Foto: Florian Duschl
Mehrere Hundert Pilger stimmen beim Wallfahrergottesdienst in Kohlstattbrunn ein vielstimmiges „Gegrüßet seist du, Maria“ an. Zelebrant Wolfgang Reincke erhält viel Applaus für humorvolle und zugleich mahnende Predigt.
Schon seit dem 18. Jahrhundert gibt es die Kohlstattbrunner Wallfahrt, begründet auf einer Sage. Inmitten des Hochwaldes auf halbem Weg zwischen den Ortschaften Hobelsberg und Gschwendet stehen die beiden Kapellen, dazu spendet ein Brunnen frisches Quellwasser, dem sogar Heilkraft zugesprochen wird. Das von Gläubigen verehrte Gnadenbild „Schmerzhafte Muttergottes“ steht in der Steinkapelle, während der traditionsreiche Wallfahrergottesdienst am Fest Mariä Himmelfahrt in der Holzkapelle zelebriert wird.
Ungebrochen ist der Zuspruch der Gläubigen, die am Festtag aus nahezu allen Himmelsrichtungen dem Gnadenort zustreben, um der Gottesmutter die Ehre zu erweisen, ihr für manche erfahrene Wohltat zu danken oder ihre Hilfe in den verschiedensten Anliegen zu erbitten.
Foto: Florian Duschl
Ungebrochen ist der Zuspruch der Gläubigen, die am Festtag aus nahezu allen Himmelsrichtungen dem Gnadenort zustreben, um der Gottesmutter die Ehre zu erweisen, ihr für manche erfahrene Wohltat zu danken oder ihre Hilfe in den verschiedensten Anliegen zu erbitten.
Zu dieser Wallfahrermesse lädt der Graineter Ortspfarrer Matthias Grillhösl jeweils einen Amtskollegen ein, der dann als Hauptzelebrant den Gottesdienst leitet. Heuer war es der Pfarrer des Pfarrverbandes Tann im Rottal, Wolfgang Reincke.
Als der Geistliche in der Predigt den Werdegang der „blutjungen“ Maria als künftige Gottesmutter und ihres Bräutigams, des höchst verunsicherten Josef, schilderte, waren die ersten Lacher zu hören. Erst recht, als Wolfgang Reincke den Beruf Jesu eindeutig als „Student“ identifizierte: „Er trug Sandalen, hatte lange Haare und wohnte auch mit dreißig Jahren immer noch bei seiner Mutter.“ Doch bei aller Lockerheit zelebrierte Wolfgang Reincke den Gottesdienst mit großem Ernst und rief in der Predigt dazu auf, in den Familien wieder das Tischgebet mehr zu pflegen und auf diese Weise den Glauben auch im Alltag wieder bewusster zu leben.
In einem der Messgebete kam die besondere Bedeutung des Festtages Mariä Himmelfahrt zum Ausdruck: „Herr, du hast Maria vor aller Sünde bewahrt und mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Lass uns auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes schauen!“ Auch in den Fürbitten und den zahlreichen Messintentionen kamen die vielen Anliegen der Wallfahrer zum Ausdruck.
Foto: Florian Duschl
Ein Novum bei der Kohlstattbrunner Wallfahrtsmesse war der mehrfach spontan aufflammende Beifall der Anwesenden für die Art der Predigt wie auch für die Gesamtgestaltung des Gottesdienstes durch die Geistlichen und durch den Männerchor.
Eine feste Größe bei der Kohlstattbrunner Pilgermesse ist der Graineter Männerchor, der bereits seit einigen Jahren von den Sangesbrüdern aus Herzogsreut verstärkt wird. Mit Unterstützung durch die Stubenmusi des Männerchores erklang – wie schon seit vielen Jahren – die Waldlermesse, dirigiert von Josef Weigerstorfer.
Am Ende des Gottesdienstes dankte Matthias Weiß, der stellvertretende Vorsitzende des Kapellenvereins Kohlstattbrunn, den zahlreichen Personen, die sich um die Pflege der Wallfahrtsstätte kümmern, wie auch allen Helfern rund um den Gottesdienst. Mit einer gemütlichen Sitzweil auf dem Graineter Dorfanger endete ein rundum gelungener Wallfahrtstag.
Text und Fotos: Florian Duschl

