Das glauben wir

„Wir machen das zuerst für Gott“

Redaktion am 11.06.2023

2023 06 10 pb alb adoratio23 abend der barmherzigkeit1 Foto: Roswitha Dorfner
Adoratio Kongress 2023 in Altötting: Abend der Barmherzigkeit am 9. Juni.

Vom 9. bis 11. Juni hat in Altötting der vierte Adoratio-Kongress stattgefunden. Bischöfe und Referenten aus dem In- und Ausland widmeten sich der Frage der „Herrlichkeit Gottes“ und der Bedeutung der Anbetung.

Komm Hei­li­ger Geist …“ – mit einem Gebet star­te­te der Ado­ra­tio Kon­gress in der St. Anna-Basi­li­ka. Nach der ers­ten Auf­la­ge im Jahr 2019 konn­ten rund 1200 Teil­neh­me­rIn­nen die­sen nun wie­der live ver­fol­gen – die Jah­re dazwi­schen hat­te er Coro­na-bedingt nur online statt­fin­den kön­nen. Ver­an­stal­tet wur­de er vom Refe­rat Neue­van­ge­li­sie­rung des Bis­tums Pas­sau, in Koope­ra­ti­on mit den Bis­tü­mern Augs­burg und Eichstätt.

Impressionen vor Beginn und bei der Begrüßung

Auf den letz­ten bei­den Bil­dern: die bei­den Mode­ra­to­ren Ingrid Wag­ner, Lei­te­rin des Refe­rats für Neue­van­ge­li­sie­rung im Bis­tum Pas­sau, und Sebas­ti­an Raber, Lei­ter der Jün­ger­schafts­schu­le des HOME Pas­sau; in der Mit­te Gast­ge­ber Bischof Ste­fan Oster SDB.

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Der Gast­ge­ber, Pas­saus Bischof Ste­fan Oster, erläu­ter­te in sei­ner Begrü­ßung das Anlie­gen der Ver­an­stal­tung: Wir leben in her­aus­for­den­den Zei­ten und ich bin der fes­ten Über­zeu­gung, dass der Kern der Kri­se der Kir­che eine geist­li­che Kri­se ist“, sag­te er. „​Wir machen das zuerst für Gott, damit er ver­herrlicht wird, damit sei­ne Herr­lich­keit unter uns wahr­ge­nom­men wird und wir davon erzäh­len“, – damit Men­schen von Gott berührt und ihr Glau­be erneu­ert“ werde.

Vortrag von Johannes Hartl „Die Herrlichkeit Gottes“

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Kon­kre­te Tipps dazu prä­sen­tier­te Dr. Johan­nes Hartl, Theo­lo­ge und Grün­der des Gebets­hau­ses Augs­burg. Das Stau­nen über etwas wirk­lich Schö­nes, was uns per­sön­lich zutiefst fas­zi­niert, das sei das, was ursprüng­lich mit Herr­lich­keit“ gemeint gewe­sen sei, erläu­ter­te er. Got­tes Herr­lich­keit zei­ge sich in der Schöp­fung und in der Schön­heit in der Welt. Nur, dass Men­schen die­se immer weni­ger bemer­ken: Ablen­kun­gen – allen vor­an Smart­phones und moder­ne Tech­nik – und das Krei­sen um sich selbst ver­hin­der­ten dies. So emp­fahl Dr. Hartl:

  1. Detox, bzw. Ent­gif­ten“: ein Weni­ger“ an Ablenkung.
  2. Das Lesen der Hei­li­gen Schrift, denn sie nährt das Gebets­le­ben“. Fan­ge mit dem Johan­nes­evan­ge­li­um und den Psal­men an und ler­ne den bibli­schen Wort­schatz“, rief er sei­ne Zuhö­rer auf.
  3. Bewusst sagen, wer und wie Gott ist. Nimm das ABC und lass dir für jeden Buch­sta­ben eine Eigen­schaft für Gott ein­fal­len – es macht was!“, sag­te er.
  4. Üben, üben … – Anbe­tung ist eine Kunst, die ein­ge­übt wer­den kann – und zwar täglich.“
  5. Das Schö­nes wert­schät­zen“, denn: Gott ist gön­ner­haft, also gön­ne dir auch selbst etwas, genie­ße es und wert­schät­ze es“, emp­fahl Dr. Hartl.

Eucharistiefeier mit Bischof Bertram Meier

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Bischof Bert­ram Mei­er aus Augs­burg stand der anschlie­ßen­den Eucha­ris­tie­fei­er vor. Mit ihm zogen die Bischö­fe Gre­gor-Maria Han­ke aus Eich­stätt und Ste­fan Oster SDB sowie zahl­rei­che Pries­ter aus dem gan­zen deutsch­spra­chi­gen Raum zur Musik von HOPE-City“ aus Mün­chen in die Basi­li­ka ein. In sei­ner Sta­tio beton­te der Augs­bur­ger Bischof, dass Anbe­tung eine Hal­tung sei, in der wir uns klein­ma­chen vor Gott, um sei­ne Grö­ße zu erken­nen. Wah­re Frei­heit kom­me nur von Gott, stell­te er in sei­ner Pre­digt fest. In die­ser Frei­heit könn­ten wir uns dafür oder dage­gen ent­schei­den, Gott in die Mit­te unse­res Lebens und der Kir­che zu stel­len und ihn anzubeten.

