VERLAG PASSAUER BISTUMSBLATT    DOMPLATZ 7    94032 PASSAU    TELEFON: 0851.3931323 
    Ihr Standpunkt: Startseite | Zeitung | Einzelansicht
Im Hospiz das Leben lernen
Im Hospiz das Leben lernen
Im Hospiz das Leben lernen
Kommentar. Am 11. Februar ist Weltkrankentag. Krankheit, Leiden und Sterben sind im St. Ursula-Hospiz in Niederalteich allgegenwärtig. Wer jedoch glaubt, dass hier immer Weltuntergangsstimmung herrscht, irrt gewaltig. Sicher sterben hier Menschen. Seit der Eröffnung vor dreieinhalb Jahren wurden 407 Schwerkranke bis zum Tod begleitet. Aber das Hospiz ist ein Ort für das Sterben und für das Leben. Für das Weinen und das Lachen. Das habe ich bei inzwischen vielen Terminen im Hospiz immer wieder erfahren.
„Hier werden mir noch wunderbare Wochen geschenkt!“ sagen Patienten oft. Das liegt auch daran, dass jede Pflegekraft nur für wenige Patienten da ist. Und so haben die Schwestern und der eine Pfleger Zeit, auch einmal am Krankenbett zu sitzen, zuzuhören, den Menschen wirklich etwas Gutes zu tun.
Und das befriedigt auch die Pflegekräfte.
Ich bin sehr dankbar für die Offenheit, die mir bei jedem meiner Besuche im Hospiz begegnet, für das Vertrauen, mit dem mich die Kranken an ihren Lebens- und Leidensgeschichten, aber auch an ihren Hoffnungen, Einsichten und Weisheiten teilhaben lassen. Sie erzählen von ihren Träumen, auch von denen, die sich nun nicht mehr erfüllen werden. Von dem, was sie richtig gemacht oder versäumt haben. Es geht um Beziehungen, die man gut oder schlecht gelebt hat, um Wünsche, die man sich Gott sei Dank rechtzeitig erfüllt hat oder die sich nun eben nicht mehr erfüllen werden. Es geht um Gott und die Welt. Aber ich habe im Hospiz noch keinen einzigen Kranken über materielle Dinge reden hören. Wieviel man hat, wie weit man auf der Karriereleiter nach oben geklettert ist, das spielt keine Rolle mehr auf dem letzten Stück des Weges. Wenn es um Alles oder Nichts geht. Um Leben und Tod. Bei einem Besuch im Hospiz kommt man deshalb auf den Boden zurück. Zum Wesentlichen. Denn für Oberflächliches ist hier kein Platz. Man spürt, was wirklich zählt im Leben, was zufrieden und glücklich macht und wieviel kostbare Lebenszeit trotzdem ständig für unwichtige Belanglosigkeiten draufgeht. 
Ich kann Sie, liebe Leser, nur ermuntern, die Hemmschwelle zu überwinden und einmal das St. Ursula-Hospiz zu besuchen. Zum Beispiel an einem der öffentlichen Gottesdienste in der Kapelle. (Immer freitags um 10 Uhr). Oder als ehrenamtlicher Helfer – auch wenn man „nur“ Fenster putzt oder das Laub wegräumt. Auskünfte dazu gibt‘s unter Tel. 09901/9003103. Im Hospiz kann jeder etwas geben. Aber man bekommt viel mehr geschenkt, als man gibt. Hier kann man das Leben lernen.
 


Autor: Uschi Friedenberger
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT   ARTKEL AUSDRUCKEN
VERLAG PASSAUER BISTUMSBLATT DOMPLATZ 7 94032 PASSAU TELEFON: 0851.3931323 E-Mail: info@passauer-bistumsblatt.de

KONTAKT IMPRESSUM DATENSCHUTZERKLÄRUNG ZEITUNG ABONNIEREN
 
BISTUM-PASSAU.de KATHOLISCH.de VATICAN.va BJA-PASSAU.de CARITASVERBAND-PASSAU.de
© 2011 Werbeagentur grünstich | Angerstraße 31 | 94034 Passau