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Ver-rückte Welt
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Ver-rückte Welt
Kommentar. Nichts wie weg! Das wünscht sich vielleicht so mancher, der gleich in den ersten Tagen des neuen Jahres wieder das übliche Gehabe der politischen Protagonisten einer immer mehr ver-rückt scheinenden Welt vernommen hat. Doch wohin? Gerade sauste die Nasa-Sonde „New Horizons“ am weitesten entfernten Himmelskörper vorbei, den je ein von Menschen gebautes Objekt erreicht hat – etwa 6,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Das entspricht mehr als 42 Mal der Distanz zwischen Erde und Sonne. Aber das ist natürlich kein Weg...
Und so müssen wir all die Scharfmacher dieser Welt auch 2019 aushalten. Zum Beispiel den obersten Kommunisten Chinas, der die „Wiedervereinigung“ mit dem demokratischen Taiwan jetzt offensichtlich mit Gewalt erzwingen will. Oder Zar Putins neue Hyperschall-Rakete, die mit rund 30.000 Kilometern unterwegs ist und – so die vollmundige Ankündigung – noch heuer „in Dienst gestellt“ werden soll. Oder der türkische Großsultan, der im europäischen Haus wohnen möchte, aber mit seinen Soldaten im benachbarten Syrien so gerne Krieg spielt. Oder Nordkoreas Despot, der im Atomstreit mit den USA einen „neuen Weg“ angedroht hat. Und zu schlechter Letzt der Poltergeist im Weißen Haus, der in Rumpelstilzchen-Manier eine neue Welt(un)ordnung schafft! Das Schlimme an dieser Aufzählung? Sie könnte beliebig fortgesetzt werden.
Papst Franziskus hat die Säbelrassler ins Gebet genommen. Er beklagte eine zunehmende Uneinigkeit trotz wachsender Vernetzung. Der Pontifex: „Wir werden im selben Haus wohnen, aber nicht als Geschwister.“
So erinnerte er an das Leid von Kindern in Kriegsgebieten. Jedes sechste Kind weltweit sei von den Folgen militärischer Konflikte betroffen, „wenn es nicht sogar selbst Soldat oder Geisel bewaffneter Gruppen wird“. Hier geht es um viel Scheinheiligkeit. Waffenhändler Deutschland hat wahrlich keinen Grund, mit erhobenem Zeigefinger auf andere zu deuten. Während die Bundesregierung auf der einen Seite (zu Recht) die Bekämpfung von Fluchtursachen anmahnt, unterstützt sie (zu Unrecht) das saudische Regime mit – verniedlichend genannt – Rüstungsgütern, die wiederum von den Scheichs gegen das jemenitische Volk brutal eingesetzt werden. Das ist Heuchelei in Perfektion.
Nicht nur den „Großkopferten“ galt die Kritik des Papstes. Er las auch Heuchlern in der Kirche die Leviten. „Wie oft sehen wir den Skandal dieser Personen, die in die Kirche gehen (...). Und dann führen sie ein Leben, in dem sie andere hassen oder schlecht über andere Leute reden“, sagte das Kirchenoberhaupt. Sein Rat an diese Kaste: „Besser man geht nicht in die Kirche: Lebe so, als seist du ein Atheist.“
Doch zurück zum Ausgangspunkt. Selbst wenn es eines Tages möglich sein sollte, auf einem anderen Himmelskörper zu „leben“: Solange sich dort Menschen unserer Gattung aufhalten, wird es wohl auch nicht friedlicher zugehen als auf Mutter Erde. Denn das an Tagen noch junge Jahr hat bereits gezeigt: Die Achse des Bösen ist weltumspannend. Es scheint, als müssten wir auf die Erfüllung der Worte des biblischen Propheten „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen“ noch lange warten. 
 


Autor: Werner Friedenberger
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