Abend der Barmherzigkeit

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Gegen Abend des ers­ten Tages hüll­te sich die Basi­li­ka St. Anna ist rot-blau­es Licht zum Abend der Barm­her­zig­keit“. Ein Abend, bei dem genau das im Mit­tel­punkt stand, um was es beim Ado­ra­tio-Kon­gress ging: die Anbe­tung Got­tes. Die Gläu­bi­gen gin­gen nach vor­ne, um direkt vor dem Aller­hei­ligs­ten zu beten, eine Bibel­stel­le zu zie­hen, eine Ker­ze anzu­zün­den oder sie stan­den an, um zu beich­ten, einen Segen zu emp­fan­gen oder für sich beten zu las­sen. Die Gemein­schaft Emma­nel gestal­te­te den Abend mit Lob­preis und ruhi­ger Musik. Gre­gor Maria Han­ke, Bischof aus Eich­stätt beglei­te­te den Abend mit sei­nen Gebeten.

Vortrag von Nina Heereman „Die Herrlichkeit und der Mensch“

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Der Sams­tag­mor­gen star­te­te mit einem Mor­gen­lob. Danach sprach die Theo­lo­gin Dr. Nina Hee­re­man in ihrem Vor­trag Die Herr­lich­keit und der Mensch“ über das zen­tra­le The­ma der Hei­li­gen Schrift – über das Herz unse­res Glau­bens“, wie sie sag­te. Dazu mach­te sie einen lan­gen Aus­flug durch das Alte Tes­ta­ment bis hin zum Neu­en Tes­ta­ment und zum kon­kre­ten Auf­trag der Kir­che heu­te: Vor allem durch die Fei­er der Sakra­men­te, die Anbe­tung und die Ver­kün­di­gung“ kön­ne sie die Gegen­wart Jesu in der Welt ver­mit­teln – denn dazu sei die Kir­che da: nicht um der Ersatz für einen ent­schwun­de­nen Herrn zu sein“, son­dern um Jesu Gegen­wart zu ver­deut­li­chen, sag­te die Theo­lo­gin in Anleh­nung an den vor­ma­li­gen Papst Bene­dikt XVI. Wenn Men­schen sich in der Anbe­tung ver­wan­deln las­sen, dann wird tat­säch­lich unser gan­zes Leben Verkündigung“.

In Hee­rem­ans Vor­trag wur­de deut­lich wie eng Altes und Neu­es Tes­ta­ment mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Mehr noch: Letzt­lich hat die Offen­ba­rung wie sie im Alten und Neu­en Tes­ta­ment ent­hal­ten ist nur eine ein­zi­ge Bot­schaft: Gott will sei­ne Herr­lich­keit mit uns tei­len. Gott will uns ver­gött­li­chen“, beton­te die Theologin.

Wie er das macht, davon sprach Hee­re­man sehr aus­führ­lich und begann nicht nur sprich­wört­lich bei Adam und Eva: sie sei­en in Licht geklei­det“ gewe­sen, in den Gewän­dern der Herr­lich­keit“ Got­tes. Erst durch den Sün­den­fall sei­en sie nackt gewor­den. Und was dar­aus folg­te war eine sehr lan­ge Geschich­te, in der Gott immer wie­der ver­such­te, die Men­schen in die Arme sei­ner Barm­her­zig­keit“ zu trei­ben. Das im AT ver­hei­ße­ne Land“ sei nichts ande­res als ein Sym­bol für die Rück­kehr ins Para­dies“ – im Sieg über den Pha­rao offen­bar­te sich Gott als Erlö­ser“ – Mose ist im AT die Figur des Mitt­lers zwi­schen Gott und den Men­schen schlecht­hin“ und damit das voll­um­fäng­li­che Vor­aus­bild Chris­ti“; Mose‘ Gang durch eine Wol­ke und sein Auf­ent­halt auf dem Berg ein Vor­aus­bild der Him­mel­fahrt Chris­ti“ – und schon das Volk Isra­el im AT habe erken­nen müs­sen, wor­auf es Gott eigent­lich ankommt: dass sie einer viel radi­ka­le­ren Erlö­sung bedür­fen, näm­lich der Befrei­ung vom inne­ren Feind“, und dass er ein Gott der Barm­her­zig­keit“ ist, der sich unse­rer Schwä­che erbarmt, gnä­dig ist mit unse­ren Sün­den, und vol­ler Treue zu sei­nem Bund“ – ein Gott, der das Herz der Men­schen ver­wan­deln“ möchte.

