Glaube und Gemeinschaft

Die Welt immer wieder neu sehen

Redaktion am 21.09.2026

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
MC-Herbsthauptfest: Kapuzinerprovinzial Bruder Helmut Rakowski gratuliert Neusodalen zur Lebensweihe.

Festgottesdienst beim Herbsthauptfest der Marianischen Männerkongregation Altötting (MC) am 20. September mit rund 1000 Teilnehmern und Kapuzinerprovinzial Bruder Helmut Rakowski

Über ein ​„pracht­vol­les Bild“ freu­te sich Bru­der Hel­mut, als er vom Altar­raum den Blick schwei­fen ließ. Gut gefüllt war die Basi­li­ka St. Anna ein­mal mehr in die­sem Jahr. An beson­de­ren Fest­ta­gen, bei gro­ßen Wall­fahrts­zü­gen und bei den bei­den Haupt­fes­ten der MC zahlt es sich aus, dass die­ses Got­tes­haus Platz für so vie­le Besu­cher bie­tet. The­ma war die im Jahr 1913 zur ​„Päpst­li­chen Basi­li­ka“ erho­be­ne Kir­che am dies­jäh­ri­gen Herbst­haupt­fest des­halb, weil es in den Jah­ren 1910-12 die Kapu­zi­ner waren, die sie mit Hil­fe vie­ler Spen­der errich­ten lie­ßen und sich seit­dem um den Betrieb und die Erhal­tung des Bau­werks küm­mer­ten. Weil der Orden jedoch auf­grund sei­ner recht­li­chen Stel­lung das Eigen­tums­recht nicht über­neh­men durf­te, sprang 1930 die MC ein und schloss mit den Kapu­zi­nern einen Ver­trag über eine Erb­pacht. Die­ser Ver­trag läuft 1929 aus. Das Eigen­tums­recht wird dann wie­der an die MC übergehen.

Die Zukunft der Basi­li­ka ist also offen, die Betei­lig­ten zeig­ten sich an die­sem Tag jedoch alle­samt zuver­sicht­lich. Ziel ist die Grün­dung einer Stif­tung, aus deren Erträ­gen die St. Anna Basi­li­ka in Zukunft getra­gen wer­den soll. Dazu infor­mier­te MC-Prä­fekt Ste­fan Burg­hart beim Tref­fen der MC-Obmän­ner im Kon­gre­ga­ti­ons­saal: ​„Alle Ver­trä­ge sind vor­be­rei­tet.“ Aktu­ell wür­den noch Details mit dem Finanz­amt geklärt. Sobald amt­li­cher­seits grü­nes Licht gege­ben wor­den sei, kön­ne die Stif­tung offi­zi­ell gegrün­det wer­den und der Auf­bau des Grund­stock­ver­mö­gens begin­nen. Aus­drück­lich dank­te Burg­hart nicht nur den Kapu­zi­nern für die gute Zusam­men­ar­beit bei die­sem The­ma in den ver­gan­ge­nen zwei­ein­halb Jah­ren, son­dern vor allem auch dem Bis­tum Pas­sau für die bis­he­ri­ge Unter­stüt­zung u.a. in recht­li­chen Fragen.

Dass in Sachen Basi­li­ka nicht nur ​„Zah­len“ über ein gutes Gelin­gen ent­schie­den, son­dern auch das Gebet, dar­an erin­ner­te ein MC-Obmann mit Blick auf den hei­li­gen Bru­der Kon­rad, der bereits Anfang des 20. Jahr­hun­derts beim Bau der Basi­li­ka erfolg­reich um Für­bit­te ange­ru­fen wor­den sei. Ein Gedan­ke, den Bru­der Hel­mut ger­ne auf­griff. Aus­drück­lich dank­te er der MC für ihre ​„Gemein­schaft im Gebet und im Glau­ben“. Er erin­ner­te dar­an, dass es beim Beten nicht dar­um gin­ge, die Ver­ant­wor­tung ein­fach an Gott wei­ter­zu­ge­ben, im Gegen­teil: ​„Das Gebet ist ein Akt der Erneue­rung. Wich­tig ist, dass wir danach raus­ge­hen und wis­sen: Gott gibt uns Kraft, er hat uns beschenkt.“

Impressionen vom MC-Herbsthauptfest mit Gottesdienst, Prozession und Obmännertreffen

