VERLAG PASSAUER BISTUMSBLATT    DOMPLATZ 7    94032 PASSAU    TELEFON: 0851.3931323 
    Ihr Standpunkt: Startseite | Zeitung | Einzelansicht
Da geht‘s ans Eingemachte
Da geht‘s ans Eingemachte
Da geht‘s ans Eingemachte
Zur Zeit wird für Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats ein Glaubenskurs angeboten. Gesprochen wird dabei – das liegt in der Natur der Sache – über Gott und die Welt. Natürlich geht es da ans „Eingemachte“. Will heißen: Wohin zeigt denn mein eigener Glaubenskompass? Ein weites Feld, um das es bei diesen montäglichen Treffen geht. Beispiele aus dem Themenfeld: Wer ist Jesus? Warum starb Jesus? Was kann mir Gewissheit im Glauben geben? Warum und wie bete ich? Wie kann ich die Bibel lesen? Wie führt uns Gott? Wie widerstehe ich dem Bösen? Heilt Gott heute noch?
Fragen über Fragen tun sich auf. So schwer kann das doch nicht sein, darauf eine Antwort zu finden, mag sich mancher denken. Aber, wir wissen das alle, die einfachsten Dinge können oft die schwierigsten sein.  Vielleicht geht so mancher, wenn es um die Menschwerdung Gottes geht, die Sache einfach zu kompliziert an. Vielleicht würde man sich das Glaubensleben leichter machen, wenn man nur das Staunen im eigenen Kopf zuließe. 
Der Marienwallfahrtsort Sammarei hat das in seinem Jubiläumsjahr so auf einen Nenner gebracht: „400 Jahre Staunen“ heißt die sowohl einfache als auch geniale Überschrift (siehe Seite 16/17).
Zugegeben, das Thema Erwachsene und Staunen in Verbindung mit Religion war schon einmal gefragter als heute. Viele sind weit weg davon, den Unsichtbaren anzubeten. Sichtbares steht höher im Kurs, zum Beispiel das neue Smartphone oder ähnlich kurzlebige Dinge. Aber Ewiges, Endgültiges, Wahres...?
Die Geschichte ist voll von Gläubigen und Ungläubigen. So ist der „Ungläubige Thomas“ eines der berühmtesten Gemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571–1610). Es hängt heute in der Bildergalerie im Park des Schlosses Sanssouci in Potsdam. Im Zentrum steht Jesus, der sein Wundmal zeigt. Thomas sticht mit seinem Zeigefinger weit hinein in diese Wunde. 
Thomas erscheint als der Prototyp des starrköpfigen Zweiflers, der nur das zu begreifen vermag, was er mit eigenen Händen greifen kann. Ein wackliger Kandidat für jeden Glauben, heißt es doch bei Paulus: „Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.“ 
Bohrend wie der Zweifel des „Ungläubigen Thomas“ zieht sich seit Jahrhunderten der Versuch hin, Glaube und Vernunft unter einen Hut zu bringen. Unstillbar scheint das Streben nach Gewissheit in der Ungewissheit. Wie leicht haben es da jene, die es mit einem alten Kirchenlied halten: „Staunen nur kann ich und staunend mich freu‘n!“


Autor: Werner Friedenberger
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT   ARTKEL AUSDRUCKEN
VERLAG PASSAUER BISTUMSBLATT DOMPLATZ 7 94032 PASSAU TELEFON: 0851.3931323 E-Mail: info@passauer-bistumsblatt.de

KONTAKT IMPRESSUM DATENSCHUTZERKLÄRUNG ZEITUNG ABONNIEREN
 
BISTUM-PASSAU.de KATHOLISCH.de VATICAN.va BJA-PASSAU.de CARITASVERBAND-PASSAU.de
© 2011 Werbeagentur grünstich | Angerstraße 31 | 94034 Passau