Eucharistiefeier mit Bischof Rudolf Voderholzer

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Anschlie­ßend begrüß­te Bischof Ste­fan Oster den Regens­bur­ger Bischof Rudolf Voder­hol­zer, der der Eucha­ris­tie­fei­er vor­stand. In sei­ner Sta­tio beton­te Bischof Rudolf, wie die Eucha­ris­tie­fei­er uns aus dem All­tag her­aus­he­be und einen Vor­ge­schmack des Him­mels gebe. Musi­ka­lisch wur­de die Hei­li­ge Mes­se von der Jugend2000 aus Mün­chen gestal­tet. Bischof Rudolf beton­te in sei­ner Pre­digt, wie sehr er sich über die aus­ge­wähl­te Lesung des Tages aus dem Koloss­erbrief freue, die er zu sei­nem Pri­miz­spruch und bischöf­li­chen Wap­pen­spruch erwählt hat­te: Chris­tus ist unter euch. Er ist die Hoff­nung auf Herr­lich­keit.” (Kolos­ser 1, 27) Laut Voder­hol­zer bestand die Bekeh­rung des Pau­lus dar­in, dass ihm das Kreuz nicht mehr Zei­chen der Ver­flu­chung von Gott war, son­dern Zei­chen von Got­tes Lie­be und Barm­her­zig­keit. Das Kreuz ist das Zei­chen der unend­li­chen und uner­gründ­li­chen Lie­be. Im Kreuz offen­bart sich die Herr­lich­keit Gottes.“

Wei­ter erläu­ter­te Voder­ho­ler, was das für unser Leben und die Ver­kün­di­gung der Kir­che bedeu­te. Das ers­te Wort der Ver­kün­di­gung sei ein Name – Chris­tus, der Trost, Zuspruch, Hoff­nung sei. Alles ande­re fol­ge dar­aus. Die Eucha­ris­tie­fei­er, in der Chris­tus ganz da sei, kön­ne uns antei­lig zei­gen, wie herr­lich Gott ist. Ein fest­li­cher Got­tes­dienst sei der Vor­ge­schmack auf die Herr­lich­keit Got­tes. Der Bischof schloss sei­ne Pre­digt mit dem Gedan­ken, dass jeder Gläu­bi­ge dazu auf­ge­ru­fen sei, an der Herr­lich­keit mit­zu­bau­en: Er braucht jeden und jede von uns, um den Glanz sei­ner Herr­lich­keit zu verbreiten.“

Podiumsgespräch „Die Herrlichkeit in dunkler Nacht“

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

In einem Podi­ums­ge­spräch am Sams­tag­nach­mit­tag ging Sophia Kuby gemein­sam mit den Gäs­ten auf dem Podi­um der Fra­ge nach der Herr­lich­keit Got­tes und dem Leid nach. In ihrer Ein­füh­rung mach­te sie dar­auf auf­merk­sam, dass Gott das Leid nutzt, damit sei­ne Herr­lick­eit offen­bart wird.” Im Anschluss schil­der­te Bru­der Mar­tin von den Brü­dern Sama­ri­ter FLUHM sei­ne Mob­bing-Erfah­run­gen in der Schu­le und sei­nen Umgang mit der Dia­gno­se Lymph­kno­ten-Krebs. Gott habe ihm dabei einen neu­en Blick und ein neu­es Ver­ständ­nis sei­ner eige­nen Schwä­che gege­ben. Nach sei­ner zwei­ten Krebs­dia­gno­se habe er erkannt, dass Gott Plä­ne des Heils habe. Gott lässt Leid zu, um uns etwas Grö­ße­res zu schen­ken“, so habe er dies in sei­nem Leben erfah­ren. In ihm sei dar­auf­hin die Erkennt­nis gewach­sen, dass sein Leben ganz in Gott gebor­gen sei.

Gott lässt Leid zu, um uns etwas Grö­ße­res zu schenken.”

Bruder Martin

Auch Micha­el Pössl berich­te­te von sei­ner Erfah­rung mit Mob­bing in der Schul­zeit und der dar­aus resul­tie­ren­den Por­no­gra­fie- und Can­na­bis­sucht. In sei­ner Zeit beim Bun­des­heer in Öster­reich sei er kurz davor gewe­sen, sich das Leben zu neh­men, und habe von Gott gehört, dass er es nicht tun sol­le. Ab die­sem Zeit­punkt habe sich sein Leben geän­dert: Pössl ging zur Gemein­schaft Cen­a­co­lo und wur­de Mis­sio­nar in der Gemein­schaft. All das Leid, dass er erlebt habe, habe gro­ße Schmer­zen und Leid in ihm hin­ter­las­sen. Doch ihm sei bewusst gewor­den, dass Gott sein Vater sei und ihn heile.

Ich durf­te in mei­nen Zer­brü­chen den Spalt offen hal­ten für Gott und konn­te sagen: Ich bin nicht Gott, son­dern Du, füh­re mich weiter.”

