VERLAG PASSAUER BISTUMSBLATT    DOMPLATZ 7    94032 PASSAU    TELEFON: 0851.3931323 
    Ihr Standpunkt: Startseite | Zeitung | Einzelansicht
Kolping geht mutig in die Zukunft
Kolping geht mutig in die Zukunft
Kolping geht mutig in die Zukunft

Bayerische Landesversammlung in Passau – Oberreuter würdigt „Erfolgsgeschichte“

Passau. Die Kirche verliert an Einfluss in Politik und Gesellschaft. Dennoch kann und will das Kolpingwerk mutig in die Zukunft gehen. Und es hat auch Grund dazu, optimistisch nach vorne zu schauen. Dies wurde bei der bayerischen Landesversammlung im Bildungs- und Exerzitienhaus Spectrum Kirche in Passau deutlich. Viel Lob bekamen die rund 70 Delegierten aus den sieben bayerischen Diözesanverbänden vom renommierten Politikwissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Oberreuter. „Macht, was ihr macht, und nehmt euch selber ernst“, gab der ehemalige Direktor der Akademie für politische Bildung in Tutzing ihnen mit auf den Weg. 
In seinen Festvortrag bezeichnete Oberreuter die Kolping-Mitglieder als „Elite“, die das Engagement in die Gesellschaft tragen. Das Kolping-Leitwort „verantwortlich leben – solidarisch handeln“ habe auch heute nichts von seiner Bedeutung verloren. Die Kolping-Bewegung sei weit vom Schwund des katholischen Milieus entfernt und habe in den letzten Jahren kaum Mitglieder verloren. Oberreuter führte dies darauf zurück, dass Kolping nicht nur katholisch sei, sondern auch gesellschaftlich und in der beruflichen Bildung etwas anzubieten habe. „Das ist eine Erfolgsgeschichte“, lobte der Festredner. 
Der Politikwissenschaftler machte freilich auch deutlich, dass ihm die Veränderungen beim ehrenamtlichen Engagement Sorge bereiten. Das „neue Ehrenamt“ sei projekthaft und folge persönlichen Interessen. Doch wenn der Altruismus, die Uneigennützigkeit, schwinde, schwinde auch die Solidarität in der Gesellschaft, so Oberreuter. Die Bürgergesellschaft könnte darunter leiden. Die katholischen Verbände stünden hier vor einer großen Herausforderung. Auch deshalb, weil sie es nicht mehr so wie früher schafften, ihre Positionen in bestimmten politischen Milieus aufgehen zu lassen. Wirtschaft und Gewerkschaften seien hier im Vorteil, weil sie ein klar ausgeprägtes Handlungsziel hätten und finanziell mächtiger seien. „Die Politik ist offener für die, die lautstark sind.“
Wie können die katholischen Verbände mit dieser Herausforderung umgehen? Wie kann man dem Abbröckeln der Gemeinwohlorientierung gegensteuern? Wie kann Kolping die Veränderungen gewinnbringend für die Gesellschaft mitgestalten? Das waren Fragen, die bei der anschließenden Diskussion angesprochen wurden. Geleitet wurde die Gesprächsrunde von Katharina Maier, Landesleiterin der Kolpingjugend Bayern. Neben Oberreuter standen die Augsburger Diözesanvorsitzende Sonja Tomaschek und der stellvertretende Landesvorsitzende Erwin Fath (Gersthofen) auf dem Podium. Bemängelt wurde in der Diskussion, dass das Engagement der Verbände von der Kirchenleitung häufig zu wenig gewürdigt werde. Dabei habe man den klaren Auftrag zur Mitgestaltung der Welt. Gerade Kolping habe die Chance, die Menschen zu befähigen, sich politisch zu engagieren. Durch Bildung des Einzelnen sei es möglich, die Welt ein Stück besser zu machen, sagte Erwin Fath. Hierzu beigetragen hätten auf jeden Fall auch die langjährige ehemalige stellvertetende Bundesvorsitzende Barbara Breher (Pfaffenhofen) und der ebenfalls langjährige Handwerkskammer-Vizepräsident Franz Greipl (Hemau). Sie erhielten deshalb unter dem großen Applaus der Delegierten das Kolping-Ehrenzeichen.
Entschuldigen musste die Landesvorsitzende Dorothea Schöming, die durch das Programm des Festabends geleitete, Staatministerin Ilse Aigner, die selbst Kolping-Mitglied ist und ihr Kommen zugesagt hatte. Aufgrund dringender Termine hatte die Ministerin kurzfristig abgesagt. In einer Videobotschaft betonte Aigner, dass gerade die Begleitung Jugendlicher ein Aushängeschild von Kolping sei. „Was ihr tut, ist beispielgebend“, sagte sie. 
In seinem Schlusswort machte Landespräses Msgr. Christoph Huber deutlich, dass Kolping als glaubwürdige Stimme in Politik und Gesellschaft wahrgenommen werde. Er ermunterte die Delegierten, bei ihrem Engagement fair mit Politikern umzugehen, denn es sei heute nicht mehr leicht, ein politisches Amt auszuüben. „Nehmen wir Politiker ernst, hören wir ihnen zu.“
Gäste der Landesversammlung aus dem gastgebenden Bistum Passau waren neben den Kolping-Vertretern u.a. Domkapitular Manfred Ertl, Passaus stellvertretender Landrat Raimund Kneidinger und Diözesanratsvorsitzender Wolfgang Beier. 
 
Foto: Krinninger
 


Autor: Wolfgang Krinninger
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT   ARTKEL AUSDRUCKEN
VERLAG PASSAUER BISTUMSBLATT DOMPLATZ 7 94032 PASSAU TELEFON: 0851.3931323 E-Mail: info@passauer-bistumsblatt.de

KONTAKT IMPRESSUM DATENSCHUTZERKLÄRUNG ZEITUNG ABONNIEREN
 
BISTUM-PASSAU.de KATHOLISCH.de VATICAN.va BJA-PASSAU.de CARITASVERBAND-PASSAU.de
© 2011 Werbeagentur grünstich | Angerstraße 31 | 94034 Passau