Foto: Christa Machtl
Mit einem „Startschussgottesdienst“, der zwar etwas länger als üblich, aber niemals langweilig war, feierten Angehörige der Pfarrverbände Arnstorf, Johanniskirchen und Schönau mit ihren 16 Pfarreien ihr Zusammenwirken im neuen Pastoralen Raum Arnstorf.
Zur großen Freude von Leiter Pfarrer Michael Osterholzer, Pfarrer Rupert Wimmer (Schönau), Pfarrer Tobias Reiter (Johanniskirchen), Pfarrer i. R. Augustin Sperl, (Schönau), Pfarrvikar Shabu Varghese, den hauptamtlichen Mitarbeitern und Priesteramtskandidat Christian Eichinger waren so viele Menschen herbeigeströmt, dass die über 600 Sitzplätze in der Pfarrkirche St. Georg nicht für alle ausreichten. Ihnen allen galt das herzliche Willkommen von Heidi Attenberger als Vorsitzende des PRA-Rates.
Besonderer Höhepunkt dieser festlichen Messfeier war die Predigt von Pfarrer Osterholzer, der nach dem ‚Amen‘ spontanen Beifall erhielt, weil er die Anliegen der neuen Gemeinschaft mit seinen Worten auf den Punkt gebracht und allen aus der Seele gesprochen hat. „Wir müssen nicht alle gleich sein. Wir müssen nicht alle das Gleiche tun. Und wir müssen auch nicht überall alles genauso machen. Arnstorf ist nicht Johanniskirchen. Johanniskirchen ist nicht Schönau. Jeder unserer Orte hat seine Geschichte, seine Traditionen, seine Menschen, seine Besonderheiten, ja: seine eigene Art, Glauben zu leben. Und das ist nicht etwa ein Problem, nein: das ist ein Reichtum“, führte er aus. Der neue Pastorale Raum solle nicht bedeuten: Jetzt werde alles gleich. Vielmehr dürfe man entdecken, was verbindet. „Wir können voneinander lernen. Wir können Erfahrungen teilen. Wir können Kräfte bündeln. Wir können einander unterstützen. Wir können neue Ideen entwickeln. Und vielleicht entdecken wir dabei auch Dinge, die bisher gar nicht möglich waren. Denn manchmal braucht es einen neuen Anfang, damit wir wieder neu aufeinander zugehen“, führte Pfarrer Osterholzer aus.
Foto: Christa Machtl
In Anlehnung an das Tagesevangelium nach Matthäus über die Arbeiter im Weinberg ging er auf die unterschiedlichsten ‚Arbeiter‘ ein, die sich in Gottes Weinberg einbringen: Menschen, die seit Jahrzehnten dabei sind, die Verantwortung tragen, sich auf vielfältige Weise einbringen, genauso Menschen, die vielleicht erst seit kurzer Zeit dabei sind, junge Leute, die ihren Platz suchen, Familien, die Kirche neu entdecken, Menschen, Menschen, die vielleicht nach Jahren wieder anfangen zu fragen: Was bedeutet mir eigentlich mein Glaube? „Die Zukunft unserer Gemeinden wird nicht davon abhängen, ob wir darum kämpfen, wer die schönste Veranstaltung, den größten Chor oder die meisten Kirchgänger hat. Die Zukunft wird davon abhängen, ob wir sagen können: Gut, dass du da bist! Gut, dass du deine Ideen einbringst. Gut, dass du dich engagierst. Gut, dass du anders denkst. Gut, dass du deine Begabungen mitbringst. Gut, dass du zu unserer Gemeinschaft“, betonte er, „denn das alles ist Kirche und ich wünsche uns den Mut, neue Wege zu gehen. Vielleicht wird dieser neue Pastorale Raum dann tatsächlich zu einer Chance: eine Chance, neu Kirche zu sein, eine Kirche, die nicht zuerst fragt: ‚Was verlieren wir?‘ Sondern: ‚Was können wir gemeinsam gewinnen?‘ Eine Kirche, die nicht zurückschaut und sagt: ‚Früher war alles besser.‘ Sondern nach vorne schaut und sagt: ‚Gott ist mit uns. Also gehen wir los.‘ In dieses „Los gehen“ brachten sich 16 Lektoren aus den einzelnen Pfarreien nicht nur bei den Kyrierufen, bei der Lesung, bei den Fürbitten und beim Dankgebet ein, sie legten vor den Altar ein Kreuz aus 16 Einzelteilen mit den Namen der Pfarreien als Symbol des Glaubens, der Gemeinschaft und der Liebe – Erdacht und geschreinert von Pfarrer Wimmer in seiner Werkstatt“, wie Pfarrer Osterholzer verriet.
In den Segen für dieses Kreuz waren auch kleine Kreuze mit eingebunden, die alle Kirchenbesucher als Zeichen des Glaubens, der Hoffnung und der Verbundenheit mit nach Hause nehmen durften. Auch die innige musikalische Gestaltung dieses denkwürdigen Gottesdienstes war ein Zusammenwirken der neuen Gemeinschaft durch einen Chor mit über 100 Sängerinnen und Sängern unter Leitung von Claudia Hargasser, 50 Bläsern mit Roland Hofbauer an der Spitze und Andreas Graser an der Orgel. Den Dank an sie alle wie auch an die riesige Schar der Ministranten und die kirchlichen Vereine durch Pfarrer Osterholzer unterstrichen die Kirchenbesucher mit donnerndem Beifall, der ebenso allen galt, die sich in die Vorbereitung und Organisation eingebracht hatten. Nach dem abschließenden Te Deum folgte man gerne der Einladung von Pfarrer Osterholzer an alle, die mitgefeiert haben: „Kemm ma zam, im Pfarrzentrum St. Georg is ois hergricht zum kenna lerna, zum Essen und zum Dringa“.
Text und Foto: Christa Machtl