Daniel Tischler

Jea­nette Tisch­ler wuchs in einer wohl­ha­ben­den Fami­lie auf. Ihr Vater war Alko­ho­li­ker und sie hat­te in frü­hen Jah­ren Miss­brauch erlebt. In Jea­nette wuchs als Elf­jäh­ri­ge das Ver­lan­gen, nicht mehr zu leben. Sie habe Ess­stö­run­gen ent­wi­ckelt und sich fast zu Tode gehun­gert. Auf der Heim­fahrt vom Kli­ni­kum, als sie bereits unter 30 Kilo wog, habe sie im Auto dar­um gebe­tet, end­lich ster­ben zu dür­fen oder ein Wun­der zu erle­ben – und habe an einem ein­fa­chen Holz­kreuz Jesus für mich ster­ben“ sehen. Dadurch habe sie begrif­fen, dass Jesus gestor­ben und auf­er­stan­den sei und auch jetzt lebe – und dass er der sei, der sie aus der Not her­aus­ho­len wol­le. So habe sie Schritt für Schritt ver­ge­ben und auch lang­sam wie­der essen können.

Auch Dani­el Tisch­ler wur­de in sei­nem Leben mit star­kem Leid kon­fron­tiert. Sei­ne dama­li­ge Frau ver­ließ ihn nach zwei­ein­halb Jah­ren Ehe. Eine zwei­te Erfah­rung habe dar­auf­hin sein Leben erschüt­tert: Mit Anfang 30 wur­de Krebs dia­gnos­ti­ziert. Sei­ne Welt sei für ihn zusam­men­ge­bro­chen. Ihm sei klar gewe­sen: Du bist geschei­tert“. So habe er sich sein Leben nicht vor­ge­stellt und schon gar nicht geplant. Er habe inner­lich bereits mit sei­nem Leben abge­schlos­sen gehabt. Durch das Lob­preis­lied Dir gehört mein Lob“ habe er jedoch erkannt: Ich durf­te in mei­nen Zer­brü­chen den Spalt offen hal­ten für Gott und konn­te sagen: Ich bin nicht Gott, son­dern Du, füh­re mich wei­ter.“ Dani­el und Jea­nette Tisch­ler sind nun seit eini­gen Jah­ren ver­hei­ra­tet – und doch sei ihnen Leid nicht erspart geblie­ben, da ihr Kin­der­wunsch uner­füllt geblie­ben sei. Trotz allem Schmerz hät­ten sie die Rei­se mit Gott begon­nen und für sich erkannt, dass sie auch auf ande­re Wei­se frucht­bar sein könn­ten. So kam Dani­el Tisch­ler zu dem Punkt: Wenn ich einen dank­ba­ren Blick für das Hier und Jetzt habe, dann kann ich es auch anneh­men.“ Und Jea­nette kann heu­te sagen: Jesus schenk­te mir einen Frie­den mit mir selbst. Einen Frie­den, der nicht von außen kom­men konn­te. So wur­den die Hän­de offen für ande­re, wenn wir abge­ben.“ Auch wenn Erfah­run­gen von Schmerz und Dun­kel­heit blie­ben, bezeug­ten bei­de: Wenn Gott mich in die Dun­kel­heit führt, dann nie, um mich dar­in zu las­sen, son­dern um mich durch die­ses dunk­le Tal hin­auf zu saf­ti­gen Wie­sen zu führen.“

Vortrag von Bischof Stefan Oster SDB „Die Herrlichkeit und das Kreuz“

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Zum The­ma Die Herr­lich­keit und das Kreuz“ sprach Bischof Ste­fan Oster SDB am Sams­tag­nach­mit­tag in der Basi­li­ka. Wie schon zuvor Dr. Nina Hee­re­man in ihrem Vor­trag beton­te auch er, dass der Mensch Eben­bild der abso­lu­ten Herr­lich­keit“ sei. Sei­nen Fokus aber leg­te er auf die bis heu­te spür­ba­ren Aus­wir­kun­gen des Sün­den­falls – den Bruch in der Lie­be“, der Ego­zen­trik, Hab­sucht, Stolz, Zorn, Mord, etc.“ und die Häss­lich­keit“ in die Welt habe ein­zie­hen las­sen. Aus dem tie­fen Ja‘ zu Gott“ sei ein ver­zweck­tes Um zu‘ und Für mich‘“ gewor­den – um den Preis, dass der Mensch von innen her nicht mehr ganz‘ ist, nicht mehr heil‘, nicht mehr hei­lig‘“. Es folg­ten Scham, Schuld, Angst, Ein­sam­keit und Bosheit.

Eben weil die­ses Böse“ in uns und unter uns Ein­zug gehal­ten habe, macht Lie­be ver­wund­bar und lässt lei­den“. Doch kön­ne eige­nes und frem­des Leid auch die Her­zen und Augen öff­nen, wor­um es eigent­lich geht“. Auch am Leid sol­len und kön­nen daher die Wer­ke Got­tes offen­bar wer­den‘ (Joh 9,3)“, stell­te Bischof Oster fest. Der Bischof schlug die Brü­cke zur vor­an­ge­gan­ge­nen Podi­ums­dis­kus­si­on über das The­ma Lei­d­er­fah­rung: Es gibt kein rei­fer oder schö­ner Wer­den ohne Lei­d­er­fah­run­gen”, sag­te er. Wir sei­en beru­fen inner­lich schö­ner, das heißt lie­bes­fä­hi­ger zu wer­den. Gott nut­ze das Leid, um uns dar­in zu leh­ren, schö­ner zu wer­den und sei­ne Herr­lich­keit wider­zu­spie­geln. Bischof Oster warn­te jedoch auch, dass sich auf die­se Art nicht alles Leid in der Welt erklä­ren las­se. Den­noch dürf­ten wir an einen gro­ßen Heils­plan“ glau­ben. Seit Jesus ans Kreuz gegan­gen ist, gibt es in die­ser Welt kei­ne lei­den­de Krea­tur mehr, mit der Jesus nicht mit­lei­det”, beton­te Bischof Oster.

