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„Wir mögen Reli!“
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„Wir mögen Reli!“

Mädchen des Passauer Gisela-Gymnasiums schätzen theologische und praktische Inhalte

Passau. Ist Religion wirklich unbeliebter als Mathe? Dies gilt zumindest dann, wenn man einer Umfrage des Kantar Emnid Instituts unter 1000 Befragten über 18 Jahren Glauben schenkt. Danach liegt der Religionsunterricht in der Beliebtheitsskala mit 38 Prozent auf dem vorletzten Platz aller Unterrichtsfächer hinter Mathe (42 Prozent), und lediglich vor Physik (32 Prozent). 
Die Mädchen der Klasse 7b des Gisela-Gymnasiums in Passau hingegen sehen dies gar nicht so und äußern mehrheitlich Zweifel an dieser These. Zwölf von 18 halten die Unterrichtsinhalte für wichtig, ja sie schätzen und lieben das Fach sogar, wie eine Erhebung ihres Religionslehrers Erich Liebl ergeben hat. 
„Der Religionsunterricht ist wichtig, weil man auch etwas über andere Religionen, zum Beispiel den Islam lernt und die Muslime dann besser versteht“, setzen etwa die 12-jährige Lea und ihre gleichaltrige Klassenkameradin Linda übereinstimmend auf Verständnis und Toleranz. Und Pia (12) ist – wie andere Mädchen auch – der Auffassung, dass man auf jeden Fall mehr über den eigenen Glauben erfahren sollte, um ihn bewusster und mit Überzeugung zu leben. Hannah (13) ist gar der Auffassung, „dass ohne Religionsunterricht viele bestimmt nicht mehr an Gott glauben würden“. Und den Glauben hält sie ebenso wie ihre Klassenkameradin Letizia persönlich für „sehr wichtig im Leben“. 
Eine Minderheit von sechs Mädchen in der Klasse hingegen meint, dass man auf bestimmte Unterrichtsinhalte verzichten könnte. Anna etwa meint, dass Religionsunterricht zwar das Wissen erweitert, der Glaube dennoch eine rein persönliche Angelegenheit bleiben solle. Und Julia ist eher skeptisch, „weil man Religion später nicht für die Arbeit braucht“. Englisch, Deutsch oder Mathe seien da wichtiger, sagen auch Carolin und Cecilia.
Den lockeren und abwechslungsreichen Unterricht hingegen schätzen alle Mädchen. Dabei spielen pädagogische und didaktische Erwägungen eine Hauptrolle. „Das gemeinsame Reden über verschiedene Sachen und viele interessante Themen schätze ich“, meinen mehrere Mädchen. Und diese Themen müssten nicht immer direkt aus der Bibel stammen. „Wir haben auch mal über eine so grundlegende Sache wie das Thema ‚Zeit‘ geredet und das hat mir persönlich am besten gefallen“, sagt Anna (13). Und Klassenkameradin Hannah schätzt, dass man auch einmal ein Mandala ausmalen dürfe, etwas gemeinsam lesen oder einen Film anschauen und den Inhalt dann besprechen.
Und dass es außerdem im Religionsunterricht nicht immer nur bierernst zugehen muss, sondern man auch mehr Spaß haben könne als in anderen Fächern, der Stoff auf lustige Art vermittelt wird und es nicht allein auf die Noten ankomme, spielt bei allen Schülerinnen der 7b eine Rolle. „Es ist auch nicht immer so schwer und leichter zu lernen und zu verstehen als in anderen Fächern“, bekennt Julia (13). Und für Lisa ist besonders wichtig, dass man die Religionsstunde in der Früh auch einmal anders gestalten kann, etwa mit dem gemeinsamen Verfassen eines Gebets, einer Meditation oder einer anderen gemeinsamen „Aktivität“.
Für Religionslehrer Erich Liebl war die Umfrage in seiner Klasse ebenfalls aufschlussreich. „Mich hat es auch selbst interessiert, was die Mädchen über den Religionsunterricht so denken“, sagt er. Und das Ergebnis hat ihn nicht enttäuscht. Natürlich wünsche man sich, dass alle Schülerinnen den Unterricht schätzen und ihn für wertvoll erachten. Aber dass mit der Mischung aus primär wissenschaftlich theologischen und mehr lebenspraktischen Inhalten auch für die Mädchen etwas dabei sei, die den Unterricht für weniger wichtig halten, das stelle ihn doch zufrieden. Außerdem könne man ja immer dazulernen und sich bei der Unterrichtsgestaltung daran orientieren.
Und selbst der eingangs zitierten Umfrage kann Liebl etwas Positives abgewinnen. Schließlich hätten sich 65 Prozent der Befragten für die Beibehaltung des Religionsunterrichts an bayerischen Schulen ausgesprochen, und nur 25 Prozent dagegen.
 
Foto: Helmut Preuß


Autor: Helmut Preuß
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