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Wenn der Berg zum Propheten kommt
Wenn der Berg zum Propheten kommt
Wenn der Berg zum Propheten kommt
Kommentar. Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten kommen. – So lautet eine bekannte Redensart. Und wenn Menschen seltener und unregelmäßiger in die Kirche kommen – was dann?
Interessant, was sich der Pfarrgemeinderat von Halsbach ausgedacht hat. Natürlich gibt es auch in dieser Pfarrei im Pfarrverband Burgkirchen kein Tal der Seligen mehr. „Das pfarrliche Leben hat sich verändert. Und es wird sich weiter ändern“, stellen die Verantwortlichen  in der Pfarrei fest. Aber dies allein zur Kenntnis zu nehmen, war ihnen zu wenig. Sie haben eine Pfarrbefragung gestartet und reagieren jetzt auf die Ergebnisse.
Zum Beispiel haben Menschen von Halsbach in den Fragebögen den Wunsch nach anderen liturgischen Formen geäußert. Einige schlagen Andachten im Freien vor, lockeren Glaubensaustausch, Wanderungen oder Radltouren mit Stationen oder Fackelwanderungen.
In der Pfarrei Halsbach macht man nun das Beste daraus. Wenn zum Beispiel eine Übernachtung von Vätern mit ihren Kindern im kommenden Juni von Samstag auf Sonntag stattfindet, geht man zum Veranstaltungsort, lässt die Kinder einen Altar aufbauen und feiert dann eben dort eine Andacht.
Um die Wünsche der Gläubigen noch mehr zu berücksichtigen, hat der Pfarrgemeinderat in Halsbach einen eigenen Arbeitskreis „Neue liturgische Formen“ ins Leben gerufen. „Wir haben sehr aktive Leute, ein absoluter Glücksfall!“ freut sich PGR-Vorsitzender Martin Winklbauer – und stellt aber auch klar: „Bei uns ist der klassische Sonntags-Gottesdienst schon noch unwahrscheinlich wichtig, da geht‘s auch um Gemeinschaft, um Begegnung. Den anderen wahrnehmen, wenn er da ist, aber auch, wenn er nicht da ist.“ Dazu braucht man nicht immer neue Formen. Aber man lässt diese neuen Formen eben auch zu, da, wo es passt und wo es gewünscht wird. Man nimmt die Gläubigen ernst und traut sich, neue Wege zu gehen.
Für Martin Winklbauer ist die wichtigste Aufgabe des Pfarrgemeinderats: „Zu den Menschen gehen! Nicht warten, bis sie zu uns kommen. Sie bestätigen, wenn‘s gut läuft, aber auch hingehen, wenn‘s holpert im Leben. Und Glauben schmackhaft machen, gerade auch den jungen Leuten.“ 
Dass diese Einstellung ankommt, zeigt die enorme Beteiligung an der Umfrage mit über 40 Prozent. Gefragt wurden alle Halsbacher, die gefirmt sind oder – wenn nicht gefirmt – über 14 Jahre alt sind. Es wurde kein Unterschied gemacht, ob es sich um katholische oder evangelische Christen handelt oder Angehörige von Freikirchen. Die Meinung jedes einzelnen war den Verantwortlichen wichtig – ob kirchennah oder kirchenfern, denn: „Die Leute leben ja bei uns!“
So also kann es aussehen, wenn der Berg zum Propheten kommt. Und gerade auch so kann Neuevangelisierung gelingen: Als Kirche aufgeschlossen auf die Leute zugehen, die Menschen mitten in ihrem Lebensalltag treffen. Ansprechpartner sein in jeglichen Notlagen und Lebenssituationen. Das ist auch Mission, wie Papst Franziskus sie versteht: Sie zeigt sich als etwas, das die Kirche hinausführt an die Ränder – hin zu den Menschen. Für Martin Winklbauer steht ohnehin fest: „Die Ränder sind nicht am Rand. Die sind mittendrin!“
 


Autor: Uschi Friedenberger
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