Kunst

„Beim Malen schwingt die Seele mit“

Redaktion am 19.02.2024

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Bei der siebten Auflage der Veranstaltung „Aschermittwoch der Künstler“ am 14. Februar in der Pfarrkirche St. Josef in Altötting-Süd kam Kunst in zweierlei Formen zum Ausdruck: fürs Auge des Betrachters ebenso wie für die Musikfreunde.

Mit Aus­zü­gen aus der Rhein­ber­ger Mis­sa in G und dem 130. Psalm von Hein­rich Kamin­ski stimm­te ein Chor­en­sem­ble unter Lei­tung von Anselm Ebner die Got­tes­dienst­be­su­cher stimm­ge­wal­tig ein auf die vier­zig­tä­gi­ge Fas­ten­zeit. Eine Aus­stel­lung zeig­te beein­dru­cken­de Dar­stel­lun­gen: zu sehen waren Male­rei­en, bild­haue­ri­sche Wer­ke und Skulp­tu­ren aus Holz, Stein und Ton sowie aus Draht und Papier geformt.

Für Prä­lat Gün­ther Man­dl, der – assis­tiert von Dia­kon Gerold Hoch­dor­fer – den Got­tes­dienst zur Künst­ler-Aus­stel­lung“ zele­brier­te, gehö­ren Kunst und Kir­che untrenn­bar zusam­men: Was wäre dar­stel­len­de Kunst ohne Kir­che und Kunst ohne das The­ma der Bibel“, hin­ter­frag­te er. Man­dl erwähn­te das Bei­spiel des gro­ßen Künst­lers Raf­fa­el, an des­sen Grab­stät­te in Rom auf dem Pan­the­on (aus dem Latei­ni­schen über­setzt) zu lesen sei „… Hier ist Raf­fa­el, von dem die Natur fürch­te­te, über­trof­fen zu wer­den so lan­ge er leb­te und als er starb, sel­ber zu ster­ben“. Jedoch erin­ner­te Man­dl sogleich dar­an, wer von kei­nem irdi­schen Künst­ler über­trof­fen wer­den kön­ne: Der größ­te Künst­ler und die Quel­le aller schöp­fe­ri­schen Kunst sei Gott selbst. Er habe uns die­se wun­der­ba­re Erde und das Welt­all anver­traut, was für uns bedeu­te, sei­nen Auf­trag zu bewah­ren und nicht zu zerstören.

2024 02 19 pb alb aschermittwoch der kuenstler aoe a Foto: Roswitha Dorfner
„Fastenzeit“ von Andreas Bialas (Altöttinger Kunstverein).

Das Pas­si­ons­the­ma wird in der Kunst immer wie­der ver­sucht, bild­lich dar­zu­stel­len. In der Aus­stel­lung ist ein Werk des Künst­lers Andre­as Bia­l­as (Alt­öt­tin­ger Kunst­ver­ein) zu sehen, der mit bibli­schen Kreuz­weg-Sze­nen sei­nen Gemäl­den Aus­druck ver­leiht. Wäh­rend sei­ner Arbeit mit Pin­sel und Far­ben – eine Nass auf Nass-Tech­ni­k/Acryl auf Lein­wand“ – brau­che er christ­li­che Musik zur Inspi­ra­ti­on, wie er erzähl­te, denn hier malt man aus der See­le“. Er habe dabei eine bestimm­te Vor­stel­lung, das Bild ent­ste­he im Kopf und brau­che Zeit. Sein Werk Fas­ten­zeit“ ist mit farb­li­cher Bril­lanz ein Hin­gu­cker in vor­wie­gend rot/​blau gehal­ten und mit vio­let­ten Farb­nu­an­cen. Die­ses Vio­lett, so steht als Bei­text zu lesen, hät­ten die Christen/​innen aus der Anti­ke über­nom­men, das in der Advents- und Fas­ten­zeit als Zei­chen der Buße gedeu­tet wird. 

Es sind eben die klei­nen Schrit­te, die ein Kunst­werk aus­ma­chen“, davon ist auch Bir­git Nie­der­mei­er über­zeugt, die mit einer Gegen­über­stel­lung zwei­er Holz­lei­tern ins Bewusst­sein ruft, dass es im Leben nicht auf Schnel­lig­keit, son­dern auf das Sich-Zeit­neh­men für wich­ti­ge Din­ge im Leben, eben klei­ne Schrit­te ankommt, die viel schnel­ler zum Ziel füh­ren. Und dazu braucht man auch einen Blick für die Schöp­fung, weiß der Holz-Skulp­tu­ren-Künst­ler Horst Ren­ner zu erklä­ren, für den nicht die Holz­sor­te, son­dern in etwa die Form eines Holz­stam­mes ohne viel Bear­bei­tung schon ein Kunst­werk dar­stel­len kann.

„Aschermittwoch der Künstler“ – Impressionen

Bei bild­lich-künst­le­ri­scher Wie­der­ga­be geht es Cor­ne­lia Straub­haar-Tif­fin­ger dar­um, wel­che For­men die Natur vor­gibt. Mit ihren Misch­far­ben Tusche/​Acryl auf Lein­wand spie­gelt sich dies in leuch­ten­den Farb­tö­nen wie etwa ihren Wer­ken Kom­po­si­ti­on mit gelb“ oder Son­nen­un­ter­gang am Inn“ wider. Die farb­kräf­ti­gen Hin­ter­glas­bil­der von Anna Brei­den­bach sind eine Hom­mage mit bibli­schen Fuß­no­ten an das Was­ser des Lebens“ als gött­li­che Schöpfung.

Er sei vom Aus­stel­lungs-Orga­ni­sa­tor Anselm Ebner ange­spro­chen wor­den, erklär­te der Alt­öt­tin­ger Kran­ken­haus-Seel­sor­ger Dia­kon Heri­bert Wag­ner, der auf einem Tisch sei­ne viel­fäl­ti­gen male­ri­schen Bega­bun­gen aus­ge­brei­tet hat: da sind neben kirch­li­chen Dar­stel­lun­gen aus Frau­en­chiem­see, Eng­furt bei Win­hö­ring oder Per­ach viel Kunst aus der Natur wie Land­schaf­ten oder Blu­men zu fin­den, meist in fei­nem Aqua­rell her­ge­stellt. Als Kran­ken­haus-Seel­sor­ger mit bal­di­gem Ruhe­stand in Aus­sicht, ist er über­zeugt: Beim Malen schwingt die See­le mit, man malt sich eini­ges von der Seele.“

Und weil nach dem Got­tes­dienst für die Betrach­ter der Ascher­mitt­woch-Künst­ler-Aus­stel­lung nicht nur was fürs Auge, son­dern auch Kunst zum Hören im Ange­bot stand, gab’s zur Kunst-Aus­stel­lung pas­sen­de Hin­ter­grund­s­mu­sik von Maria Stem­mer auf der Zither. Beson­ders wies Aus­stel­lungs­or­ga­ni­sa­tor Anselm Ebner auf die auf­ge­leg­ten Bücher von Autor Bischof em. Fried­helm Hof­mann hin und emp­fahl die­se zu beach­ten: Zeich­nung als Zwie­spra­che“ sei eine künst­le­ri­sche Gestal­tung zum neu­en Got­tes­lob. Ebners Dank an alle kunst­schaf­fen­den Teil­neh­mer galt natür­lich auch den jun­gen Künst­lern für ihren male­ri­schen Beitrag.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

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