Wallfahrt

Wallfahrt mit großer Anziehung

Redaktion am 07.09.2026

Info Icon Foto: Florian Duschl
Wallfahrergottesdienst in Kohlstattbrunn: Bei der Kommunionausteilung zeichnete Pfarrer Wolfgang Reincke dem kleinen Gottesdienstbesucher „auf Augenhöhe“ ein Kreuz auf die Stirn.

Mehrere Hundert Pilger stimmen beim Wallfahrergottesdienst in Kohlstattbrunn ein vielstimmiges „Gegrüßet seist du, Maria“ an. Zelebrant Wolfgang Reincke erhält viel Applaus für humorvolle und zugleich mahnende Predigt.

Schon seit dem 18. Jahr­hun­dert gibt es die Kohl­statt­brun­ner Wall­fahrt, begrün­det auf einer Sage. Inmit­ten des Hoch­wal­des auf hal­bem Weg zwi­schen den Ort­schaf­ten Hobels­berg und Gschwen­det ste­hen die bei­den Kapel­len, dazu spen­det ein Brun­nen fri­sches Quell­was­ser, dem sogar Heil­kraft zuge­spro­chen wird. Das von Gläu­bi­gen ver­ehr­te Gna­den­bild ​„Schmerz­haf­te Mut­ter­got­tes“ steht in der Stein­ka­pel­le, wäh­rend der tra­di­ti­ons­rei­che Wall­fah­rer­got­tes­dienst am Fest Mariä Him­mel­fahrt in der Holz­ka­pel­le zele­briert wird.

Unge­bro­chen ist der Zuspruch der Gläu­bi­gen, die am Fest­tag aus nahe­zu allen Him­mels­rich­tun­gen dem Gna­den­ort zustre­ben, um der Got­tes­mut­ter die Ehre zu erwei­sen, ihr für man­che erfah­re­ne Wohl­tat zu dan­ken oder ihre Hil­fe in den ver­schie­dens­ten Anlie­gen zu erbitten.

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Wallfahrergottesdienst in Kohlstattbrunn: Zelebranten am Altar.

Unge­bro­chen ist der Zuspruch der Gläu­bi­gen, die am Fest­tag aus nahe­zu allen Him­mels­rich­tun­gen dem Gna­den­ort zustre­ben, um der Got­tes­mut­ter die Ehre zu erwei­sen, ihr für man­che erfah­re­ne Wohl­tat zu dan­ken oder ihre Hil­fe in den ver­schie­dens­ten Anlie­gen zu erbit­ten.
Zu die­ser Wall­fah­rer­mes­se lädt der Grai­ne­ter Orts­pfar­rer Mat­thi­as Grill­hösl jeweils einen Amts­kol­le­gen ein, der dann als Haupt­ze­le­brant den Got­tes­dienst lei­tet. Heu­er war es der Pfar­rer des Pfarr­ver­ban­des Tann im Rot­tal, Wolf­gang Reincke.

Als der Geist­li­che in der Pre­digt den Wer­de­gang der ​„blut­jun­gen“ Maria als künf­ti­ge Got­tes­mut­ter und ihres Bräu­ti­gams, des höchst ver­un­si­cher­ten Josef, schil­der­te, waren die ers­ten Lacher zu hören. Erst recht, als Wolf­gang Rein­cke den Beruf Jesu ein­deu­tig als ​„Stu­dent“ iden­ti­fi­zier­te: ​„Er trug San­da­len, hat­te lan­ge Haa­re und wohn­te auch mit drei­ßig Jah­ren immer noch bei sei­ner Mut­ter.“ Doch bei aller Locker­heit zele­brier­te Wolf­gang Rein­cke den Got­tes­dienst mit gro­ßem Ernst und rief in der Pre­digt dazu auf, in den Fami­li­en wie­der das Tisch­ge­bet mehr zu pfle­gen und auf die­se Wei­se den Glau­ben auch im All­tag wie­der bewuss­ter zu leben.

In einem der Mess­ge­be­te kam die beson­de­re Bedeu­tung des Fest­ta­ges Mariä Him­mel­fahrt zum Aus­druck: ​„Herr, du hast Maria vor aller Sün­de bewahrt und mit Leib und See­le in den Him­mel auf­ge­nom­men. Lass uns auf die­ses Zei­chen der Hoff­nung und des Tros­tes schau­en!“ Auch in den Für­bit­ten und den zahl­rei­chen Mess­in­ten­tio­nen kamen die vie­len Anlie­gen der Wall­fah­rer zum Ausdruck. 

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Wallfahrergottesdienst in Kohlstattbrunn: Blasmusik für die Teilnehmer.

Ein Novum bei der Kohl­statt­brun­ner Wall­fahrts­mes­se war der mehr­fach spon­tan auf­flam­men­de Bei­fall der Anwe­sen­den für die Art der Pre­digt wie auch für die Gesamt­ge­stal­tung des Got­tes­diens­tes durch die Geist­li­chen und durch den Männerchor.

Eine fes­te Grö­ße bei der Kohl­statt­brun­ner Pil­ger­mes­se ist der Grai­ne­ter Män­ner­chor, der bereits seit eini­gen Jah­ren von den San­ges­brü­dern aus Her­zogs­reut ver­stärkt wird. Mit Unter­stüt­zung durch die Stu­ben­mu­si des Män­ner­cho­res erklang – wie schon seit vie­len Jah­ren – die Wald­ler­mes­se, diri­giert von Josef Weigerstorfer.

Am Ende des Got­tes­diens­tes dank­te Mat­thi­as Weiß, der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Kapel­len­ver­eins Kohl­statt­brunn, den zahl­rei­chen Per­so­nen, die sich um die Pfle­ge der Wall­fahrts­stät­te küm­mern, wie auch allen Hel­fern rund um den Got­tes­dienst. Mit einer gemüt­li­chen Sitz­weil auf dem Grai­ne­ter Dorf­an­ger ende­te ein rund­um gelun­ge­ner Wallfahrtstag.

Text und Fotos: Flo­ri­an Duschl

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