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„Moch ma bitte jo a schene Leich!“
„Moch ma bitte jo a schene Leich!“
„Moch ma bitte jo a schene Leich!“

Ein Nachruf auf Prälat Helmuth Schuler

PASSAU/NIEDERAICHBACH. Ob als Lehrer, Gefängnisseelsorger, Stadtpfarrer oder begnadeter Prediger: Prälat Helmuth Schuler ging an die Ränder, lange bevor Papst Franziksus diesen Begriff geprägt hat, und war erfüllt davon, die Menschen zu begleiten, sie für Jesus zu begeistern. Der Pfarrer i.R. in Niederaichbach (Landkreis Landshut), frühere Stadtpfarrer von Zwiesel und Dekan für das Dekanat Regen starb am 3. Februar im Alter von 80 Jahren. In Niederaichbach, wo er in den letzten Jahren im Haus seiner Eltern lebte, fand er seine letzte Ruhestätte. „Moch ma bitte jo a schene Leich!“ Diese Aufforderung gab Schuler kurz vor seinem Tod dem Niederaichbacher Pfarrer Hermann Höllmüller mit auf den Weg. Keine frommen Sprüche! Keine leeren Formeln! Keine „Lehren“, die mit dem Leben nichts zu tun haben! Das waren Grundüberzeugungen Helmuth Schulers. Niedergeschrieben hat er sie in seiner fesselnden Autobiografie „Jesus Manager“. Mit großer Sprachgewalt schildert er auf 240 Seiten die Stationen seines Lebens und seine Erfahrungen mit der Kirche: seine Kindheit im Krieg, die unerwartete Berufung zum Priester, die Anfänge als Kaplan in Passau-Hacklberg, seine Zeit als Seelsorger in der Jugendstrafanstalt Niederschönenfeld, als Oberstudienrat am Gymnasium Landau an der Isar und als Stadtpfarrer in Zwiesel. So vieles kommt darin vor: Liebe, Lebensfreude, Menschlichkeit, Humor und Altersweisheit genau so wie Enttäuschung, Zorn, Einsamkeit und Sehnsucht. Und eine Grundfrage zieht sich durch das ganze Buch: Wie muss Kirche sein, damit sie glaubwürdig ist? Einige überzeugende Antworten hat Helmuth Schuler selbst gegeben. Für sein Verständnis war es unumgänglich, dass ein Priester mitten in der Welt, mitten im Leben steht. Sonst sei es unmöglich, die Menschen zu verstehen, sie für die Botschaft Jesu zu begeistern. Schuler war ein Mensch mit einem unerschütterlichen Vertrauen zu einem guten Gott. Daran hat sich auch am Ende seines Lebens nichts geändert. „Beim Requiem soll deutlich werden, dass ich an die Auferstehung der Toten geglaubt und sie mein ganzes Priesterleben lang verkündet und mich bemüht habe, diesen Glauben durch mein Leben zu bezeugen.“ Auch diesen Satz hat Schuler dem Niederaichbacher Pfarrer in die „Anordnung für seine Beerdigung“ geschrieben.
Dass der Prälat bei seiner Beerdigung die Predigt „am liebsten selber ghoitn“ hätte, wie er bei der Krankensalbung kurz vor seinem Tod mitteilte, überrascht kaum. „Bis zuletzt hat unser Herr Prälat seinen Glauben und seinen Humor nicht verloren. In diesen intensiven Tagen haben wir gemeinsam geweint und auch gelacht – bis zuletzt“, so der Niederaichbacher Pfarrer in seiner Predigt. Die Heilsbotschaft vom Leiden und von der Freude auf das ewige Leben zu erzählen, „macht mich froh und glücklich und gibt mir den Frieden, den ich mir mein ganzes Leben gewünscht habe“, schrieb Schuler in seinem Buch. Und so ist es wenig verwunderlich, dass er für seine Beerdigung in der Aichbachhalle ein Fest organisiert hat, mit Blasmusik, Spanferkel und Bier. „Alle sollen essen und trinken können, so viel sie wollen, sie sollen bleiben können, so lange sie wollen“, so der Prälat in seiner Anordnung. Ein Vorgeschmack des ewigen Festmahles und der himmlischen Freude. „So haben wir es auch besprochen“, sagte Höllmüller. Und: „Er feiert mit – von oben und wird lächeln und auf uns schauen.“
 
Foto: Wolfgang Krinninger


Autor: Wolfgang Krinninger
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