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Die Zukunft hat begonnen
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Wie funktionieren die 18 neuen Verwaltungszentren? Susanne Kopp leitet das Verwaltungszentrum Regen. Sie gibt Einblicke in die Praxis. 
 
Regen/Passau. Hell ist es. Hell, und sehr ordentlich. Hier und da vielleicht noch etwas leer, aber schon auf den ersten Blick ist klar, dass es sich in diesem Büro im Pfarrhaus Zwiesel gut arbeiten lässt, dass hier eine angenehme Atmosphäre herrscht. Ein Schreibtisch ist bereits mit dem Nötigsten versorgt: Der Schreibtisch, an dem künftig Susanne Kopp sitzen wird. Die 35-jährige ist die Leiterin des Verwaltungszentrums Regen. Bevor sie allerdings tagtäglich in ihrem neuen Büro arbeiten wird, absolviert sie gemeinsam mit neun der insgesamt 18 anderen Verwaltungsleiter ein intensives Trainee-Programm in Passau. Hier lernen sie die kirchenspezifischen Fachverfahren kennen und eignen sich Wissen an, das später in den einzelnen Verwaltungsräumen unbedingte Voraussetzung ist. „Es geht aber auch darum, dass die Leiter die Abläufe des Bischöflichen Ordinariats kennenlernen und auch die Personen, die in den Abteilungen arbeiten“, betont Generalvikar Dr. Klaus Metzl, der die Errichtung der Verwaltungszentren federführend leitet. Schon Anfang März strömen die ersten zehn Verwaltungsleiter aus und beginnen in der Fläche mit der Arbeit. Doch wie genau sieht diese Arbeit in der Praxis eigentlich aus? Das Beispiel von Susanne Kopp kann helfen, noch immer bestehende Fragezeichen verschwinden zu lassen. 
Die verheiratete Mutter zweier Kinder hat zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert und Betriebswirtschaft studiert. Als Pfarrsekretärin in Frauenau bekam sie dann bereits viele Einblicke in die Aufgaben der pastoralen Mitarbeiter. Vorkenntnisse, die es ihr leicht machten, sich als Verwaltungsleiterin zu bewerben. Denn Kopp weiß, wie nötig mehr Unterstützung des Haupt- und Ehrenamtes ist. Und genau das ist das Ziel der Verwaltungszentren: Priester, aber auch ehrenamtlich Engagierte wie Kirchenpfleger, sollen von ihren teils sehr zeitfressenden Verwaltungsaufgaben entlastet werden. Neue Freiräume sollen entstehen, neue Möglichkeiten, Haupt- und Ehrenamt auszuführen. 
„Rein von der Einstellung her ist es kein Job, sondern eine Lebensaufgabe“, beschreibt Kopp ihren neuen Beruf. Sie steht zwar zunächst vor einem Berg voll Arbeit, hohe Erwartungen lasten auf ihren Schultern. Doch sie ist hochmotiviert und bereit, sich nach Kräften für ihr Verwaltungszentrum zu engagieren.
Einer der ersten wichtigen Schritte liegt auf der Hand. Die neuen Verwaltungsleiter müssen ihr künftiges Einsatzgebiet erstmal gut kennenlernen. So macht Susanne Kopp bereits Touren, besucht gemeinsam mit dem Regener Dekan Martin Prellinger beispielsweise Kirchen und andere kirchliche Gebäude, Friedhöfe oder Grundstücke, lernt die Menschen kennen, die sich vor Ort engagieren. In Sachen Entlastung werden sich die Verwaltungsleiter dann zunächst dem Finanzbereich widmen. „Wir übernehmen in den Verwaltungszentren die Buchhaltungen aus den Pfarrbüros. Im nächsten Schritt nähern wir uns dem Zahlungsverkehr und im Herbst sollen dann weitere Pakete wie Daten- und Arbeitsschutz folgen“, so Kopp.
