Kirche vor Ort

„Lange Tradition“

Redaktion am 12.02.2024

2024 02 12 pb alb gebet um geistliche berufungen Foto: Roswitha Dorfner
Anbetung: Gebet um geistliche Berufungen in der Stiftspfarrkirche Altötting.

Stadtpfarrer Prälat Klaus Metzl erklärt das monatliche „Altöttinger Triduum“ und lädt zur Mitfeier ein.

Herr Stadt­pfar­rer, wie und wann ist die Idee zum Alt­öt­tin­ger Tri­du­um“ ent­stan­den?
Metzl:
Eine leben­di­ge Gebets­tra­di­ti­on zum Pries­ter­don­ners­tag, zum Herz-Jesu-Frei­tag und zum Herz-Mariae-Sams­tag habe ich bereits in Alt­öt­ting vor­ge­fun­den. Das hat eine lan­ge Tra­di­ti­on. Seit der Eröff­nung der Anbe­tungs­ka­pel­le durch Papst Bene­dikt XVI. am 11. Sep­tem­ber 2006 haben die Bete­rin­nen und Beter zu einer Ver­le­ben­di­gung der Hei­li­gen Stun­de nach der Abend­mes­se am Pries­ter­don­ners­tag in der Stifts­kir­che beigetragen.

Bit­te erklä­ren Sie die grund­sätz­li­chen Anlie­gen und Inhal­te der drei Tage – Pries­ter­don­ners­tag, Herz-Jesu-Frei­tag und Herz-Mariä-Sams­tag.
Metzl:
Der tra­di­tio­nel­le Pries­ter­don­ners­tag“ an dem in den Pfar­rei­en und in den Ordens­ge­mein­schaf­ten um die Beru­fung jun­ger Män­ner zum Pries­ter­be­ruf gebe­tet wur­de, wird jetzt als Monat­li­cher Gebets­tag um geist­li­che Beru­fun­gen“ gefei­ert, um deut­lich zu machen, dass auch das Gebet um Beru­fun­gen zum Ordens­stand zur kirch­li­chen Gebets­pra­xis gehört. Um 19 Uhr wird in der Stifts­kir­che eine hei­li­ge Mes­se mit Pre­digt zum monat­li­chen Leit­wort, das Papst Fran­zis­kus vor­gibt, gefei­ert. Anschlie­ßend blei­ben die Got­tes­dienst­be­su­cher noch eine Stun­de vor dem aus­ge­setz­ten Aller­hei­ligs­ten bei Ker­zen­licht im Gebet ver­sam­melt. Dabei wech­seln sich Momen­te der Stil­le mit Lie­dern und Gebe­ten ab. Am Herz-Jesu-Frei­tag wird in der Stift­s­pfarr­kir­che um 15 Uhr ein Got­tes­dienst mit und für Kran­ke mit Pre­digt gefei­ert. Dabei besteht auch das Ange­bot zur Kran­ken­sal­bung, das von vie­len kran­ken und gebrech­li­chen Gläu­bi­gen, die zumeist von Ange­hö­ri­gen beglei­tet wer­den und oft eine lan­ge Anfahrt in Kauf neh­men, ger­ne ange­nom­men. Um 19 Uhr wird noch eine Votiv­mes­se zum Her­zen Jesu gefei­ert, bei dem das gemein­sam gespro­che­ne Herz-Jesu-Wei­he­ge­bet (GL 702) den abschlie­ßen­den Höhe­punkt dar­stellt. Am Herz-Mariä-Sams­tag fei­ern wir in der Gna­den­ka­pel­le die Got­tes­diens­te und in den Som­mer­mo­na­ten wird eine Wall­fahrt von Hei­li­gen­statt nach Alt­öt­ting von den Pau­li­ner-Patres ange­bo­ten, die in die Fei­er der hei­li­gen Mes­se in der St. Mag­da­le­na Kir­che mündet.

2024 02 12 pb alb praelat klaus metzl Foto: Roswitha Dorfner
Stadtpfarrer Prälat Klaus Metzl.

Wel­che Gläu­bi­gen sind jeweils beson­ders ange­spro­chen?
Metzl:
Alle Gläu­bi­gen kön­nen das Tri­du­um mit­fei­ern und alle sind ein­ge­la­den nach ihren Mög­lich­kei­ten zu kommen.

War­um liegt Ihnen das Tri­du­um am Her­zen?
Metzl:
Das Gebet um geist­li­che Beru­fun­gen ver­bin­det uns zusam­men mit vie­len Gebets-Gemein­schaf­ten auf der gan­zen Welt mit unse­rem Papst Fran­zis­kus in der gemein­sa­men Sor­ge, dass es genü­gend Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter im Wein­berg des Herrn gibt. Damit grei­fen wir ein Gebets-Anlie­gen auf, das Jesus bereits sei­nen Jün­gern anver­trau­te, als er sag­te: Die Ern­te ist groß, aber es gibt nur wenig Arbei­ter. Bit­tet also den Herrn der Ern­te, Arbei­ter für sei­ne Ern­te aus­zu­sen­den (Mt 9,38). Das Gebet um geist­li­che Beru­fun­gen ist für eine leben­di­ge und sakra­men­ta­le Kir­che unab­ding­bar. Als Gna­den­ort ist Alt­öt­ting auch ein Ort der Hei­lung von Krank­hei­ten und Lei­den aller Art. Vie­le Wun­der sind auf die Für­spra­che Unse­rer Lie­ben Frau von Alt­öt­ting hin gesche­hen und gesche­hen immer noch, wie die leben­di­ge Tra­di­ti­on der Votiv-Tafeln anschau­lich belegt. Des­we­gen gehört die Sor­ge um Kran­ke und Lei­den­de zum Kern­be­stand unse­rer Wall­fahrts­seel­sor­ge. Die Pil­ge­rin­nen und Pil­ger sol­len die gna­den­haf­te Lie­be und Barm­her­zig­keit, die dem geöff­ne­ten Her­zen Jesu ent­sprin­gen hier am Gna­den­ort Alt­öt­ting erfah­ren dür­fen und gestärkt mit nach Hau­se neh­men. Und weil das Geheim­nis unse­rer Erlö­sung in Jesus Chris­tus im Ja-Wort, im offe­nen Her­zen Mari­ens grund­ge­legt ist, ist auch die Fei­er des Herz-Mariä-Sams­ta­ges gera­de hier in Alt­öt­ting eine Selbstverständlichkeit.

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Wolfgang Terhörst

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