Seit Jesus ans Kreuz gegan­gen ist, gibt es in die­ser Welt kei­ne lei­den­de Krea­tur mehr, mit der Jesus nicht mitleidet.”

Bischof Stefan Oster

Er führ­te wei­ter aus, dass gute Taten, dass Lie­be nicht immer ratio­nal und zweck­mä­ßig sei. Chris­tus wol­le, dass wir vom Her­zen her schön wer­den. Doch der Mensch schafft das nicht aus sich selbst her­aus. Wir brau­chen einen, der uns da durch­führt und der uns in die völ­li­ge Frei­heit führt – und das kann nur der in die­sem Sinn Schöns­te von allen Men­schen“ – der Gekreu­zig­te. Aus die­sen theo­lo­gi­schen Über­le­gun­gen lei­te­te Bischof Ste­fan Oster schließ­lich die Bedeu­tung der Anbe­tung ab: Anbe­tung ist die Ein­übung in das Umsonst der Lie­be.“ Sie mache uns schö­ner, weil wir uns ihm aus­set­zen. Sie lehrt uns, die Ich-Kon­trol­le auf­zu­ge­ben und ihm die Kon­trol­le zu über­ge­ben. Anbe­tung lehrt uns auch, die Herr­lich­keit Got­tes zu sehen – nicht in der Hos­tie, son­dern in jedem Menschen.“

Lichterprozession um die Gnadenkapelle

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Am Nach­mit­tag fan­den in ganz Alt­öt­ting vie­le inter­es­san­te Work­shops rund um die The­men Anbe­tung und Gebet, Christ­li­ches Leben und Ver­kün­di­gung statt. So konn­te man z. B. bei Bischof Han­ke etwas zu Ora et labo­ra — Work-Life-Balan­ce nach dem Hl. Bene­dikt“ hören oder bei Dr. Pia Som­mer eine Ein­füh­rung in das inne­re Gebet erhal­ten, mit Lucia Hau­ser über die trans­for­mie­ren­de Kraft der Lie­be Got­tes nach­den­ken oder Dom­ka­pi­tu­lar Dr. Spreit­zer bei sei­nen Aus­füh­run­gen zur Pfar­rei der Zukunft lauschen.

Wie schon am Tag zuvor war auch der Gebets­abend einer der Höhe­punk­te des Kon­gres­ses. Die Anbe­tung begann mit einer Lob­preis­zeit, gestal­tet durch die Band der HOME Base Pas­sau, in der die Teil­neh­me­rIn­nen beim Herrn anka­men und ver­weil­ten. In einer Stil­le konn­ten alle Lei­d­er­fah­run­gen den Herrn hin­ge­hal­ten und sie nach dem Vor­bild von Anna Schä­fer, derer in einem Gebet gedacht wur­de, für die Kir­che auf­ge­op­fert wer­den. Wei­ter wur­den alle deutsch­spra­chi­gen Diö­ze­sen vor Gott gebracht und für sie um den Hl. Geist gebetet.

Der zwei­te Kon­gress-Tag ende­te mit einer fei­er­li­chen Lich­ter­pro­zes­si­on um die Gna­den­ka­pel­le und der Erneue­rung der Wei­he des Bis­tums Pas­sau an die Mut­ter Gottes.

Vortrag von Georg Mayr-Melnhof „Die Herrlichkeit des Himmels“

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Der letz­te Vor­trag am drit­ten Tag, 11. Juni des Refe­ren­ten, Georg Mayr-Meln­hof, Fami­li­en­va­ter sowie Grün­der der Loret­to­ge­mein­schaft, han­del­te von Der Herr­lich­keit des Him­mels“. Er begann mit sei­ner per­sön­li­chen Geschich­te. Auf­ge­wach­sen sei er in einem guten und from­men Eltern­haus, der Glau­be war fes­ter Bestand­teil des Fami­li­en­all­ta­ges. Doch sein Glau­be soll­te einen wich­ti­gen Wen­de­punkt fin­den, als in sei­nen Jugend­jah­ren sei­ne Groß­mutter starb. Auf ihrem Ster­be­bett hät­te sie eine Art Visi­on des Him­mels gehabt, in der sie ihren ver­stor­be­nen Ehe­mann gese­hen habe. Ich habe sie nie in so einer über­schwäng­li­chen Freu­de erlebt.“ Nach die­sem Erleb­nis kauf­te er ein säku­la­res Buch über Nah­tod­erfah­run­gen eines ame­ri­ka­ni­schen Arz­tes, Dr. Moo­dy, namens Life after death“. Es begann eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit der The­ma­tik an dem Ort, der sei­nen per­sön­li­chen Glau­ben sehr geprägt hat­te, dem Mari­en­wall­fahrt­ort Medjugorje.

