Kirche vor Ort

Aufwändige Renovierung an der Kirche St. Severin in der Innstadt von Passau

Redaktion am 01.07.2020

Info Icon Bernhard Brunner
Über die gelungene Maßnahme freut sich Innstadtpfarrer Pater Mirko Legawiec OSPPE am allermeisten.

In reinstem Weiß erstrahlt die innseitige Friedhofsmauer an der Kirche St. Severin nach Abschluss der aufwändigen Sanierung. Vor Freude über das gelungene Werk strahlt auch Pater Mirko Legawiec OSPPE vom Kloster Mariahilf über das ganze Gesicht. „Wir sind sehr froh darüber“, bekundet der Pauliner-Mönch und örtliche Pfarrer beim Anblick der steinernen historischen Einfriedung, die vor allem durch das Hochwasser im Juni 2013 Schaden genommen hatte. Die Fundamente waren von den Fluten des Inns teilweise stark unterspült worden.

Das Resul­tat der Bestands­un­ter­su­chung durch Kir­chen­re­stau­ra­tor Josef Krei­le­der aus Kema­ting bei Fürs­ten­zell deu­te­te auf einen hohen Sanie­rungs­be­darf der Fried­hofs­mau­er hin, die an das Bahn­gleis der außer Betrieb befind­li­chen Lokal­bahn nach Hau­zen­berg angrenzt. Die Nach­for­schun­gen erga­ben, dass der Fried­hof an die­ser Stel­le schon um 1825 von einer Mau­er umge­ben war. Ins­ge­samt fünf Bau­pha­sen sind nach­ge­wie­sen – die letz­te als Sanie­rung mit Stütz-Vor­maue­rung aus Beton und Mau­er­werks­er­hö­hung, dazu Anbrin­gung teils neu­zeit­li­cher Deck­plat­ten aus Beton, im Jahr 1983.

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Kein Vergleich zu vorher ist das gepflegte Erscheinungsbild der innseitigen Friedhofsmauer an der Kirche St. Severin nach der aufwändigen Sanierung.

Teil­wei­se Nei­gung der Mau­er nach außen, insta­bi­les Stein­ma­te­ri­al, aus­ge­wa­sche­ner Fugen­mör­tel, Ris­se und Abplat­zun­gen an den Ver­put­zun­gen, in das Mau­er­werk ein­drin­gen­des Was­ser – dies und eini­ges mehr ist im Bericht des Restau­ra­tors nach­zu­le­sen. Archi­tekt Tho­mas Schmied aus Pas­sau ging ans Werk, um die Stütz­wand aus Bruch­stei­nen und Misch­mau­er­werk – errich­tet in ver­schie­de­nen Epo­chen – im Auf­trag der Katho­li­schen Pfarr­kir­chen­stif­tung St. Seve­rin mit Sitz am Kir­chen­platz in der Inn­stadt einer Gene­ral­sa­nie­rung zu unter­zie­hen. Eng ein­ge­bun­den in das Pro­jekt waren auch die Regie­rung von Nie­der­bay­ern und das Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge.

Auf der Basis von Vor­un­ter­su­chun­gen – neben den Erhe­bun­gen des Kir­chen­re­stau­ra­tors auch die eines Boden­gut­ach­ters und eines Sta­ti­kers – sowie auf der Grund­la­ge zwei­er vom Inge­nieur­bü­ro Hei­nin­ger in Pas­sau erar­bei­te­ter Vari­an­ten galt es eine Ent­schei­dung über die Vor­ge­hens­wei­se zu tref­fen, zumal eine Rück­ver­an­ke­rung bezie­hungs­wei­se Ver­na­ge­lung der bestehen­den Wand wegen der anste­hen­den Grä­ber nicht mög­lich war. Die Wahl fiel auf die Abstüt­zung mit einer etwa 30 Zen­ti­me­ter dicken Vor­satz­scha­le aus Stahl­be­ton in Anpas­sung an den Ver­lauf der his­to­ri­schen Stütz­wand durch Fer­ti­gung in klei­nen Seg­men­ten. Der Bau­be­ginn erfolg­te im Früh­som­mer 2019.

Um das Erschei­nungs­bild einer ver­putz­ten Mau­er zu erzie­len, wur­de die Beton­wand unre­gel­mä­ßig ver­putzt, wie Diplom-Inge­nieur Schmied erklärt. Die Gefahr von drü­cken­dem Was­ser aus dem hin­ter­füll­ten Bereich ist bei die­ser Vari­an­te ausgeschlossen. 

Die Mau­er­kro­ne – die Brüs­tung im Fried­hofs­be­reich – ließ der Archi­tekt zusätz­lich durch einen soge­nann­ten Kopf­bal­ken sta­bi­li­sie­ren. Sie ist nun­mehr abge­schrägt und mit Biber­schwanz-Dach­zie­geln, auch Kir­chen­bi­ber genannt, ein­ge­deckt. Dadurch ergibt sich nach der knapp ein­jäh­ri­gen Reno­vie­rungs­pha­se mit einem Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men von rund 500.000 Euro ein sehr anspre­chen­des Aussehen.”

Architekt Thomas Schmied

Text und Fotos: Bern­hard Brunner

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