Wallfahrt

Die Welt mit Lachen anstecken

Redaktion am 07.04.2025

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Fröhlich und lebendig ist die traditionelle Bauernwallfahrt nach Altötting. Im Bild links oben: Landvolkseelsorger Michael Vogt (M.) und Kapuzinerbruder Marinus Parzinger (l.).

Über fast 1000 Teilnehmer durften sich am 6. April die Veranstalter der 17. Bauernwallfahrt nach Altötting freuen. Nach einem Gottesdienst in der Basilika fand eine Tiersegnung auf dem Kapellplatz statt.

Nicht nur Seu­chen und Krank­hei­ten sei­en anste­ckend, son­dern auch das Lachen, stell­te Kaplan Micha­el Vogt, in sei­ner Pre­digt fest. Der Seel­sor­ger der Katho­li­schen Land­volk­be­we­gung Pas­sau e.V. (KLB) rief die Zuhö­rer auf, unse­re Welt mit Lachen und guten Wer­ken anzu­ste­cken“, damit wir wirk­lich mit­ein­an­der die Pro­ble­me lösen“. Denn letz­te­re gebe es der­zeit vie­le. Dabei beklag­te er ins­be­son­de­re die Spal­tung der Gesell­schaft in kon­ser­va­tiv gegen libe­ral, alt gegen jung, Land gegen Stadt“ und eine rau­er wer­den­de Dis­kus­si­ons­kul­tur. Mit Ver­weis auf das Evan­ge­li­um über Jesus und die Ehe­bre­che­rin“ (Joh 8,111) appel­lier­te Kaplan Vogt, immer wie­der den Blick­win­kel zu wech­seln. Jesus sei nicht als Rich­ter auf­ge­tre­ten; im Gegen­satz zu den Pha­ri­sä­ern habe er die Frau nicht als Mit­tel zum Zweck“ aus­ge­nutzt, son­dern als Mensch mit Wür­de behan­delt. Alle sei­en wir dazu auf­ge­ru­fen, die ande­ren nicht als Geg­ner oder Fein­de anzu­se­hen, son­dern als Men­schen, die ver­su­chen, die Welt zu gestal­ten“. Wenn wir schon im Klei­nen ver­su­chen, die ande­ren wirk­lich ernst zu neh­men mit ihren Pro­ble­men, dann färbt dies viel­leicht ab auf unse­re Gesell­schaft“, resü­mier­te der Pre­di­ger. Zwar wer­de es immer ver­schie­de­ne Mei­nun­gen geben, doch die Welt las­se sich nur im Mit­ein­an­der gestalten.

Bauernwallfahrt 2025 – Impressionen

Die Bau­ern tra­fen sich heu­er am Mari­en­wall­fahrts­ort, um für den Erhalt der Schöp­fung, für den Frie­den welt­weit sowie vor allem um den Schutz vor Tier­seu­chen wie der Blau­zun­gen­krank­heit und der Maul- und Klau­en­seu­che zu bit­ten, wie Rita Huber ein­gangs des Got­tes­diens­tes erklär­te. Zwar gebe es in Bay­ern Gott sei Dank nur weni­ge Fäl­le“, doch das Anlie­gen blei­be aktu­ell, stell­te die Vor­sit­zen­de der Regio­nal­grup­pe Chiem­gau-Inn-Salz­ach der Arbeits­ge­mein­schaft bäu­er­li­che Land­wirt­schaft e.V. Bay­ern (AbL) fest. Die AbL hat­te die Ver­an­stal­tung auch heu­er wie­der orga­ni­siert – mit Unter­stüt­zung der KLB Pas­sau, des Bun­des­ver­bands Deut­scher Milch­vieh­hal­ter e.V., der Inter­es­sen­ge­mein­schaft für gesun­de Tie­re und Zivil­cou­ra­ge – Agro­gen­tech­nik­freie Land­krei­se“, wie der AbL-Lan­des­vor­sit­zen­de in Bay­ern, Josef Schmid auf­zähl­te, als er sich am Ende des Got­tes­diens­tes bei den vie­len Teil­neh­mern bedankte.

Nach dem Got­tes­dienst – bei dem die Besu­cher von den Trucht­lin­ger Alp­horn­blä­sern und dem Sing­kreis Asten musi­ka­lisch ver­wöhnt“ wor­den waren, wie es AbL-Vor­sit­zen­de Rita Huber for­mu­lier­te – spiel­te die Blas­mu­sik der Bau­ern­wall­fahrt die Teil­neh­mer hin­auf zur Gna­den­ka­pel­le, wo Kapu­zi­ner­bru­der Mari­nus Par­zin­ger Tie­re und Teil­neh­mer seg­ne­te; die mit­ge­brach­ten Kräu­ter waren bereits in der Basi­li­ka geweiht wor­den. Auf dem Kapell­platz waren an die­sem zwar küh­len, aber son­ni­gen Früh­lings­tag eini­ge Berg- und Bril­len­scha­fe von Wolf­gang Lands­ber­ger und eine Kuh und zwei Käl­ber von Elke und Hubert Hoch­rei­ter vom Blüml­hof in Burg­kir­chen. Mit dabei war das heu­er am 25. Janu­ar gebo­re­ne Kalb Flo­ri­dus, das zukünf­tig der Zucht­stier des Hofs wer­den soll, wie Elke Hoch­rei­ter auf Nach­fra­ge ver­riet. Ber­na­dette Ober­rei­ter aus Pleis­kir­chen brach­te eini­ge Friedens“-Tauben mit, die sie nach der Seg­nung auf­stei­gen ließ.

Im Anschluss im Hotel zur Post stell­te Dr. Ste­fan Ein­sie­del die im Herbst 2024 von der Sach­ver­stän­di­gen­grup­pe Welt­wirt­schaft und Sozi­al­ethik“ der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz ver­öf­fent­lich­te und viel­fach dis­ku­tier­te Land­nut­zungs­stu­die vor und stell­te sich den Fra­gen und der Kri­tik der Teilnehmer.

Michael
Glaß

Redakteur

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