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Bistum

Beten – mit Abstand die beste Lösung

Redaktion am 17.11.2020

Bp BB Originelle Corona Hinweise Pfarrkirche Mariakirchen Mesnerin 06 11 2020 9 info-icon-20px Bernhard Brunner
Hinter der originellen Idee, die coronakonforme Sitzordnung in Maria Himmelfahrt in Mariakirchen mit Spruchaufklebern zu markieren, stecken Mesnerin Sieglinde Salzberger und Kirchenverwaltungsmitglied Christian Schwarz

Corona und Kreativität liegen oft nah beieinander. Das wird den Kirchen- und Gottesdienstbesuchern von Maria Himmelfahrt in der kleinen Pfarrei bei Arnstorf im Landkreis Rottal-Inn deutlich vor Augen geführt.

Maria­kir­chen. Den Dom des Koll­bach­tals, wie die Ein­hei­mi­schen stolz ihr reich aus­staf­fier­tes und über­ra­schend geräu­mi­ges Roko­ko-Got­tes­haus nen­nen, zie­ren neu­er­dings Auf­kle­ber an den Kir­chen­bän­ken, um – in Ver­bin­dung mit ori­gi­nel­len Sinn­sprü­chen – auf die Abstands­re­geln hin­zu­wei­sen. Beten – mit Abstand die bes­te Lösung“ ist auf einem der Pap­perl“ zu lesen.

Im Glau­ben, die im Früh­jahr ver­häng­ten Ein­schrän­kun­gen als Fol­ge der Virus-Pan­de­mie wären nur von kur­zer Dau­er, hat­ten die bei­den Mes­ne­rin­nen Sieg­lin­de Salz­ber­ger und Mari­an­ne Hartl, Haus­häl­te­rin des in Maria­kir­chen leben­den Ruhe­stands­geist­li­chen Gott­fried Wernd­le, die Sitz­ord­nung zur Ver­rin­ge­rung des Infek­ti­ons­ri­si­kos eher pro­vi­so­risch mit Abschnit­ten eines Krepp­ban­des mar­kiert. Als dann die Nach­ho­lung eines wegen Coro­na ver­scho­be­nen Requi­ems mit Gäs­ten von aus­wärts anstand, mach­ten Beden­ken die Run­de. Da müs­sen wir uns schä­men“, beschreibt Sieg­lin­de Salz­ber­ger die dama­li­ge Stim­mungs­la­ge. Hin­zu kam vor allem bei Kir­chen­ver­wal­tungs­mit­glied Chris­ti­an Schwarz die Angst, der Kleb­stoff der Krepp-Hin­wei­se las­se sich spä­ter nicht mehr rück­stands­los vom alt­ehr­wür­di­gen Holz des Gestühls entfernen.

Mit sei­ner im benach­bar­ten Arnstorf ansäs­si­gen Wer­be­fir­ma kon­zi­pier­te Schwarz sodann spe­zi­el­le Auf­kle­ber in Pfeil­form, um die mit dem nöti­gen Abstand zu beset­zen­den Plät­ze im Kir­chen­schiff zu kenn­zeich­nen. Die für ihre Krea­ti­vi­tät bekann­te Mes­ne­rin, seit nahe­zu 13 Jah­ren in Diens­ten der Pfar­rei, ließ sich die Sprü­che dafür ein­fal­len. Wer glaubt, ist nie allein“, nennt Sieg­lin­de Salz­ber­ger den ers­ten Ent­wurf, dem rasch wei­te­re folg­ten. Abstand zum Nächs­ten, aber dem Herrn ganz nah“ ist auf der Rol­le mit den Kle­be­pfei­len eben­so zu lesen wie die Ermun­te­rung zum Beten Besin­nen und Kraft tan­ken“ oder die Freu­de über die Anwe­sen­heit Gläu­bi­ger, aus­ge­drückt mit einem Schee dasd do bist“ im Dia­lekt. Nicht feh­len darf natür­lich der mit am häu­figs­ten geäu­ßer­te Wunsch in die­sen wir­ren Coro­na-Zei­ten Gsund bleim“, hier eben­so in Mund­art formuliert.

Im Herbst hat das eif­ri­ge Team die Auf­kle­ber an den his­to­ri­schen Kir­chen­bän­ken – sie ver­fü­gen seit jeher über Platz­num­mern – in dem Bau aus der Mit­te des 18. Jahr­hun­derts ange­bracht, der aus Infek­ti­ons­schutz­grün­den gegen­wär­tig nicht beheizt wer­den darf.

Mit Schmun­zeln quit­tie­ren die Kirch­gän­ger die Sprüch­lein, die den Ernst der durch­aus gefähr­li­chen Infek­ti­ons­la­ge für kur­ze Augen­bli­cke ver­ges­sen las­sen und das wohl­tu­en­de, erwär­men­de Gefühl ver­mit­teln, in der Kir­che und beim Herrn immer will­kom­men zu sein. Schließ­lich heißt es auf einem Pfeil:

Die­ser Platz ist für dich”

Alle ver­bin­det zusam­men mit Pfar­rer Bern­hard Sali­ter frei­lich die gro­ße Hoff­nung, dass die geist­reich gestal­te­ten Platz­an­wei­ser, so schön und ori­gi­nell sie auch sind, schon in weni­gen Mona­ten über­flüs­sig sein werden.

Text und Foto: Bern­hard Brunner