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Das bleibt nur Gott überlassen
Das bleibt nur Gott überlassen
Das bleibt nur Gott überlassen
Kommentar. Es gibt nichts, was es nicht gibt.So führt das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung ein „Konfliktbarometer“. Leider, muss man sagen, werden die Wissenschaftler mit dem Zählen nicht fertig, denn: Die Welt ist ver-rückt! Rund um den Erdball gibt es derzeit 20 Kriege und 222 Gewaltkonflikte. Und kein Ende in Sicht. Verlierer – auf beiden Seiten – ist immer der Mensch.
Im Kleinen ist das nicht anders. Auch hier gibt es Krisen, Konflikte, Kriege. So manche machen sich in der Familie das Leben zur Hölle, Kollegen hunzen Kollegen am Arbeitsplatz, das Auge-um-Auge und Zahn-um-Zahn-Prinzip wird gnadenlos ausgereizt.
Einige Zeitgenossen verhalten sich so, als ob sie bis zum Weltabreißen da bleiben wollen. Ewigkeit schon zu Lebzeiten? Und dabei ist in unserem kurzen Leben alles endlich. „Wir sind nur Gast auf Erden...“ Treffender als in diesem Kirchenlied kann es nicht ausgedrückt werden. Der Mensch hat in dieser Welt nur eine Aufenthaltsgenehmigung – begrenzt auf eine bestimmte Zeit. 
Jesus sagt ganz klar, wer sich an sein Leben klammert, der rettet es vielleicht für eine kurze Zeitspanne, um es dann auf ewig zu verlieren. Jedoch zeigt er die Alternative auf, wie das Leben für die Ewigkeit gewonnen werden kann. Das mag für die „Ich-lebe-im-Hier-und-Jetzt“-Generation schwere biblische Kost sein. Aber damit wird deutlich: Es geht um Alles oder Nichts. Der Glaube ist kein bequemer Spaziergang, sondern fordert den vollen Einsatz, bei dem es allerdings alles zu gewinnen gibt. Für diese Bistumsblatt-Ausgabe habe ich mich mit einem Menschen unterhalten, der Jahrzehnte seines Lebens das „Konfliktbarometer“ am eigenen Leib verspürt hat. Sein Name ist József Brenner, ehemaliger Generalvikar der ungarischen Diözese Szombathely. 30 Jahre lang wies ihm der kommunistische Spitzelstaat die Rolle eines Kaplans zu. 1957 ermordeten die Kommunisten mit 32 Messerstichen seinen Bruder János, einen 26-jährigen Priester (siehe Seite 1, 16 und 17).
József Brenner, 83, Domkapitular, hätte allen Grund, verbittert zu sein. Ist er aber nicht. Im Gegenteil! Sein Glaube macht ihn zu einem lebensbejahenden, frohen Menschen. Das ist nicht nur so „dahergeschrieben“. Leute wie József Brenner sind Leuchttürme, die wir Christen nicht nur im Heiligenhimmel, sondern schon hier auf Erden brauchen.
József Brenner hat etwas getan, was wohl die meisten Menschen – mich eingeschlossen – nicht fertig bringen würden: Jenen Mördern zu vergeben, die ein liebes Familienmitglied eiskalt ermordet haben... Keine Sekunde seines Lebens hat er daran gedacht, seinen Bruder zu rächen. Sein Credo: „Wir überlassen dies Gott. Das sind solche Sünden, die zu bestrafen kein Mensch fähig ist. Von seinem Gewissen wird man nicht einmal in der Hölle befreit. Das ist die größte Strafe.“
All die Diktatoren, ob auf der politischen Weltbühne oder daheim in der Familie, sollten über die weisen Worte von József Brenner nachdenken.
 


Autor: Werner Friedenberger
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