Zum 21. Mal hat am 14. September der von den Kapuzinern veranstaltete Dank-Gottesdienst für Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer stattgefunden.
Vor dem Lobpreis am Beginn der Messe am Sonntagvormittag stieß Kapuzinerbruder Marinus Parzinger dann doch einmal einen Stoßseufzer aus: „Gott hab‘ Erbarmen mit uns und lass es aufhören zu regnen“, sagte der Hauptzelebrant und Prediger. Gott hatte dann etwas Erbarmen und ließ es immerhin nicht die ganze Zeit regnen – beim Segen der heimfahrenden Biker nach dem Gottesdienst meinte es der Herr dann aber wieder sehr gut mit dem kühlen Nass aus dem Himmel. Das schlechte Wetter machte sich deutlich bemerkbar – nicht wie ungefähr 2500 wie im letzten Jahr zum Jubiläum, sondern nur rund 250 Biker kamen heuer zum sehr beliebten Dank-Gottesdienst. Viele andere folgten quasi im vorauseilenden Gehorsam dem Aufruf des Predigers, vorsichtig zu sein und die eigenen Grenzen zu kennen, denn am Morgen goss es wie aus Kübeln – und das war dann einigen offenbar zu gefährlich für einen längeren Ausflug mit dem Motorrad.
Motorrad Dank-Wallfahrt 2025 – Impressionen
Die meisten der Biker kamen aus der näheren Umgebung. Etwa Oma Maria und Opa Ludwig mit ihrem Enkel Elias aus Neuötting: „Wir sind oft hier am Kapellplatz und waren gemeinsam schon mehrere Male beim Dank-Gottesdienst“, erzählten sie auf Nachfrage. Früher sei der Enkel im Beiwagen mitgefahren, heuer durfte er auf dem Motorrad hinter dem Opa sitzen und die Oma war im Beiwagen. Max aus Haiming kam, „um Danke zu sagen für eine gute Saison – und im Gedenken an die Verstorbenen“, wie er berichtete. Schon mindestens zehnmal war er hier mit dabei. „Ich freue mich, so viele Motorradfahrer zu treffen“, sagte Georg aus Emmerting. Auch er ist schon vielfach als Wallfahrer hier gewesen, nicht nur mit dem Bike, sondern auch zu Fuß, wie er erzählte. Eine Gruppe aus der Gemeinde Hausen im Landkreis Kelheim traute sich an diesem Tag eine längere Strecke zu: Helga, Peter, Karl-Heinz und Tom nutzten die Gelegenheit, um Peters neuen Roller und Helgas neue Suzuki GSX-8R segnen zu lassen. Rund 120 Kilometer brachten sie dafür hinter sich. „An diese Fahrt werden wir uns immer erinnern“, sagte Helga mit einem Augenzwinkern. Eigentlich sei noch ein fünfter mit aufgebrochen, aber der habe noch zuhause lieber kehrtgemacht. Auch wenn die Fahrt sehr nass gewesen sei – sonst sei alles gut gegangen; die Gemeinschaft sei es, die Freude bereite. Und die hoffentlich mit dafür gesorgt hat, dass auch die Rückfahrt unfallfrei blieb.
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Alle, die gekommen sind, „haben auf alle Fälle einen Riesen-Applaus verdient“, sagte Günter Wewerka vom Orga-Team in seiner Begrüßung. „Wichtig für uns ist es, gut und gesund anzukommen“, stellte er fest. Heimkommen war heuer das Motto der von Musica Nova aus Altötting musikalisch sehr stimmig gestalteten Messe. Zuhause, das sei dort „wo Verständnis für uns ist, wo Leistung, Bildung und Status keine Rolle spielen, wo wir geliebt werden“, erklärte Günter Wewerka. Und nicht zuletzt seien wir alle bei diesem Gottesdienst zuhause, „weil wir als Christen wissen, dass wir von Gott gewollt und geliebt sind“.
Verwurzelt zu sein sei ebenso wichtig wie das Unterwegs sein gemeinsam mit anderen, stellte Bruder Marinus in seiner Predigt fest. Es seien der Glaube, die Hoffnung und die Liebe, die Kraft schenkten. Er erinnerte an den Sonnengesang des Franziskus von Assisi. Als es ihm sehr schlecht ging, habe der Heilige diesen „schönen Text“ geschrieben, erinnerte Bruder Marinus. „Diese Welt ist schön, machen wir sie uns doch nicht kaputt“, appellierte er. Wir seien dazu aufgerufen, diese Welt wertzuschätzen, die für eine gewisse Zeit unsere Heimat sei – solange, bis wir in der wahren Heimat im Himmel ankommen. „Wir können immer umkehren und uns auf den Weg nach Hause machen“, stellte Bruder Marinus in Bezug auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11−32) fest. „Die Türe ist immer offen.“