Die Ein­tritts­kar­te in den Him­mel ist dei­ne Freund­schaft und dei­ne bewuss­te Ent­schei­dung für Jesus und im Ide­al­fall ein hei­li­ges und wohl­ge­fäl­li­ges Leben.”

Georg Mayr-Melnhof

Wei­ter erzähl­te Mayr-Meln­hof eine Anek­do­te des Hl. Tho­mas von Aquin, dem gro­ßen Theo­lo­gen des Mit­tel­al­ters. Am Abend sei­nes Todes hät­te er eine Schau des Him­mels gehabt und dar­auf­hin sei­nen Mit­brü­dern auf­ge­tra­gen, alle sei­ne Schrif­ten zu ver­nich­ten, da sie abso­lut nichts sei­en im Ver­gleich zu dem, was er gese­hen hat­te. Georg Mayr-Meln­hof war es in sei­nem Vor­trag ein Anlie­gen, dass die Gläu­bi­gen einen Sen­sus“ ent­wi­ckeln für das, was in Schrift, Tra­di­ti­on, per­sön­li­chen Erfah­run­gen von dem sicht­bar wird, was man vom Him­mel ahnen kann. Auf­bau­end auf dem Buch Mei­ne Zeit im Him­mel“ von Pas­tor Richard Sig­mund beschrieb Mayr-Meln­hof die Schön­heit des Him­mels: Dort gibt es alles, was wir ken­nen, aber alles unend­lich viel schö­ner. Der gan­ze Him­mel ist vol­ler Jubel und Freu­de! Kei­nen Tod, kei­ne Sün­de, kei­nen Streit, kei­nen Ärger nichts- nur Jubel und Freu­de!“ Der Refe­rent sprach wei­ter dar­über, wie­so die Fra­ge nach dem Danach“ ent­schei­dend ist. Die Zeit sei sehr begrenzt und es gin­ge um nichts weni­ger als die Fra­ge der Ewig­keit: Die Ent­schei­dung, wohin dei­ne Rei­se gehen wird, die triffst nur du! Und zwar im Hier und Heu­te … Du musst die­se Ent­schei­dung tref­fen, solan­ge du noch lebst.”

Die Ein­tritts­kar­te in den Him­mel sei nach Mayr-Meln­hof die Freund­schaft und bewuss­te Ent­schei­dung für Jesus und im Ide­al­fall ein wohl­ge­fäl­li­ges Leben“. Die ers­te gro­ße Ent­schei­dung für den Glau­ben wur­de bei vie­len von den Eltern getrof­fen, doch es sei an jedem selbst, die­se Ent­schei­dung im rei­fen Alter noch ein­mal bewusst selbst zu tref­fen. Wei­ter gab er jedem Zuhö­rer mit auf den Weg: Triff die­se klei­nen unend­lich kost­ba­ren Ent­schei­dun­gen! Beginn eine Freund­schaft mit Jesus und wer­de nicht müde!“ Georg Mayr-Meln­hof schloss mit dem Wunsch, dass alle Anwe­sen­den eine immer grö­ße­re Sehn­sucht nach dem Him­mel bekä­men und eine Kühn­heit wie die der Hl. The­re­se von Lisieux ent­wi­ckel­ten. Am Vor­abend ihres Todes wur­de die­ser von einer Mit­schwes­ter die Fin­ger­nä­gel geschnit­ten. Als sie die Nägel weg­keh­ren woll­te, sag­te The­re­se, dass sie die Nägel auf­he­ben soll­te, da sie bald als Reli­qui­en gebraucht wer­den würden.

Glaubenszeugnisse

Bil­der v.l.: Lena Amrhein, Leo Maa­burg, Lisa Kopietz (r.), Dekan Bern­hard Hes­se – und Bischof Ste­fan Oster, der auf­merk­sam zuhört.

Fotos: Ros­wi­tha Dorf­ner 4, Dani­el Sil­ber­bau­er 1

Im Anschluss an den Vor­trag gab es Gla­bens­zeug­nis­se von ver­schie­de­nen Gläu­bi­gen. Lena Amrhein, eine Stu­den­tin aus Pas­sau, erzähl­te, wie sie durch die FOCUS-Mis­sio­na­re den Glau­ben im Stu­di­um ganz neu ken­nen­ge­lernt und in der Anbe­tung Gott ganz neu erfah­ren habe: Als ich auf den Herrn in der Mon­tranz geblickt habe, hat mich eine so unglau­blche Lie­be über­wäl­tigt. Ich hab‘ so eine Freu­de gespürt, die noch wochen­lang ange­hal­ten hat.“