MC-Herbsthauptfest, Einzug der Fahnenabordnungen.
MC-Herbsthauptfest, Einzug der Fahnenabordnungen.
MC-Herbsthauptfest 2026, Gottesdienst in der St. Anna-Basilika.
MC-Herbsthauptfest 2026, Gottesdienst in der St. Anna-Basilika.
MC-Herbsthauptfest 2026, Gottesdienst in der St. Anna-Basilika.
MC-Herbsthauptfest 2026, Kapuzinerprovinzial Bruder Helmut Rakowski bei der Predigt.
MC-Herbsthauptfest 2026, Gottesdienst in der St. Anna-Basilika.
MC-Herbsthauptfest 2026, MC-Präses Bruder Georg Greimel bei der feierlichen Aufnahme neuer Mitglieder.
MC-Herbsthauptfest 2026, Eucharistische Prozession.
MC-Herbsthauptfest 2026, Eucharistische Prozession.
MC-Herbsthauptfest 2026, Eucharistische Prozession.
MC-Herbsthauptfest 2026, Eucharistische Prozession.
MC-Herbsthauptfest 2026, Eucharistische Prozession.
MC-Herbsthauptfest 2026, Eucharistische Prozession.
MC-Herbsthauptfest 2026, Statio vor der Gnadenkapelle.
MC-Herbsthauptfest 2026, Statio vor der Gnadenkapelle.
MC-Herbsthauptfest 2026, MC-Präfekt Stefan Burghart (l.) und MC-Präses Bruder Georg Greimel beim Treffen der MC-Obmänner im Kongregationssaal.
MC-Herbsthauptfest 2026, Obmännertreffen im Kongregationssaal; am Mikro: Schriftführer Reinhard Frauscher.
MC-Herbsthauptfest 2026, Obmännertreffen im Kongregationssaal.
MC-Herbsthauptfest 2026, Kapuzinerprovinzial Bruder Helmut Rakowski mit Mitgliedern der MC-Vorstandschaft, darunter Schatzmeister Manfred Trübenbach (l.), Schriftführer Reinhard Frauscher (M.), Präfekt Stefan Burghart (2.v.r.) und 1. Assistent Reinhold Hammer (r.).

Damit wie­der­hol­te Bru­der Hel­mut einen Grund­ge­dan­ken, den er bereits in sei­ner Pre­digt zu einem sehr her­aus­for­dern­den Evan­ge­li­um über ​„Das Gleich­nis von den Arbei­tern im Wein­berg“ (Mt 20,1−16) anklin­gen hat las­sen. Eigent­lich wider­spre­che des­sen Aus­sa­ge unse­rem Gerech­tig­keits­sinn, stell­te er fest. Es erschei­ne alles ande­re als fair, wenn der Arbei­ter, der erst am Abend kommt, genau­so viel Lohn erhält, wie der­je­ni­ge, der sich schon seit dem frü­hen Mor­gen abra­ckert. Aber: ​„Got­tes Reich unter­liegt nicht den Geset­zen der Markt­wirt­schaft“, beton­te Bru­der Hel­mut. Es gehe beim Ein­tritt ins Para­dies nicht um die Fra­ge, wer bes­ser gewe­sen sei und ande­re über­trumpft habe, denn die­ser Ein­tritt sei eine Gna­de, ein Geschenk. Der Pre­di­ger beton­te: ​„Als Beschenk­te fol­gen wir Chris­tus an der Sei­te Mari­as, und dar­um kämp­fen wir weder in der Kir­che noch in der Gesell­schaft noch in der Poli­tik gegen ande­re, son­dern fol­gen dem Bei­spiel Jesu, der als Herr des Wein­bergs selbst dem, der kurz vor Fei­er­abend kommt, das Leben schenkt.“ Bru­der Hel­mut resü­mier­te: ​„Wenn wir heu­te hier her­aus­ge­hen und sagen: ​‚Ich habe mir das Heil nicht ver­dient, son­dern ich bin beschenkt wor­den‘, dann sehen wir die Welt neu, begeg­nen den Nahen und Fer­nen, den Bekann­ten und Frem­den auf neue Wei­se. Dann erfüllt sich das Reich Got­tes, von dem Jesus im Evan­ge­li­um spricht.“

Nach dem von der Alt­öt­tin­ger Hof­mu­sik unter Lei­tung von Karl­mann Kanz­ler fei­er­lich musi­ka­lisch gestal­te­ten Got­tes­dienst zogen die Besu­cher, vor­an die 37 Fah­nen­ab­ord­nun­gen ein­zel­ner Orts­grup­pen, in einer Eucha­ris­ti­schen Pro­zes­si­on hin­auf zur Gna­den­ka­pel­le, wo Bru­der Hel­mut den Schluss­se­gen mit der Mons­tranz spen­de­te. Zu Beginn des Got­tes­diens­tes hat­te MC-Prä­ses Bru­der Georg Grei­mel neben dem Haupt­ze­le­bran­ten, Bru­der Hel­mut – er ist Pro­vin­zi­al der soge­nann­ten ​„Deut­schen Kapu­zi­ner­pro­vinz“, zu der neben deut­schen Brü­dern auch jene aus Bel­gi­en und den Nie­der­lan­den sowie Brü­der aus Tirol in Öster­reich gehö­ren –, meh­re­re Kon­ze­le­bran­ten und die zahl­rei­chen Besu­cher mit u.a. . Land­rat a.D. Erwin Schnei­der, Alt­öt­tings Drit­tem Bür­ger­meis­ter Hubert Roth­may­er und PGR-Vor­sit­zen­der Lui­se Hell begrüßt. Wäh­rend der Mes­se lie­ßen sich vier Män­ner neu in die MC auf­neh­men, 25 MC-Soda­len leg­ten nach ein­jäh­ri­ger Mit­glied­schaft ihre Lebens­wei­he ab. Mehr Infos zur MC fin­den sich auf der neu gestal­te­ten Web­site unter www​.mc​-alt​oet​ting​.de.

Michael
Glaß

Redakteur

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