei­ne Klos­ter­pfor­te klopf­te, Chris­tus selbst erkannt habe – ein zen­tra­ler Pfei­ler auch der Spi­ri­tua­li­tät des hei­li­gen Bene­dikt, den die­ser in sei­ner bald 1500 Jah­re alten Regel im Punkt über die Gast­freund­schaft nie­der­ge­schrie­ben habe (RB 53). 

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Bruder-Konrad-Fest 2026: Einzelreliquiensegen nach der Vesper am Sonntagnachmittag mit Bruder Marinus Parzinger.

In die­ser Ordens­re­gel habe der Hei­li­ge, so Abt Jakob, eben­falls nie­der­ge­schrie­ben wer als Pfört­ner, als Tür­hü­ter geeig­net sei: näm­lich ein wei­ser älte­rer Bru­der“, der unemp­fäng­lich für äuße­re Ablen­kun­gen sei: Mit der gan­zen Sanft­mut eines Got­tes­fürch­ti­gen und mit dem Eifer der Lie­be gebe er unver­züg­lich Bescheid“ (RB 66). In die­sen Zuschrei­bun­gen eines Tür­hü­ters erken­ne er Bru­der Kon­rad per­fekt wie­der: Chris­tus zu ent­de­cken in den Begeg­nun­gen des All­tags, das macht für mich sei­ne Hei­lig­keit aus.“ Wir alle, so der jun­ge Erz­abt abschlie­ßend, soll­ten uns fra­gen, wer an unse­re Türe, an unser Herz, an unse­re See­le klop­fe – näm­lich Chris­tus selbst. Und dann könn­ten und soll­ten wir der wei­se Alte“ sein, der Tür­hü­ter zu Chris­tus für ande­re Men­schen. Damit sie, so wie wir, das Leben in Fül­le“ hät­ten (Joh 10,10).

Bereits am Sams­tag­abend hat­ten sich vie­le Gläu­bi­ge zur Vor­abend­mes­se mit Pre­digt von Br. Mari­nus nach fei­er­li­chem Ein­zug mit der Bru­der-Kon­rad-Haupt­re­li­quie in der Basi­li­ka ver­sam­melt, der anschlie­ßend eine stim­mungs­vol­le Lich­ter­pro­zes­si­on folg­te. Den Abschluss des Bru­der-Kon­rad-Fes­tes 2026 bil­de­te tra­di­tio­nell die Ves­per am Sonn­tag um 16 Uhr in der Kon­rad­kir­che, nach der die Teil­neh­mer ger­ne vom Ange­bot des Ein­zel­re­li­qui­en­se­gens Gebrauch machten.

Wolfgang
Terhörst

Redaktionsleiter

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