Dann kam Leo Maa­burg auf die Büh­ne, der Mut­ter Tere­sa lan­ge Zeit beglei­tet hat­te. Mut­ter Tere­sa habe das Gebet inmit­ten all der täg­li­chen vie­len Arbeit immer hoch gehal­ten: Wenn wir kei­ne Anbe­tung hät­ten, hät­ten wir nach zwei Jah­ren Burn­out.“ Das Wesent­lichs­te bei Mut­ter Tere­sa sei, dass sie Jesus gekannt hat und ihm jeden Tag bewusst begeg­net ist. Sie woll­te jeden Tag die Eucha­ris­tie emp­fan­gen und Gott anbe­ten. Mut­ter Tere­sa durch­leb­te auch tro­cke­ne“ Zei­ten im Gebet, eine dunk­le Nacht“. Laut Leo Maas­burg hat­te sie Säu­len, die ihr dabei gehol­fen haben: die Lie­be zu Jesus, kei­ne Ver­ur­tei­lung ande­rer, voll­kom­me­ne Hin­ga­be, lie­be­vol­les Ver­trau­en, Fröh­lich­keit. Sie woll­te immer voll­kom­men an Gott hin­ge­ge­ben leben, in allem, was sie dach­te, sag­te und lebte.“

Nicht ich bin da wer, son­dern Jesus muss die Mit­te sein.”

Lisa Kopietz, Mut­ter von fünf Kin­dern, kam mit ihrer fünf­jäh­ri­gen Tocher Jacin­tha nach vor­ne und beton­te, wie wich­tig ihr die regel­mä­ßi­ge Anbe­tung in der Anbe­tungs­ka­pel­le in Alt­öt­ting sei, ganz nach dem Pfar­rer von Ars Ich schau ihn an und er schaut mich an!“. Es gebe hier kei­nen Anspruch an sie, son­dern sie wür­den von Jesus auf­ge­la­den“. Auch ihre jun­ge Toch­ter geht ger­ne in die Anbe­tung und teilt ihren Wunsch mit allen Anwe­sen­den: In den Him­mel will ich kom­men, so hab ich‘s mir vorgenommen!“

Jemand, der viel Erfah­rung mit der eucha­ris­ti­schen Anbe­tung hat, ist Dekan Bern­hard Hes­se, Pfar­rer von St. Anton in Kemp­ten. Er initi­ier­te in sei­ner Pfar­rei 24/7 eucha­ris­ti­sche Anbe­tung und unter­stützt auch ande­re Pfar­rei­en dabei, so etwas auf­zu­bau­en. Auf die Fra­ge, war­um ihm die Anbe­tung wich­tig sei, sag­te er: Ein­fach, weil Jesus der Boss ist. Nicht ich bin da wer, son­dern Jesus muss die Mit­te sein.“ Das Pro­blem in der Kir­che sei oft, dass man sich selbst zu wich­tig neh­me. Die Anbe­tung wür­de hier einen ande­ren Fokus geben, näm­lich den, dass es Gott ist, der wirkt: Das größ­te Pro­blem sind wir, wenn wir uns der Erneue­rung der Kir­che in den Weg stel­len. Wenn wir ihn machen las­sen, kommt auch mehr dabei raus.“

Jede Art der Erneue­rung und Evan­ge­li­sie­rung beginnt mit der Anbetung.”

Bischof Stefan Oster

Nach den Zeug­nis­sen trat Bischof Ste­fan noch­mals vor die Gläu­bi­gen in der Basi­li­ka. Der Bischof dank­te allen herz­lich, die mit­ge­hol­fen haben, dass die­ser Kon­gress so statt­fin­den konn­te: Von Her­zen dan­ke für die­se Gebets­ge­mein­schaft in den ver­gan­ge­nen Tagen. Es ist wun­der­bar, mit sol­chen Men­schen zu arbei­ten, die so eine Hin­ga­be haben.“ Oster bezog sich auf das ers­te Schrei­ben von Papst Fran­zi­kus Eva­ge­lii gau­di­um, das mit fol­gen­den Wor­ten beginnt: Die Freu­de des Evan­ge­li­ums erfüllt das Herz und das gesam­te Leben derer, die Jesus begeg­nen. Die­je­ni­gen, die sich von ihm ret­ten las­sen, sind befreit von der Sün­de, von der Trau­rig­keit, von der inne­ren Lee­re und von der Ver­ein­sa­mung. Mit Jesus Chris­tus kommt immer – und immer wie­der – die Freu­de.“ Von die­ser Freu­de haben wir in den letz­ten Tagen etwas erle­ben dürfen.

Der Bischof beton­te, dass die­ses Wochen­en­de einer­seits eine wirk­li­che Stär­kung gewe­sen sei. Auch Papst Bene­dikt habe schon gesagt, dass man nicht allein glau­ben kön­ne. Das sei auch ein Sinn die­ser Tage: Dass wir uns gegen­sei­tig stär­ken und in die Freu­de füh­ren. Und er füg­te an: Dan­ke für die gegen­sei­ti­ge Stärkung.“

Adoratio 2023 – Impressionen

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Auf der ande­ren Sei­te sei­en wir alle auf­ge­ru­fen, aus die­ser Stär­kung her­aus­zu­ge­hen und Zeug­nis zu geben. Das sei auch der Grund, war­um er als Bischof vom Bis­tum Pas­sau den Ado­ra­tio-Kon­gress ver­an­stal­te: Wir mer­ken, dass man Evan­ge­li­um nicht ver­ord­nen“ kann. Aber wis­sen Sie, was mein Wunsch wäre: Ich wür­de mir wün­schen, dass vie­le von Ihnen raus gehen und sagen: Las­sen Sie uns was machen mit Gebet, Anbe­tung und Erneue­rung. Jede Art der Erneue­rung und Evan­ge­li­sie­rung beginnt mit der Anbetung.“

