Bistum

Traumstart für Pastoralen Raum

Redaktion am 28.09.2026

Info Icon Foto: Christa Machtl
Beim Startschussgottesdienst für den Pastoralen Raum Arnstorf war die Kirche bis auf den letzten Stehplatz besetzt; von der Empore ließen über 100 Sängerinnen und Sänger des extra gegründeten Chores ihre Stimmen erklingen.

Mit einem „Startschussgottesdienst“, der zwar etwas länger als üblich, aber niemals langweilig war, feierten Angehörige der Pfarrverbände Arnstorf, Johanniskirchen und Schönau mit ihren 16 Pfarreien ihr Zusammenwirken im neuen Pastoralen Raum Arnstorf.

Zur gro­ßen Freu­de von Lei­ter Pfar­rer Micha­el Oster­hol­zer, Pfar­rer Rupert Wim­mer (Schön­au), Pfar­rer Tobi­as Rei­ter (Johan­nis­kir­chen), Pfar­rer i. R. Augus­tin Sperl, (Schön­au), Pfarr­vi­kar Shabu Varg­he­se, den haupt­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern und Pries­ter­amts­kan­di­dat Chris­ti­an Eichin­ger waren so vie­le Men­schen her­bei­ge­strömt, dass die über 600 Sitz­plät­ze in der Pfarr­kir­che St. Georg nicht für alle aus­reich­ten. Ihnen allen galt das herz­li­che Will­kom­men von Hei­di Atten­ber­ger als Vor­sit­zen­de des PRA-Rates.

Beson­de­rer Höhe­punkt die­ser fest­li­chen Mess­fei­er war die Pre­digt von Pfar­rer Oster­hol­zer, der nach dem ​‚Amen‘ spon­ta­nen Bei­fall erhielt, weil er die Anlie­gen der neu­en Gemein­schaft mit sei­nen Wor­ten auf den Punkt gebracht und allen aus der See­le gespro­chen hat. ​„Wir müs­sen nicht alle gleich sein. Wir müs­sen nicht alle das Glei­che tun. Und wir müs­sen auch nicht über­all alles genau­so machen. Arnstorf ist nicht Johan­nis­kir­chen. Johan­nis­kir­chen ist nicht Schön­au. Jeder unse­rer Orte hat sei­ne Geschich­te, sei­ne Tra­di­tio­nen, sei­ne Men­schen, sei­ne Beson­der­hei­ten, ja: sei­ne eige­ne Art, Glau­ben zu leben. Und das ist nicht etwa ein Pro­blem, nein: das ist ein Reich­tum“, führ­te er aus. Der neue Pas­to­ra­le Raum sol­le nicht bedeu­ten: Jetzt wer­de alles gleich. Viel­mehr dür­fe man ent­de­cken, was ver­bin­det. ​„Wir kön­nen von­ein­an­der ler­nen. Wir kön­nen Erfah­run­gen tei­len. Wir kön­nen Kräf­te bün­deln. Wir kön­nen ein­an­der unter­stüt­zen. Wir kön­nen neue Ideen ent­wi­ckeln. Und viel­leicht ent­de­cken wir dabei auch Din­ge, die bis­her gar nicht mög­lich waren. Denn manch­mal braucht es einen neu­en Anfang, damit wir wie­der neu auf­ein­an­der zuge­hen“, führ­te Pfar­rer Oster­hol­zer aus.

Info Icon Foto: Christa Machtl
Startschussgottesdienst für den Pastoralen Raum Arnstorf: Priesteramtskandidat Christian Eichinger (v.l.), Pfarrer i. R. Augustin Sperl, Pfarrer Rupert Wimmer, Pfarrer Michael Osterholzer, Pfarrer Tobias Reiter und Pfarrvikar Shabu Varghese feierten mit den vielen Gläubigen der drei Pfarrverbänden einen innigen Gottesdienst.

