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Wissen, was gewünscht wird
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Die Pfarrgemeinde St. Raymund in Breitenberg hat eine große Katholikenbefragung durchgeführt, um herauszufinden, wo Handlungsbedarf besteht.

Breitenberg. „Was ist Ihr Traum? Haben Sie noch einen Traum von Kirche, von Gemeinde, von christlichem Leben?“ Mit diesen Fragen hat sich der Pfarrgemeinderat in der Pfarrgemeinde St. Raymund in Breitenberg im vergangenen Sommer an die Gläubigen gewandt. Sie waren auf dem Deckblatt eines Fragebogens zu lesen, mit dessen Hilfe die Wünsche der Gemeindemitglieder erforscht werden sollten. Mittlerweile stehen die Ergebnisse fest – und Reaktionen darauf gibt es auch schon. Zeit für ein erstes Fazit.
Der Idee für die Katholikenbefragung in Breitenberg war eine ähnliche Aktion in der Pfarrei Halsbach vorausgegangen. „Im Bistumsblatt habe ich einen Artikel darüber gelesen und im Pfarrgemeinderat haben wir dann beschlossen, dass es sehr gut wäre, auch bei uns mit einer solchen Umfrage die neue Sitzungsperiode zu beginnen“, erzählt Pfarrer Wolfgang Hann. „Es war uns ein Anliegen, zu wissen, was die Leute von unserer Arbeit halten, was sie denken und sich wünschen“, fügt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Ascher hinzu. Im nächsten Schritt hat man sich mit den Verantwortlichen in Halsbach ausgetauscht und dabei viele Tipps und Hilfestellungen für die Befragung erhalten. Der Halsbacher Fragebogen sowie ähnliche Umfragen dienten dann auch als Vorlage für das Projekt in Breitenberg. „Im Sommer haben wir den auf uns zugeschnittenen Fragebogen schließlich an alle Pfarrgemeindemitglieder im Alter von über zwölf Jahren versendet“, so Hann. Rund 1800 Menschen haben somit Post bekommen. Zurückgeschickt wurden 307 Fragebögen, die Teilnehmerquote lag damit bei 17 Prozent. Ein Rücklauf, mit dem sich arbeiten lässt. 
Neben organisatorischen Fragen, unter anderem zum Format des Pfarrbriefs, wurden vielfältige Bereiche des Gemeindelebens abgefragt. Beispielsweise wollte der Pfarrgemeinderat wissen, ob die bereits bestehenden Angebote wie Sonntags- und Familiengottesdienste, das Fastenessen oder Krippenspiel bis zum Weltgebetstag der Frauen oder dem Krankenhaus-Besuchsdienst bei den Befragten bekannt sind, ob sie daran teilnehmen, sich vorstellen könnten, mitzumachen, oder kein Interesse daran haben. Das Ergebnis: Die Angebote in der Pfarrgemeinde würden sehr viele der Pfarrgemeindemitglieder kennen – und sie auch schätzen, fasst Ascher zusammen. „Zu wissen, dass sie bei den Leuten gut ankommen und dass es für die Menschen wichtig ist, dass es diese Angebote gibt, ist wichtig für uns. So können wir auch den Leuten, die sie organisieren – das sind ja auch viele Neben- und Ehrenamtliche – rückmelden: Ihr werdet wertgeschätzt“, freut sich Pfarrer Hann. Zudem hatten die Breitenberger die Chance, auf den Fragebögen, die anonym abgegeben wurden, eigene Anregungen einzubringen. Die zentrale Botschaft der Befragten: Die Jugendarbeit scheint ein Feld zu sein, auf dem sich viele Breitenberger mehr Angebote wünschen. Darauf hat der Pfarrgemeinderat bereits reagiert. Als „erste Frucht der Befragung“ wurde an der Gründung einer neuen Gruppe gearbeitet. „Es ist angedacht, dass im Anschluss an die Kommuniongruppen eine Kindergruppe weiterlaufen soll, die bis zur Firmung bestehen bleibt. So wäre für die Kinder in dieser langen Zeit zwischen Erstkommunion und Firmung ein Angebot da. Wir haben auch bereits drei Helfer gefunden, die sich der Gruppe annehmen. Sie sind jetzt schon dabei, einzusteigen, und bauen den Kontakt zu den Kindern auf“, so Hann. Allerdings handle es sich natürlich um ein Angebot auf freiwilliger Basis. Inwiefern dieses dann tatsächlich angenommen werde, müsse sich erst zeigen. 
Ein weiterer Wunsch vieler Befragter sei gewesen, Angebote im Bereich „Pilgern“ bereitzustellen. „Das ist deutlich aufgefallen, hier scheint es einen großen Bedarf zu geben“, so Hann. Der Pfarrgemeinderat reagiert darauf mit einer neuen Pilgergruppe, die sich derzeit in der Entstehungsphase befindet. Laut Pfarrer Hann und der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Andrea Ascher soll es sich um eine offene Pilgergruppe handeln, die jeder je nach Interesse und Zeit nutzen kann. Auf jeden Fall soll es ein bis zwei Mal im Jahr Angebote geben und gemeinsam gepilgert werden.
Was Hann und Ascher sehr freut: Die Befragten haben ihre Chance genutzt und lediglich konstruktive Anregungen eingebracht. Sämtliche Ergebnisse werden nun als Arbeitsgrundlage für den Pfarrgemeinderat dienen. „Sie werden uns sicherlich die nächsten vier Jahre immer wieder beschäftigen. Wir werden die wichtigsten Themen und Aufgaben, die wir herausgelesen haben, Stück für Stück bearbeiten“, versichert Hann. Über die Entscheidung, die Befragung durchzuführen, ist man nach wie vor sehr froh. Die Vorteile liegen schließlich auf der Hand. „Die Leute sehen, dass uns ihre Meinung wirklich interessiert und wir haben nun etwas, worauf wir aufbauen können“, betont Ascher. 
 
Foto: Mareen Maier


Autor: Mareen Maier
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