Glaube und Gemeinschaft

„Gott ist in jedem von uns“

Redaktion am 17.11.2025

Bischof Stefan Oster bei der Feier der Eucharistie. Info Icon Foto: Michael Glaß
Gegenwärtig. Bischof Stefan Oster bei der Feier der Eucharistie; links Pfarrer Hermann Schächner.

In einem Pontifikalamt am 16. November hat sich Bischof Stefan Oster SDB bei Beterinnen und Betern dreier Gebetsgemeinschaften im Bistum bedankt – und festgestellt, dass es beim Gebet um sehr viel mehr geht als allein um Innerlichkeit.

Nach und nach füllt sich die Pfarr­kir­che St. Ruper­tus; rund 200 Besu­cher wer­den es an die­sem Sonn­tag­vor­mit­tag sein. Nicht alle kom­men pünkt­lich zum Rosen­kranz­ge­bet. Der Weg zur Kir­che auf der Anhö­he über der Markt­ge­mein­de Tüß­ling ist für jene, die nicht aus der Gegend sind, gar nicht so leicht zu fin­den. Das Pan­ora­ma ist ein­drucks­voll. Gera­de jetzt, als Son­nen­strah­len durch den Nebel schei­nen und den Blick auf den nörd­li­chen Land­kreis Alt­öt­ting freigeben.

Pünkt­lich müs­sen Beter gar nicht unbe­dingt sein. Sehr viel wich­ti­ger ist, dass sie sich sub­stan­zi­ell Zeit neh­men“, wie es Bischof Oster in sei­ner Pre­digt for­mu­liert. Nicht mal eben so neben­her beten, son­dern bewusst – dar­um geht es. Das ist auch für den ers­ten Beter im Bis­tum“ nicht immer so ein­fach, wie der Bischof frei her­aus ein­räumt. Aber es loh­ne sich: Wir fin­den auf die­se Wei­se in den Frie­den, der kommt und der bleibt.“

Die Predigt von Bischof Stefan Oster SDB zum Nachhören

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Zwei Aspek­te hebt der Bischof in sei­ner Pre­digt her­vor: Den inne­ren, wah­ren Frie­den – und außer­dem die Demut. Jesus war der Aller-Demü­tigs­te“, stellt Oster fest, und in dem wir selbst zur Demut fin­den, könn­ten wir ihn berüh­ren“. Gott sei bereits da, in jedem von uns, betont der Bischof. Und er füh­re uns in ein Leben, das tie­fer ist als alles, was uns die (ver­gäng­li­che) Welt zu geben hat“. Es sei die Berüh­rung mit der Stil­le“, die das Gebet tra­ge. Und außer­dem das Ver­trau­en auf das neue Leben“, das Jesus uns ver­hei­ßen hat – und gegen das sich die ver­gäng­li­che Welt“ immer wie­der zur Wehr set­ze, wie Bischof Oster mit Ver­weis auf das Tages­evan­ge­li­um vom Anfang der end­zeit­li­chen Not“ (Lk 21, 5 – 19) und mit Blick auf ver­gan­ge­ne und gegen­wär­ti­ge Chris­ten­ver­fol­gun­gen fest­stellt. Nicht nur in die­ser Hin­sicht sei es wich­tig, das Wort Got­tes in der Bibel nicht nur zu lesen und zu ken­nen, son­dern es sich im Gebet wirk­lich nahe­ge­hen zu lassen.

Letzt­end­lich aber gehe es beim Beten nicht nur um Inner­lich­keit“, betont Bischof Oster. Viel­mehr gehe es dar­um, Zeug­nis zu geben, dass Gott in der Welt gegen­wär­tig ist“; dass er jetzt hier ist, in jedem von uns. Sub­stan­zi­el­les“, also bewuss­tes Beten füh­re ganz auto­ma­tisch zu mehr Acht­sam­keit für die Not ande­rer“, zu mehr Sen­si­bi­li­tät, zu mehr Geduld auch mit Ner­ven­sä­gen“, dazu, dass Bete­rin­nen und Beter zu bes­se­ren Zuhö­rern werden.

Betertreffen – Impressionen

Aus­drück­lich dankt Bischof Oster am Ende sei­ner Pre­digt den Bete­rin­nen und Betern. Das Dan­kes­fest gilt drei Gebets­ge­mein­schaf­ten im Bis­tum: Der Initia­ti­ve 10 für 10, die dazu ani­miert, täg­lich zehn Ave Maria für die zehn Deka­na­te im Bis­tum Pas­sau zu beten – der 24/​7‑Bewegung, die sie­ben Tage pro Woche 24 Stun­den lang an 365 Tagen im Jahr eine Eucha­ris­ti­sche Anbe­tung in der Bar­ba­ra­ka­pel­le am Dom­platz in Pas­sau ermög­licht – und dem Päpst­li­chen Werk für geist­li­che Beru­fe“, kurz PWB, das sowohl per­sön­lich als auch in Gemein­schaft spe­zi­ell für geist­li­che Beru­fun­gen in der Kir­che betet. Geför­dert wer­den die­se Initia­ti­ven vom Refe­rat für Neue­van­ge­li­sie­rung und der Beru­fungs­pas­to­ral des Bis­tums Pas­sau, die auch zum Dan­kes­fest ein­ge­la­den haben.

Herz­lich emp­fan­gen wer­den die Bete­rin­nen und Beter von den Mit­glie­dern der Pfar­rei St. Ruper­tus und ihrem Pfar­rer Her­mann Schäch­ner; von Tüß­lings Zwei­ter Bür­ger­meis­te­rin Caro­lin Auer und Pfarr­ge­mein­de­rats­vor­sit­zen­den Mag­da­le­na Wen­nin­ger. Vie­le Fah­nen­ab­ord­nun­gen zie­hen ein zum Got­tes­dienst, der von Kan­to­rin Alex­an­dra Kur­noth und Orga­nis­tin Anne­ma­rie Ober­hu­ber ein­drucks­voll musi­ka­lisch gestal­tet wird. Der ange­kün­dig­te Steh­emp­fang mit Fin­ger­food und Mög­lich­keit zur Begeg­nung“ im Pfarr­heim ent­puppt sich als üppi­ges Mit­tag­essen mit gern genutz­ter Gele­gen­heit zu gesel­li­gem Bei­sam­men­sein und Aus­tausch.
Wäh­rend des Got­tes­diens­tes seg­net Bischof Oster einen neu­en Kelch für die Pfarr­kir­che, die innen glänzt – und außen gera­de reno­viert wird. Von einer Dau­er-Bau­stel­le Kir­che“ spricht daher Bischof Oster ein­gangs des Got­tes­diens­tes mit einem Augenzwinkern.

Ob Bau­stel­le oder nicht – Kir­che sei da, um dafür zu sor­gen, dass das Licht, das Jesus bringt, durch uns in der Welt leben­dig wird“, wie es Bischof Oster in sei­ner Pre­digt for­mu­liert. Und ihm nach haben Bete­rin­nen und Beter dar­an einen wesent­li­chen Anteil.

Michael
Glaß

Redakteur

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