Die­se Tage sei­en, so Bischof Ste­fan, eine Stär­kung von innen her. Nun wäre aber die Zeit, her­aus­zu­ge­hen und Zeug­nis abzu­le­gen — auch wenn der Wind uns ins Gesicht bläst.“ Und der Bischof ergänz­te: Ich bin es leid zu sagen, dass wir eine Kir­che sind, die immer im Ent­schul­di­gungs-Modus ist.“ Es gehe nicht um Selbst­dar­stel­lung. Auch sei rich­tig, dass Vie­les pas­siert ist, was nicht gut war. Aber wir haben Jesus in unse­rer Mit­te! Und die Mut­ter Got­tes, die uns führt und uns zu ihm trägt.“ Dem sei­en wir ver­pflich­tet. Dafür dür­fen wir vol­ler Selbst­be­wusst­sein raus gehen und sagen, zu wem wir gehö­ren. Und wenn wir dafür Prü­gel bezie­hen und uns der Wind ins Gesicht bläst – so what?!“ Das sei bereits bei den Apos­teln so gewe­sen. Und der Bischof ende­te mit den Wor­ten: Denn wenn wir sagen, dass Jesus der Herr ist, dann ist alle ande­re Herr­schaft im Ver­hält­nis zu ihm ent­mach­tet. Dafür geben wir Zeugnis.“

Eucharistiefeier mit Kardinal Kurt Koch

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Zum Abschluss des drei­tä­gi­gen Ado­ra­tio Kon­gres­ses in Alt­öt­ting zele­brier­te Kuri­en­kar­di­nal Kurt Koch eine hl. Mes­se in der St. Anna-Basi­li­ka. Er wür­dig­te die eucha­ris­ti­sche Anbe­tung als die bes­te Vor­be­rei­tung auf das Ewi­ge Leben bei Gott“. Denn in der Ewig­keit im himm­li­schen Jeru­sa­lem wer­den Kon­se­kra­ti­on und Kom­mu­ni­on ein Ende neh­men, nicht hin­ge­gen die Kon­tem­pla­ti­on der Herr­lich­keit Got­tes“, erklär­te der Kar­di­nal in sei­ner Pre­digt. Somit sei die eucha­ris­ti­sche Anbe­tung nicht nur Kon­se­quenz, son­dern auch Glau­bens­vor­aus­set­zung“, denn: Nur in der Anbe­tung kann eine ech­te und tie­fe Auf­nah­me der hei­li­gen Eucha­ris­tie gesche­hen.“ Drit­tens beton­te er: Die eucha­ris­ti­sche Anbe­tung wird auch zum Ort der Mis­si­on des Chris­ten in der Welt.“

Der Zöll­ner Mat­thä­us habe gar alles auf­ge­ge­ben, um Chris­tus zu fol­gen, erin­ner­te Kar­di­nal Koch mit Blick auf das Tages­evan­ge­li­um (Mt 9, 9 – 13). Das Mat­thä­us Evan­ge­li­um ins­ge­samt beto­ne die Bedeu­tung der Anbe­tung, erklär­te Kar­di­nal Koch: es begin­ne mit den Stern­deu­tern aus dem Osten, die das Kind in der Krip­pe anbe­ten – und es ende mit der Anbe­tung des Auf­er­stan­de­nen. Der Pre­di­ger resü­mier­te: Anbe­tung ist die Grund­hal­tung des Men­schen vor Gott in sei­ner Herr­lich­keit und der Ernst­fall unse­res Glaubens.“

Zu Mat­thä­us, der als Zöll­ner sei­ner­zeit als öffent­li­cher Sün­der“ betrach­tet wur­de, sag­te Kar­di­nal Koch: Nicht die Gesun­den bräuch­ten den Arzt, son­dern die Kran­ken (vgl. Mt 9,12), und: Ein hei­li­ger Sün­der ist dabei dar­an zu erken­nen, dass er Gott im Glanz sei­ner Herr­lich­keit wahr­nimmt und die­se Wahr­neh­mung dadurch bekennt, dass er vor ihm in die Knie geht und ihn anbe­tet.“ Dass das Beten heu­te oft als Ent­wür­di­gung und als Demü­ti­gung“ emp­fun­den wer­de, soll­te laut Kar­di­nal Koch kein Hin­der­nis sein, den­noch auf die Knie zu gehen – nicht vor der Welt, in der jede(r) sei­ne Frau“ oder sei­nen Mann“ zu ste­hen habe, wohl aber vor Gott, denn: Die Anbe­tung Got­tes schenkt uns aber die umge­kehr­te und des­halb heil­sa­me Erfah­rung: Nur wer ein star­kes Rück­grat hat, kann sich tief bücken.“

Schmidt Susanne

Susanne Schmidt

Bischöfliche Pressesprecherin

Michael Glass

Michael Glaß

Redakteur

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