Bistum

Kapelle hält das Dorf zusammen

Redaktion am 07.09.2026

Info Icon Foto: Verena Mautner
Echtes Zentrum: Zur Erinnerung an das Jubiläum versammelte sich fast die gesamte Dorfgemeinschaft rund um die Kapelle.

Ortsmittelpunkt und Rückzugsort: Dorfgemeinschaft von Kapfham feierte 75-jähriges Bestehen ihrer Dorfkapelle. Redner würdigen den großen Zusammenhalt der Bevölkerung.

Die ​„Mariä-Him­mel­fahrts-Dank­ka­pel­le“ ist der geist­li­che Mit­tel­punkt der in Kapf­ham leben­den Bür­ger. Seit 75 Jah­ren tref­fen sie sich dort zu Andach­ten, Mess­fei­ern, Mai­an­dach­ten, Rosen­krän­zen, zum tra­di­tio­nel­len ​„Frau­en­tra­gen“ im Advent oder auch zu einem stil­len Gebet. Das klei­ne Kirch­lein wird von der Dorf­ge­mein­schaft eif­rig gepflegt, immer wie­der reno­viert und lie­be­voll geschmückt. Mit einem Jubi­lä­ums­got­tes­dienst und einem gesel­li­gen Dorf­fest haben die Kapf­ha­mer Dorf­be­woh­ner die­ses 75-jäh­ri­ge Bestehen ihres Schmuck­stücks gebüh­rend gefeiert.

Karl Schießl – die­ser Name ist untrenn­bar mit die­ser Kapel­le ver­bun­den. ​„Da Sto­la“, wie Karl Schießl dem Haus­na­men nach nur genannt wur­de, war ein ein­fa­cher Bau­er, der wäh­rend des 1. Welt­krie­ges als Sol­dat in einer Sani­täts­kom­pa­nie das grau­sa­me Elend die­ses Krie­ges haut­nah mit­er­le­ben muss­te. Er gelob­te, dass er bei einer glück­li­chen Heim­kehr mit all sei­nen Kräf­ten der Mut­ter­got­tes eine Gedenk­stät­te errich­ten wer­de. Nach­dem er dem Krieg tat­säch­lich leben­dig ent­rin­nen konn­te, gab schließ­lich das Jahr 1937 einen ers­ten Anstoß zur Erfül­lung die­ses Gelüb­des. Damals muss­te näm­lich die Kell­ber­ger Pfarr­kir­che reno­viert und die Mai­an­dach­ten damit in den ein­zel­nen Dorf­ka­pel­len abge­hal­ten wer­den. In Kapf­ham wie­der­um war es Karl Schießl, der auf­grund einer feh­len­den Dorf­ka­pel­le sofort sei­nen Getrei­de­bo­den rei­nig­te und dort dann einen klei­nen Mut­ter­got­tes­al­tar aufbaute.

1950 mach­te Schießl schließ­lich einen wei­te­ren Vor­stoß zum Bau einer eige­nen Dorf­ka­pel­le und der führ­te dann auch zum Erfolg. Die grund­le­gen­de Basis dafür war zunächst das Grund­stück, das die Kapf­ha­mer Bäue­rin Maria Mai­er für den Bau zur Ver­fü­gung stell­te. Am 15. Febru­ar 1951 wur­de der ers­te Bau­stein gesetzt. Dank vie­ler hel­fen­der Hän­de der Kapf­ha­mer Dorf­be­woh­ner und flei­ßi­ger Hand­wer­ker, die Arbei­ten ohne Lohn­for­de­run­gen aus­führ­ten, war bereits am 30. April 1951 der Roh­bau fer­tig. Die neue Kapf­ha­mer Dorf­ka­pel­le konn­te für Andach­ten und Mess­fei­ern fast 70 Sitz­plät­ze anbie­ten. So ganz im Sin­ne ihres Initia­tors Karl Schießl wur­de sie dann auch ​„Mariä-Him­mel­fahrts-Dank­ka­pel­le“ benannt.

Vie­le Reno­vie­rungs­ar­bei­ten über die Jah­re hin­weg waren immer wie­der getra­gen von einer beein­dru­cken­den Soli­dar­ge­mein­schaft der Kapf­ha­mer Dorf­ge­mein­schaft. Koor­di­niert wur­den die­se vom Kapel­len­aus­schuss mit den Mit­glie­dern Johan­nes Schier­mei­er, Franz Stock­bau­er, Max Fuchs, Irm­gard Bau­er, Moni­ka Hasl­beck, Ange­la Furt­ner, Hans Stock­bau­er, Josef Alten­dor­fer, Man­fred Kro­na­wit­ter, Artur Wandl und dem lang­jäh­ri­gen Vor­sit­zen­den Wal­ter Fisch sowie mit dem uner­müd­lich antrei­ben­den der­zei­ti­gen Vor­sit­zen­den Alo­is Alten­dor­fer. ​„Eigen­tü­me­rin die­ser lie­be­voll reno­vier­ten und wun­der­schö­nen Kapel­le ist zwar die Gemein­de“, so wand­te sich Alo­is Alten­dor­fer mit einem Sei­ten­blick an den anwe­sen­den Bür­ger­meis­ter Franz Maut­ner, ​„aber bis­her hat die­se Kapel­le die Gemein­de fast noch nichts gekos­tet. Ich bin mir sicher, du wür­dest dir noch meh­re­re sol­che Pro­jek­te wie unse­re Kapel­le wün­schen, denn wir Kapf­ha­mer reden nicht bloß, son­dern wir packen auch kräf­tig mit an.“

Mit einem fei­er­li­chen Gedenk- und Dank­got­tes­dienst wur­de die­ses Jubi­lä­um ein­ge­läu­tet, dem mit 135 Besu­chern in der Kapel­le und auch davor an den Laut­spre­chern neben den Bischöf­lich Geist­li­chen Räten i.R. Alo­is Anets­eder und Her­bert Ober­ne­der fast die kom­plet­te Dorf­ge­mein­schaft bei­wohn­te. Zele­briert wur­de die­ser beein­dru­cken­de Got­tes­dienst von Pfar­rer Andre­as Erndl, der die Kapel­le als zen­tra­len Rück­zugs­ort für per­sön­li­che Gebe­te und für ganz per­sön­li­che Anlie­gen an die Mut­ter­got­tes bezeich­ne­te. In sei­ner Pre­digt ging Andre­as Erndl auch noch auf die Bedeu­tung Mari­ens im Glau­ben ein, indem er sie als Weg­wei­se­rin für alle Glau­ben­den auf die­ser Welt in ihren Nöten und Sor­gen bezeichnete.

In sei­nem Gruß­wort gra­tu­lier­te Bür­ger­meis­ter Franz Maut­ner der gesam­ten Dorf­ge­mein­schaft von Kapf­ham zu dem bei­spiel­haf­ten Zusam­men­halt und auch zum stol­zen Zustand der Kapel­le. Sei­nen ganz beson­de­ren Dank sprach er noch dem rüh­ri­gen und ver­ant­wor­tungs­vol­len Kapel­len­ver­ein aus.

Fort­an aber wur­de im vom DJK-SV Kell­berg auf­ge­stell­ten Fest­zelt mit einer rei­chen Spei­sen- und Geträn­ke­aus­wahl sowie bei einem ver­lo­cken­den Kuchen­buf­fet der Kapf­ha­mer Frau­en gesel­lig gefeiert.

Text: Franz Stangl

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