In Anleh­nung an das Tages­evan­ge­li­um nach Mat­thä­us über die Arbei­ter im Wein­berg ging er auf die unter­schied­lichs­ten ​‚Arbei­ter‘ ein, die sich in Got­tes Wein­berg ein­brin­gen: Men­schen, die seit Jahr­zehn­ten dabei sind, die Ver­ant­wor­tung tra­gen, sich auf viel­fäl­ti­ge Wei­se ein­brin­gen, genau­so Men­schen, die viel­leicht erst seit kur­zer Zeit dabei sind, jun­ge Leu­te, die ihren Platz suchen, Fami­li­en, die Kir­che neu ent­de­cken, Men­schen, Men­schen, die viel­leicht nach Jah­ren wie­der anfan­gen zu fra­gen: Was bedeu­tet mir eigent­lich mein Glau­be? ​„Die Zukunft unse­rer Gemein­den wird nicht davon abhän­gen, ob wir dar­um kämp­fen, wer die schöns­te Ver­an­stal­tung, den größ­ten Chor oder die meis­ten Kirch­gän­ger hat. Die Zukunft wird davon abhän­gen, ob wir sagen kön­nen: Gut, dass du da bist! Gut, dass du dei­ne Ideen ein­bringst. Gut, dass du dich enga­gierst. Gut, dass du anders denkst. Gut, dass du dei­ne Bega­bun­gen mit­bringst. Gut, dass du zu unse­rer Gemein­schaft“, beton­te er, ​„denn das alles ist Kir­che und ich wün­sche uns den Mut, neue Wege zu gehen. Viel­leicht wird die­ser neue Pas­to­ra­le Raum dann tat­säch­lich zu einer Chan­ce: eine Chan­ce, neu Kir­che zu sein, eine Kir­che, die nicht zuerst fragt: ​‚Was ver­lie­ren wir?‘ Son­dern: ​‚Was kön­nen wir gemein­sam gewin­nen?‘ Eine Kir­che, die nicht zurück­schaut und sagt: ​‚Frü­her war alles bes­ser.‘ Son­dern nach vor­ne schaut und sagt: ​‚Gott ist mit uns. Also gehen wir los.‘ In die­ses ​„Los gehen“ brach­ten sich 16 Lek­to­ren aus den ein­zel­nen Pfar­rei­en nicht nur bei den Kyrie­rufen, bei der Lesung, bei den Für­bit­ten und beim Dank­ge­bet ein, sie leg­ten vor den Altar ein Kreuz aus 16 Ein­zel­tei­len mit den Namen der Pfar­rei­en als Sym­bol des Glau­bens, der Gemein­schaft und der Lie­be – Erdacht und geschrei­nert von Pfar­rer Wim­mer in sei­ner Werk­statt“, wie Pfar­rer Oster­hol­zer verriet.

In den Segen für die­ses Kreuz waren auch klei­ne Kreu­ze mit ein­ge­bun­den, die alle Kir­chen­be­su­cher als Zei­chen des Glau­bens, der Hoff­nung und der Ver­bun­den­heit mit nach Hau­se neh­men durf­ten. Auch die inni­ge musi­ka­li­sche Gestal­tung die­ses denk­wür­di­gen Got­tes­diens­tes war ein Zusam­men­wir­ken der neu­en Gemein­schaft durch einen Chor mit über 100 Sän­ge­rin­nen und Sän­gern unter Lei­tung von Clau­dia Har­gas­ser, 50 Blä­sern mit Roland Hof­bau­er an der Spit­ze und Andre­as Gra­ser an der Orgel. Den Dank an sie alle wie auch an die rie­si­ge Schar der Minis­tran­ten und die kirch­li­chen Ver­ei­ne durch Pfar­rer Oster­hol­zer unter­stri­chen die Kir­chen­be­su­cher mit don­nern­dem Bei­fall, der eben­so allen galt, die sich in die Vor­be­rei­tung und Orga­ni­sa­ti­on ein­ge­bracht hat­ten. Nach dem abschlie­ßen­den Te Deum folg­te man ger­ne der Ein­la­dung von Pfar­rer Oster­hol­zer an alle, die mit­ge­fei­ert haben: ​„Kemm ma zam, im Pfarr­zen­trum St. Georg is ois herg­richt zum ken­na ler­na, zum Essen und zum Dringa“.

Text und Foto: Chris­ta Machtl

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