Es gilt das Prinzip, dass Aufgaben grundsätzlich freiwillig an die neuen Verwaltungsleiter übertragen werden können. Eine Ausnahme stellt lediglich der Bereich des Finanzwesens dar. Das liege laut Kopp daran, dass die Kirchen als Körperschaften öffentlichen Rechts ab 2021 umsatzsteuerpflichtig werden und eine Professionalisierung aus diesem Grund außerordentlich wichtig sei. 
Die Verwaltungsleiter werden sukzessive mit ihrer Arbeit starten. „Es ist kein Prozess, der von heute auf morgen passiert. Es muss wachsen. Aber ich glaube, wenn man das mit Liebe tut, dann gelingt es auch“, sagt Kopp, die davon überzeugt ist, dass die Errichtung der Verwaltungszentren im pastoral-strukturellem Erneuerungsprozess des Bistums Passau unter dem Leitwort „Unser Bistum: Glaube lebt – Gemeinsam neu Kirche sein“ der richtige Schritt in die Zukunft ist. Das sieht Dekan Prellinger genauso. Auch er empfindet die Verwaltungszentren als Chance. „Die Verwaltungsanforderungen sind stetig gestiegen, nicht nur an die Pfarrer, sondern auch an die Kirchenverwaltungen. Es ist alles komplizierter und unübersichtlicher geworden. Ich verspreche mir durch die Professionalisierung in der Verwaltung einfach wieder mehr Freiräume für die Seelsorge – um eben nicht nur am Schreibtisch zu sitzen und E-Mails abzuarbeiten oder neue Bestimmungen umzusetzen“, sagt er. Prellinger weiß aber natürlich, dass ein Umlernprozess auf alle Beteiligten zukommt. „Als Pfarrer ist man gewohnt, die Leitung auszuführen und auch in der Verwaltung die Leitung wahrzunehmen, weil es einfach zu unseren Aufgaben gehört hat. Das Ganze paketweise abzugeben und zu sagen: ‚Ich verabschiede mich davon‘ ist natürlich ein Stück weit Machtverlust, man weiß ja nicht mehr alles und hat nicht mehr auf alles Zugriff. Aber ich denke, das ist nicht der Grund, warum ich Pfarrer und Seelsorger geworden bin. Der Grund war, für die Menschen da zu sein, und nicht für den Schreibtisch“, stellt er klar. 
Grundsätzlich ist es aus seiner Sicht auch wichtig, wie die Zusammenarbeit aussehen wird. „Wie man die Arbeitsabläufe gestaltet, wie man Hand in Hand arbeiten kann, welche Infos wer wann braucht – das braucht gute Kommunikation und Zeit, damit sich das entwickeln kann. Dass man nicht nebeneinander, sondern miteinander gut arbeiten kann.“ Eine spürbare Entlastung sei sicherlich nicht gleich möglich – aber schrittweise. 
Mit den Verwaltungszentren entsteht im Bistum Passau etwas völlig Neues, das ist ganz klar eine Herausforderung sowohl für das Ordinariat als auch für die Ehren- und Hauptamtlichen in der Fläche. „Wir gehen hier experimentell in die Zukunft“, so Generalvikar Metzl. Dass nach und nach für alle Verwaltungsleiterstellen sehr gut passende Frauen und Männer gefunden werden konnten, freut ihn sehr. Bei der Auswahl seien verschiedene Punkte wichtig gewesen. „Natürlich ist die Kirchlichkeit zentral. Wir haben aber auch Wert daraufgelegt, dass die Bewerber neben der fachlichen Kompetenz eine hohe soziale Kompetenz mitbringen“, beschreibt Metzl. Weiterhin erfordere der Job ein hohes Maß an Flexibilität. Abend- oder Wochenendtermine werden keine Seltenheit sein. Das weiß auch Verwaltungsleiterin Susanne Kopp. Doch sie freut sich auf ihre künftigen Aufgaben und die Zusammenarbeit mit Haupt- und Ehrenamt. Zufrieden sagt sie: „Ich bin hier von Anfang an offen empfangen und toll betreut worden.“ 
 
Foto: Mareen Maier
 


Autor: Mareen Maier
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