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Diener der Freude werden
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Diakonenweihe in der St. Anna-Basilika durch Bischof Dr. Stefan Oster SDB

Altötting. Dass wir in einer Zeit leben, in der es gar nicht mehr so selbstverständlich ist, dass die Menschen wissen, was ein Diakon ist und was er tut – diese Tatsache bezeichnete Passaus Diözesanbischof Dr. Stefan Oster SDB als eine Folge der „Entkirchlichung“ unserer Gesellschaft. 
In seiner Predigt beim festlichen Pontifikalgottesdienst anlässlich der Diakonenweihe in der Altöttinger St. Anna-Basilika fand der Passauer Oberhirte deutliche Worte und freute sich umso mehr, dass er vier junge Männer aus dem Passauer Priesterseminar St. Stephan – Florian Haider aus Kraiburg, Hubertus Kerscher aus Tiefenbach, Michael Osterholzer aus Kirchham und Simon Steinbauer aus Isarhofen – durch Handauflegung zu Diakonen weihen durfte und zeigte sich dankbar berührt von deren Entschluss, ein gottgeweihtes Leben führen zu wollen, um so ein öffentliches Glaubenszeichen und -zeugnis zu geben für die Welt. Künftig wirken die Neugeweihten als Diakone im Dienst der Kirche, dürfen segnen, das Tauf- und Ehesakrament spenden sowie „das Wort Gottes auslegen“. Am 30. Juni nächsten Jahres erfolgt die Priesterweihe.
Die heutige Tendenz der „Privatisierung des Glaubens“, das „sich schämen um für den Glauben öffentlich einzutreten“ (vgl. Briefe des Apostels Paulus an Timotheus), sei bedenklich, doch sah Bischof Oster in dieser allgemeinen Glaubensverdrängung auch neue Chancen: „Dort, wo wir selbstverständlich Zeugnis geben, wächst wieder neues Interesse. Dort, wo wir das Evangelium auch so herausfordernd verkündigen und leben, wie es die Kirche glaubt, und es nicht weichspülen zu einer Ethik des netten Mitbürgers, dort lassen sich Menschen auch herausfordern und wieder interessieren. In der Begegnung mit Jesus in seinem Wort, in seinem Sakrament und in den Zeuginnen und Zeugen, die aus ihm leben, sah Diözesanbischof Stefan Oster ein Heil, „das uns wirklich befreit von Sünde und der Angst vor dem Tod – und zwar heute schon“.
Den Diakonen gab der Passauer Oberhirte mit auf den Weg, zu „Dienern der Freude“ zu werden. Dabei zitierte er die jüdische Philosophin Simone Weil, die das Evangelium so sehr geliebt habe: „Nicht daran, wie einer von Gott redet, erkenne ich, ob seine Seele durch das Feuer der göttlichen Liebe gegangen ist, sondern daran, wie er von irdischen Dingen spricht.“ Daran werde deutlich, ob es einer verstehe, die irdischen Dinge für die Gegenwart Gottes aufzuschließen, so hinzuzeigen, dass Gott darin begegne, erkannt werde. 
Nach der erklärten Bereitschaft, das Amt des Diakons zu übernehmen, wurde der eigentliche Weiheritus vollzogen, indem Bischof Stefan Oster den vier Weihekandidaten die Hände auflegte. Dann wurden die liturgischen Gewänder, Stola und Dalmatik angelegt und als sichtbares Zeichen symbolisch das Evangelienbuch überreicht. Viele Verwandte, Bekannte und Freunde der neugeweihten Diakone, wie auch zahlreiche Priester – darunter Bischof em. Wilhelm Schraml, für das Passauer Priesterseminar St. Stephan kamen Regens Martin Dengler, Subregens Msgr. Dr. Hans Bauernfeind, Spiritual P. Mirco Legawiec und Präfekt Xavier Prodduturi, als Ständiger Diakon für die Diözese Passau Dr. Anton Cuffari, als die Altöttinger „Haupt-Vertretung“ im kirchlichen Amt waren Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und für die Kapuziner Guardian P. Norbert Schlenker zugegen – sie alle waren zum Pontifikalgottesdienst gekommen, der von Kapellchor und –orchester mit der Missa in G von M.Filke unter der Leitung von Kapellmeister Max Brunner hervorragend musikalisch gestaltet wurde, würdig dem festlichen Anlass entsprechend. 
Ein Dank zum Schluss: Nach der Vesper in der Stiftspfarrkirche von St. Philippus und Jakobus zogen die vier neugeweihten Diakone in einer kleinen Prozession zur Gnadenkapelle, um der Gnadenmutter in einer Marienweihe ihren persönlichen Dank abzustatten und entzündeten am Gnadenaltar die mitgebrachte Votivkerze. 
 
Foto: Roswitha Dorfner


Autor: alb
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