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Zum Lobe Gottes berufen
Zum Lobe Gottes berufen
Zum Lobe Gottes berufen
Wie können Musik und Liturgie dazu beitragen, einen tieferen Zugang zum Glauben zu finden? Dieser Frage hatte sich der dritte Studientag für Neuevangelisierung verschrieben. 180 Teilnehmer kamen dazu ins Haus Spectrum Kirche.
 
Passau. Sie nutzten die Möglichkeit, sich von spannenden Vorträgen, Diskussionen und Workshops inspirieren zu lassen. Auch für den Passauer Bischof Dr. Stefan Oster SDB war das Thema des Studientags ein sehr Wichtiges. „Wir alle wissen, dass ein gut gefeierter Gottesdienst und qualitätsvolle Musik eine Wirkung haben können, die uns das Herz öffnet, die uns dadurch tiefer in das hineinführen kann, was nicht aussprechbar ist – also auch ins Geheimnis. Und andererseits wissen wir auch, dass eine lieblos gefeierte Liturgie und Musikgestaltung uns eher raustreiben kann. Unser großes Anliegen ist, hier zu zeigen, wie wichtig es ist, qualitätsvoll Liturgie aber auch geistliche Musik zu feiern, zu leben, zu beten“, sagte er. 
Gestartet wurde der Studientag bei einem Morgenlob in der Kapelle mit einem Impuls des Bischofs. Nach dieser Einstimmung begaben sich die Teilnehmer in den Veranstaltungsraum. Seelsorgeamtsleiter Dr. Hans Bauernfeind wies hier zunächst darauf hin, dass der Heilige Johannes Paul II. vor 40 Jahren den Begriff „Neuevangelisierung“ geprägt habe. „Er hat damit die grundlegende Erneuerung der Kirche auf den Weg gebracht. Wir im Bistum Passau haben diesen Weg angenommen“, so Bauernfeind, bevor er auf das Thema des Studientags hinführte. „Liturgie und Musik gehören untrennbar zusammen und haben eine enorme evangelisierende Kraft“, stellte er fest. Eine These, die Kirchenmusikdirektor Dr. Marius Schwemmer bei seinem Eröffnungsreferat unter der Überschrift „Unser Lebensdreiklang: Gott, Kirche und Musik. Warum Musik im Gottesdienst und welche?“ untermauerte. Verschiedene Aspekte seien dafür verantwortlich. Zum Beispiel habe das gemeinsame Singen von Liedern oder Rufen eine starke gemeinschaftsbildende Funktion, erklärte Schwemmer und wies im liturgischen Kontext auf den Eröffnungsgesang eines Gottesdienstes hin. Außerdem sei Musik eine die Sprachgrenzen innerhalb eines Kulturkreises überschreitende zwischenmenschliche Kommunikations- und Ausdrucksform. Musik könne die Herzen öffnen und sie zu Gott erheben. Als weiteren Aspekt führte Schwemmer an, dass sich in der geordneten Struktur von Musik die Struktur in Gottes Schöpfung abbilde. Anschließend widmete sich der Kirchenmusikdirektor einigen Spannungsfeldern, in denen sich Kirchenmusik und geistliche Musik heutzutage mitunter befinden würden. Eines davon: Wird die Musik um Gottes oder um der Menschen willen genutzt? Schwemmer stellte heraus, dass Musizieren zu Gottes Lob auch den Menschen Segen und Heil bringe. „Wir sind zum Lobe Gottes bestimmt, weil wir dadurch zu unserem Segen und Heil bestimmt sind. Geistliche Musik ist also um Gottes willen ebenso wie um der Menschen willen“, so Schwemmer. Wichtiger Bestandteil seiner theoretischen Einführung war schließlich noch die Betrachtung der Parameter der Musik, welche im Gottesdienst erklingen sollten.
Von der Theorie in Richtung Praxis: Der zweite Vortrag wurde von Veronika und Sebastian Lohmer vom Gebetshaus Augsburg gestaltet, die laut Seelsorgeamtsleiter Bauernfeind insbesondere durch ihre einfühlsame und bekenntnisstarke Lobpreismusik bekannt seien. Das Ehepaar ließ die Teilnehmer an den Abläufen im Gebetshaus teilhaben – dort wird rund um die Uhr gebetet, 365 Tage im Jahr, meist in Verbindung mit Musik – und sprach mit ansteckender Begeisterung über den Lobpreis. Doch was ist Lobpreis eigentlich? Sebastian Lohmer fand verschiedene Annäherungen. „Musik alleine – das ist noch nicht Lobpreis. Musik aber in Verbindung mit geistlichem Gehalt, mit Gebet, mit dem Herz der Anbetung – das ist Lobpreis“, so Lohmer. Die wohl einfachste Definition von Lobpreis laute: „Sagen, wie Gott ist. Die Eigenschaften, Attribute, Wesensmerkmale und den Charakter Gottes beachten, in den Mittelpunkt stellen, bewundern und letztlich besingen.“ Im Gebetshaus Augsburg finde Lobpreis immer auch in der Gemeinschaft statt, „um den Blick auf Gott hin zu richten, mit Hilfe von Liedern zu bekennen und übereinzustimmen, wie Gott ist und was er tut.“ Im späteren Verlauf stellte Lohmer fest: „Wenn wir Lobpreis machen, wenn wir geistliche Lieder singen, egal ob im Gottesdienst, im privaten zu Hause, im Gebetskreis oder bei einer Gebetsnacht, dann passiert etwas ganz Wichtiges: Die eigene Seele wird zu Gott erhoben.“ Lobpreis schaffe damit eine Verbindung zu Gott, habe beziehungsstiftenden Charakter, so Sebastian Lohmer weiter. Seine Ehefrau Veronika stellte bei ihrem Teil des Vortrags mitreißend fest: „Wir haben einen musikalischen Gott!“ Er habe uns bewusst zu musikalischen Wesen gemacht, um mit uns kommunizieren zu können. „Lobpreis ist für mich eine wundervolle Form, um mit ihm in Kontakt zu kommen, ihn zu ehren, ihm zu begegnen. Lobpreis ist ein Raum, der aufgemacht wird, damit Begegnung zwischen Gott und den Menschen passieren kann“, sagte sie. Ihre wichtigste Botschaft an die Teilnehmer des Studientags: „Ich glaube, es beginnt ganz im Persönlichen. Das größte Geschenk, das Sie Gott geben können, ist, Ihr eigenes Lied zu singen. Gott sehnt sich nach Ihrer Stimme!“ Anschließend wurde gemeinsam ein Lobpreislied gesungen.
Zentral beim Studientag neben den Vorträgen selbst war der gegenseitige Austausch. Dazu gab es immer wieder die Möglichkeit. Auch ganz persönliche Fragen konnten an die Referenten gestellt werden. Besonders intensiv dürften dann die Nachmittagsstunden für die Teilnehmer gewesen sein. Zwölf verschiedene Workshops standen zur Auswahl – alle mit dem Ziel, dem Thema des Tages noch weiter auf die Spur zu kommen. Seinen Abschluss fand der dritte Studientag für Neuevangelisierung schließlich in der Feier der Heiligen Messe mit Bischof Oster. 
 
Foto: Mareen Maier


Autor: Mareen Maier
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